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Kommentar von André Braun zu zukünftigen Speicherarchitekturen Dedizierte Storage-Systeme gibt es in zehn Jahren nicht mehr

| Redakteur: Rainer Graefen

Dell sieht auf die Unternehmen grundlegende Veränderungen im Storage-Markt zukommen. Klassische Lösungen sind zu speziell und werden mehr und mehr durch konvergente Rechenzentrums-Lösungen ersetzt. Herkömmliche Speicher-Architekturen werden nur noch in Nischen überleben!

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Andre Braun, Director Storage bei Dell Deutschland
Andre Braun, Director Storage bei Dell Deutschland
(Dell)

Steht der klassische Storage-Markt vor dem Aus? Wird es in zehn Jahren in den Rechenzentren keine dezidierten Storage-Systeme – heute ein grundlegender Bestandteil jeder IT-Architektur – mehr geben? Aktuelle Entwicklungen sprechen durchaus dafür.

Storage und Server rücken zusammen

Zum Einen hat der große IT-Trend der Virtualisierung mittlerweile auch die Storage-Systeme erreicht und macht die Speicherung von Daten von bestimmten physischen Systemen unabhängig. Dedizierte Hardware wie Storage Controller werden durch Intelligenz ersetzt.

Zum anderen sind in den Rechenzentren konvergente Infrastrukturen auf dem Vormarsch; vorkonfigurierte Paketlösungen integrieren Server, Storage und Netzwerk und erlauben ein einheitliches und damit einfacheres Management aller Systeme.

Zugleich lassen sich damit die Kosten für Verkabelung, Energie, Kühlung und Platz reduzieren. Moderne Technologien, beispielsweise bei Datenbanken, wo ebenfalls eine Abkehr von monolithischen Systemen erkennbar ist, unterstützen diesen Trend.

Wir sehen bei unseren Anwendern deutlich, dass mit jedem Innovationszyklus ein Teil der Storage-Systeme durch konvergente Infrastrukturen ersetzt wird. Damit ist der Zeitpunkt absehbar, an dem diese neuen Lösungen den Storage-Markt dominieren werden.

Storage wird zur Randerscheinung

Derzeit besetzen klassische Storage-Systeme noch etwa 95 Prozent des Marktes. Bei jedem Innovationszyklus werden konservativ geschätzt etwa 15 Prozent der Systeme als Converged-Systeme bereitgestellt, sodass damit zu rechnen ist, dass spätestens Mitte des nächsten Jahrzehnts mehr als die Hälfte der Rechenzentren dem neuen Konzept folgen. Bei einer wachsenden Konversionsrate könnte dieses Ergebnis auch schon viel früher erreicht sein.

Komplett aussterben werden klassische Storage-Systeme jedoch nicht. Spezielle Anwendungen, etwa bei extrem großen Datenbeständen, werden auch in Zukunft voraussichtlich mit herkömmlichen Storage-Arrays arbeiten. Allerdings werden diese Lösungen mehr und mehr in Nischen abwandern.

Der Storage-Mainstream wird künftig von Hyper-Converged-Infrastrukturen besetzt werden. Unternehmen sollten daher nicht zu lange zögern und sich schon jetzt mit den entsprechenden Technologien auseinandersetzen. Die Phase der "Early Adopters" ist bereits vorbei. Es gibt in diesem Marktsegment ausgereifte Lösungen, die einen hohen Nutzwert aufweisen. Meine Empfehlung an die Unternehmen: Beim nächsten Innovationszyklus im Storage-Bereich sollte man mit von der Partie sein.

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