Die umweltfreundlichste Energie ist immer noch die, die nicht verbraucht wird. Deswegen unternimmt die IT-Branche enorme Anstrengungen, ihre Hardware und Services immer leistungsfähiger und gleichzeitig energieeffizienter zu machen. Aber betrachtet man das Gesamtbild, dann muss natürlich auch der eigene Verbrauch kritisch hinterfragt werden.
Gastkolumnistin Petra-Maria Grohs von Hitachi Vantara beschreibt, über welche Stellschrauben Unternehmen bezüglich des Energieverbrauches verfügen.
Energiesparen ist dabei nicht nur aus Umweltschutzgründen ratsam und sinnvoll: Ob Büros in einer attraktiven, aber unzureichend sanierten Altbauvilla liegen oder in einem modernen Gewerbeneubau mit Photovoltaik auf dem Dach, macht auch einen spürbaren Unterschied im Budget.
Natürlich haben Unternehmen andere Verbrauchsmuster und -profile als Privathaushalte. Wir reden hier in der Regel von großen Flächen, die beheizt und im Sommer klimatisiert werden müssen, von tageslichtähnlicher Beleuchtung und zahlreichen Gerätschaften, die zur Arbeit benötigt werden: von Desktops und (großen) Monitoren über Telefone, Drucker bis hin zu Abteilungsservern, Storage-Systemen, Netzwerkschränken oder gar einem eigenen Rechenzentrum „On-Premises“ (wenn ich in der Aufzählung etwas Wichtiges ausgelassen habe, gern in den Kommentaren ergänzen). Wo fängt man an?
Effiziente Geräteverwaltung
Während Arbeitsplatzsysteme nur während der Arbeitszeiten benötigt werden, läuft die IT-Infrastruktur auch lokal (Rechenzentren sind ein gesondertes Thema) in der Regel 24/7, weil auch außerhalb der Kernzeiten remote auf Daten und Anwendungen zugegriffen wird oder Maintenance-Jobs wie Sicherungen oder Updates in dieser Zeit stattfinden. Moderne Systeme sind jedoch in der Lage, den Energieverbrauch lastabhängig zu gestalten. Voraussetzung dafür ist, dass die Geräte gut gewartet und auf dem aktuellsten Stand sind.
Desktops, Monitore oder Drucker sollten Software-seitig automatisch ausgeschaltet werden, wenn sie eine definierte Zeitlang nicht in Gebrauch sind. Noch besser ist es, sie nach getaner Arbeit über einen Schalter stromfrei zu machen, anstatt nur in Stand-by zu gehen. Bei alten Geräten sollte über einen Austausch gegen modernere und energiesparende Alternativen nachgedacht werden. Und vielleicht lässt sich mit den ausgemusterten Geräten ja auch noch etwas Gutes tun.
Intelligente Energiesteuerungssysteme und Beleuchtung
Für das Energiesparen im Unternehmen gilt derselbe Grundsatz wie beim Betrieb von IT-Systemen: Am besten so viel wie möglich automatisieren! Vor diesem Hintergrund werden intelligente Energiesteuerungssysteme in gewerblichen Umgebungen immer beliebter: Gebäudeautomatisierungssysteme (Building Automation Systems, kurz BAS) überwachen und steuern verschiedene Gebäudesysteme wie Heizung, Lüftung, Klimatisierung und Beleuchtung basierend auf Belegung und Tageszeit. Energiemanagement-Software hilft bei der Analyse von Energieverbrauchsdaten, der Identifizierung von Ineffizienzen und Automatisierung von Energiesparmaßnahmen. Eigentlich ein Homerun für jeden IT-ler, oder?
Besondere Aufmerksamkeit sollte der Beleuchtung gewidmet werden, weil es dabei nicht nur um Energieeffizienz geht, sondern auch um Arbeitsplatzergonomie. Der erste Schritt sollte sein, herkömmliche Glühlampen und Leuchtstofflampen gegen LED-Beleuchtung auszutauschen, die nicht nur erheblich Strom sparen, sondern sich in Helligkeit und Lichtfarbe optimal an verschiedene Gegebenheiten anpassen lassen. In Kombination mit Bewegungssensoren kann auch automatisch dafür gesorgt werden, dass Licht nur dann eingeschaltet ist, wenn es benötigt wird. Am allerbesten ist aber natürliches Tageslicht: Wer Büros so gestaltet, dass sie möglichst viel Tageslicht bekommen, spart nicht nur Strom, sondern tut auch seinen Mitarbeitern etwas Gutes.
Renewables nutzen und Mitarbeiter einbinden
Die Nutzung erneuerbarer Energien aus Sonne, Wind oder Wasserkraft (der so genannten Renewables) sorgt direkt für eine erhebliche Reduzierung des CO2-Fußabdrucks. Die Königsdisziplin ist dabei sicher die Produktion eigener Energie, vor allem durch Photovoltaik.
Wer baulich die Möglichkeit dazu hat, kann auf diese Weise konkurrenzlos günstigen Strom erzeugen und das beispielsweise Besuchern durch einen Infoscreen im Foyer kommunizieren. Alternativ könnte auch nach Projekten Ausschau gehalten werden, die man unterstützen kann, etwa ein lokales Solarprojekt, eine Windkraftanlage oder auch eine Partnerschaft mit einem Anbieter von grüner Energie. Wo der saubere Strom erzeugt wird, ist ja in unserem Stromnetz im Grunde bedeutungslos.
Aber wie ich in meinem letzten Beitrag dargelegt habe, ist es immer ratsam, auf die Unterstützung der Mitarbeiter zu bauen! Wenn Energiesparen zur Team-Challenge wird, ist der maximale Erfolg vorprogrammiert.
Stand: 08.12.2025
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* Die Autorin: Petra-Maria Grohs, Geschäftsführerin Hitachi Vantara Deutschland.