Die moderne Geschäftswelt stellt traditionelle Rechenzentrumsarchitekturen auf eine harte Probe. Durch ihren vielschichtigen und eher starren Aufbau können sie oft nicht mehr das nötige Maß an Flexibilität und Leistung bieten. Hier setzen hyperkonvergente Systeme an: Sie verlassen den klassischen Pfad Hardware-definierter Umgebungen und setzen stattdessen auf umfangreiche Virtualisierung.
HCI-Systeme führen die verfügbaren Ressourcen unter einer Abstraktionsschicht zusammen und verhindern Datensilos.
Wenn es um die Frage geht, wie sich Unternehmen möglichst effizient auf aktuelle und kommende Herausforderungen vorbereiten können, gibt es viele Lösungswege. Unstrittig ist allerdings, dass klassische Infrastrukturen aktuelle Anforderungen kaum noch bewältigen können. Eine mögliche Alternative sind hyperkonvergente Systeme („Hyper-Converged Infrastructure“, HCI). Sie entkoppeln die wesentlichen Elemente einer IT-Umgebung mittels eines Software-definierten Ansatzes und Virtualisierung von der entsprechenden Hardware. Auf diese Weise werden alle verfügbaren Ressourcen unter einer Abstraktionsschicht zusammengeführt.
Dieses Verfahren sorgt dafür, dass Typ und Leistungsfähigkeit der vorhandenen Hardware nahezu zweitrangig sind. Innerhalb einer HCI werden die anfallenden Workloads gleichmäßig auf alle verfügbaren Ressourcen verteilt. Zeichnet sich ein Bedarf an zusätzlicher Performance, mehr Speicherplatz oder sonstigen Upgrades ab, können die Betreiber dem System einfach zusätzliche Ressourcen hinzufügen. Die bereits vorhandenen Bestandteile lassen sich dabei einfach weiterbetreiben.
Hohe Beliebtheit, boomender Markt
HCI bietet dementsprechend hohe Flexibilität in mehrfacher Hinsicht. Es verwundert wenig, dass sich das Konzept zunehmender Beliebtheit erfreut und sich dies auch in den Zahlen niederschlägt. Laut den Marktforschern von Mordor Intelligence wird das Gesamtvolumen des HCI-Marktes im aktuellen Jahr voraussichtlich bei rund 10,69 Milliarden US-Dollar liegen. Bis zum Jahr 2028 soll dieser Wert auf rund 32,75 Milliarden US-Dollar steigen. Dies würde einer jährlichen Zuwachsrate („Compound Annual Growth Rate“, CAGR) von beachtlichen 25,09 Prozent entsprechen.
Laut den Experten hat sich HCI zu einer transformativen Lösung in der IT-Branche entwickelt. Die Technologie profitiert vom Wunsch der Unternehmen nach rationalisierter IT, besserer betrieblicher Effizienz und einer schnelleren digitalen Transformation. Als weitere Treiber gelten unter anderem der zunehmende Einsatz von Cloud-Plattformen, da sich diese nahtlos in HCI-Umgebungen einbinden lassen, sowie die immer größere Verbreitung von hybriden Arbeitsmodellen und Edge-Szenarien. Gleiches gilt für die hohe Nachfrage nach leistungsfähigen und zuverlässigen Storage-Infrastrukturen mit hoher Datensicherheit.
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Flexible Umgebung für alle Fälle
HCI kann all das bieten und ist zudem flexibel einsetz- und erweiterbar. Grundsätzlich werden dazu alle vorhandenen Systeme und Ressourcen in einer „Scale-Out“-fähigen virtuellen Infrastruktur zusammengefasst. Diese ist Software-definiert und schafft eine Cloud-ähnliche Umgebung, die sich zur Bewältigung unterschiedlichster Workloads im eigenen Rechenzentrum nutzen lässt. Kernkomponenten wie etwa Server, Storage-Systeme und Netzwerke werden dabei eng miteinander verzahnt. Die Verwaltung der gesamten HCI-Umgebung erfolgt zentral. Datensilos sind im Gegensatz zu klassischen SAN- („Storage Area Network“) oder NAS-Lösungen („Network Attached Storage“) nicht zu befürchten. Herzstück der Architektur ist der zentrale Hypervisor: Er sorgt für die Virtualisierung aller verfügbaren Ressourcen und greift dabei auch auf Software-definiertes Storage und Networking zurück.
Aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten für den Aufbau ist das Angebot an HCI-Lösungen sehr breit gefächert. Es reicht von handelsüblichen COTS-Komponenten („Commercial Off-The-Shelf“) im Zusammenspiel mit Open-Source-Software bis hin zu umfangreichen und extrem leistungsfähigen Komplettlösungen von einzelnen Herstellern. Letztere bestehen häufig aus Rack-Appliances und sind in der Regel in kurzer Zeit einsatzfähig. Zudem erhalten Unternehmen dabei sowohl Systeme als auch Support aus einer Hand und damit im Notfall schnelle und kompetente Unterstützung. Speicherplatz lässt sich in HCI-Umgebungen beispielsweise über direkt angebundene Speichersysteme („Direct Attached Storage“, DAS) bereitstellen, was externe Storage-Arrays überflüssig macht.
Effektive Entlastung im Geschäftsalltag
Die Implementierung hyperkonvergenter Umgebungen ist zweifelsohne komplex und erfordert erfahrenes Fachpersonal oder entsprechende externe Unterstützung. Allerdings bietet eine einmal erfolgreich in Betrieb genommene HCI-Architektur verschiedene Vorteile im Geschäftsalltag: So vereinfacht sie IT-Prozesse grundlegend und ermöglicht die zentrale Verwaltung aller im Unternehmen verfügbaren Ressourcen. Herstellerabhängigkeiten („Vendor Lock-in“) lassen sich vollständig vermeiden und zusätzliche Funktionen oder Ressourcen bei Bedarf vergleichsweise unkompliziert nachrüsten und ausrollen. Dies ist insbesondere bei der Integration von Zweigstellen oder Edge-Standorten von Vorteil, da sie sich nahtlos in das bestehende HCI-Ökosystem einfügen lassen.
Stand: 08.12.2025
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Auch in Sachen Sicherheit bietet die HCI-Architektur einige inhärente Vorteile: So ist durch den Multi-Node-Aufbau für Ausfallsicherheit gesorgt, während integrierte Selbstheilungsfunktionen Fehler und Probleme automatisiert erkennen und beheben. Backup-, Restore- und Disaster-Recovery-Fähigkeiten sind zudem fester Bestandteil von HCI-Umgebungen. Hinsichtlich der Performance sorgt die intelligente Workload-Verteilung für optimale Leistung. So werden zum Beispiel IOPS-intensive Vorgänge automatisch auf leistungsfähige SSDs und Ressourcen verteilt, um Lastspitzen zu vermeiden. In Kombination mit der zentralen Verwaltung sorgt diese Automatisierung auch dafür, dass sich der Administrationsaufwand in Grenzen hält.