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Roundtable Storage - Triggerpunkte für den Durchbruch der Solid State Disk

Der Kampf um das Ende der Festplatte hat begonnen

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Triggerpunkt 3: mehr Kapazität durch MLC

Es kommt aber noch schlimmer für die Festplattenindustrie, wenn Gerecke mit seinen Prognosen für die nächsten drei bis fünf Jahre Recht behält:

  • Schon ab 2014 wird IBM die Phase Change Memory Chips (PCM) massiv in den Flash-Speichern verbauen. Auch diese Chips gibt es als Multi Level Chips, so dass eine preiswerte Produktion möglich ist.
  • Sobald PCM Chips auf den Markt kommen, können wir von Leistungssteigerungen von Faktor 10 ausgehen. Innerhalb von zwei bis drei Jahren wird die Performance durch technische Verfeinerungen auf Faktor 50 angehoben werden können.
  • Die Single Level Cell (SLC) kann ohne Einschränkungen durch Enterprise Multi Level Cell (eMLC) abgelöst werden. Die Verbesserungen bei den Oxid-Schichten ermöglichen einen gleichwertigen Einsatz.
  • 2015 werden 50 bis 70 Prozent aller mobilen Geräte mit SSDs ausgestattet sein. Spätestens 2017/2018 werden wir im Online-Bereich nur noch SSD einsetzen.
  • Ab 2016/2017 wird es keine Hybrid-Systeme mit Auto-Tier-Funktionen mehr geben, sondern nur noch reine SSD-Speichersysteme. Unabhängig von der dann verwendeten Flash-Speicherzelle.

Es steht also schlecht um die Festplatte. Vorerst auf der richtigen Seite liegt der Anwender, glaubt man den Experten des Roundtables, wenn dieser sich langsam vom Fibre Channel abwendet, auf die zweite SAS-Generation, SAS-600, setzt, 3,5-Zoll Festplatten in Zukunft meidet, und auch dem aktuellen Massenspeicher SATA-Festplatte nicht mehr länger die Stange hält.

Appliances werden eine wichtige Rolle spielen.

Wir brauchen mehr Geschwindigkeit, lautet das Credo von Gerecke, um Anwendungen, die unter der Flagge Big Data segeln, in einem vernünftigen Zeitrahmen abwickeln zu können. Echtzeitverarbeitung steht hoch im Kurs, auch wenn kaum einer weiß wie diese Unmenge an Daten, die da verarbeitet werden sollen, aus einer noch größeren Unmenge von Daten herausgefiltert werden sollen, um dann aussagekräftigen Informationen herauszufiltern.

Dass die gesamte Infrastruktur im Server und zum Speichersubsystem durch die neuen Halbleiterlaufwerke umgekrempelt wird, daran glaubt Bild von NetApp nicht. Es gilt auch weiterhin virtualisierte Gesamtlösungen umzusetzen. „Die physischen Ressourcen sind für uns nicht bedeutsam“, bestätigt Stefan von Dreusche, Director Central Europe bei Datacore. „Wir können jeden Cache bis hin zu langsamsten Festplatte in unseren Storage-Pool SANsymphony-V einbinden und mit Auto-Tier-Funktionen beschleunigen.“

Bei aller Begeisterung für moderne Speichertechnik, sahen viele Teilnehmer des Roundtables in Entwicklungen wie sie gerade bei In-Memory-Techniken vorexerziert werden, einen alten Trend wiederaufleben: Appliances. Zweckgebundene Systeme, die einer Anwendung neben einfacher Bedienung und Verwaltung bestmögliche Performance bieten. Ob so die allseits beklagte Fragmentierung des Speichermarktes aufzuhalten sein wird? Das nächste Storage-Roundtable wird hier sicherlich mehr Klarheit schaffen.

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