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Triggerpunkt 1: Preisverfall
Und auch bei den Anschaffungskosten hat sich der Preisverfall im Laufe des letzten Jahres fortgesetzt. In der Mittelklasse gibt es inzwischen bezahlbare PCIe-Flash-Karten mit bis zu 20 TByte Kapazität. Im Highend-Bereich haben sich die Kosten pro Terabyte von 50.000 Euro auf inzwischen 25.000 Euro halbiert. Und im Einstiegsbereich sind nur noch 2.000 bis 3.000 Euro zu bezahlen. „Viele unternehmenskritische Applikationen sind mit Kapazitäten von sechs bis 20 Terabyte speichertechnisch vollständig abgedeckt, so dass sich die Notwendigkeit für einen Online-Speicher mit Festplatten gar nicht mehr ergibt“, berichtet Karpinski aus seinen Beratungserfahrungen mit Banken und Versicherungen.
Auch wenn gerne Early Adaptors aus der Finanzwelt zum Nachweis eines heißen Trends angeführt werden, die SSD in ihrer jetzigen Bauweise ist nicht der Weisheit letzter Schluss. 50 Prozent der Speicherkapazität müssen für sogenannte Wear-Levelling-Verfahren im Hintergrund bereitgehalten werden, damit die individuelle Lebensdauer einer Speicherzelle nicht zur Katastrophe gerät. In Enterprise-Systemen wird zudem sehr viel teurer Aufwand getrieben, um die Hochverfügbarkeit der Daten sicherzustellen. Und nicht zuletzt kann die gern beschworene I/O-Performance häufig gar nicht ohne Änderungen von den Anwendungen genutzt werden oder wird durch langsame Netzwerke begrenzt.
Triggerpunkt 2: neue SSD-Speicherzellen
Kurt Gerecke, Certified Senior Storage Consultant bei IBM, hatte beim Storage Roundtable einiges Neues aus IBMs Technologieschmiede Rüschlikon zu vermelden. Sein erstes Fazit: „Ohne SSD können wir gar keine Speichersubsysteme mehr betreiben, wenn eine ordentliche Performance verlangt ist.“
Zwar haben sich die Datentransfer- und I/O-Raten moderner Festplatten gegenüber zehn Jahre älteren Platten verdoppelt, aber die Kapazität hat sich im gleichen Zeitraum mindestens verzehnfacht. Festplatten sind deshalb schon heute schneckenlangsam und werden, sofern es den Entwicklungsabteilungen gelingen sollte das paramagnetische Limit zu überwinden, noch langsamer werden. Der Triggerpunkt heißt hier: Die Festplatte ist am Ende.
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