Ohne Daten und deren möglichst effiziente Auswertung geht heutzutage in der digitalen Geschäftswelt praktisch nichts mehr. Leistungsfähige und skalierbare Umgebungen wie etwa Software-Defined Storage sind dabei ein wichtiger Faktor. Sie sorgen für flexible, herstellerunabhängige Speicherinfrastrukturen und bilden damit eine belastbare Grundlage für erfolgreiches Datenmanagement.
Die immensen Datenmengen, die allenthalben anfallen, müssen vom Zeitpunkt ihrer Entstehung an auch verwaltet werden.
Das weltweite Datenaufkommen kennt kein Halten: Prognosen gehen von einem Datenvolumen von rund 164 Zettabyte aus – eine schier unvorstellbare Menge, die in den kommenden Jahren dennoch weiter zunehmen wird. Diese Entwicklung geht auch an Unternehmen nicht spurlos vorbei: Es gilt, Daten aus internen und externen Quellen möglichst zeitnah auszuwerten, um Vorteile im Geschäftsalltag und Wettbewerb zu generieren. Der anhaltende Trend hin zu Industrie 4.0, der Einsatz von IoT- („Internet of Things“) und Edge-Umgebungen sowie zahlreiche Sensor- und Maschinendaten sind nur einige Beispiele für mögliche Informationsquellen.
Ohne ein effizientes Datenmanagement und eine leistungsfähige Speicherumgebung ist diese Aufgabe nur schwer zu bewältigen. Die Anforderungen an moderne Lösungen sind hoch. Sie müssen zum Beispiel Multi- und Hybrid-Cloud-Infrastrukturen unterstützen, regulatorische und Compliance-Vorgaben erfüllen sowie ein gewisses Maß an Leistungsreserven und skalierbaren Speicherplatz bieten. Zudem sollten die Systeme sowohl hinsichtlich Anschaffung als auch im Betrieb erschwinglich bleiben – gerade bei On-Premises-Lösungen nicht immer einfach zu realisieren.
SDS als flexible Alternative
Eine Möglichkeit ist der Einsatz von Software-Defined Storage (SDS). Dieser Architekturansatz entkoppelt die Speicher-Software von der nötigen Hardware und gestattet damit nicht nur nahezu beliebige Skalierbarkeit, sondern auch den Einsatz von Standard-Hardware. In Kombination mit Virtualisierung und dank der Unterstützung von Datei-, Block- und Objektspeicher können Unternehmen individuelle Storage-Umgebungen aufbauen, ohne dabei von proprietären Lösungen bestimmter Anbieter abhängig zu sein („Vendor Lock-in“). Letztere bieten zwar durchaus Vorteile, wie etwa einen zentralen Ansprechpartner oder schnellen und gezielten Support, sind aber oftmals vergleichsweise teuer und auf die vom Anbieter vorgesehenen Funktionen und Aufrüstungsmöglichkeiten beschränkt.
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SDS-Umgebungen lassen sich dagegen beispielsweise auf herkömmlichen x86-Servern oder gängiger COTS-Hardware („Commercial Off-The-Shelf“) betreiben, was geringe Anschaffungskosten und herstellerunabhängigen Betrieb mit flexiblen Erweiterungs- und Skalierungsmöglichkeiten gewährleistet. Unumgänglich ist allerdings der Einsatz von Fachpersonal: Implementierung und reibungsloser Betrieb einer SDS-Umgebung sind durchaus komplex und setzen entsprechendes Know-how und Erfahrung voraus. In Zeiten des anhaltenden Fachkräftemangels ein Punkt, den Unternehmen bereits im Vorfeld bei der Planung berücksichtigen sollten.
Alle Datenquellen vereinen
Grundsätzlich errichten SDS-Umgebungen eine zusätzliche Abstraktionsschicht zwischen Datenanfragen und physischer Storage-Hardware. Diese Vorgehensweise bietet gegenüber monolithisch aufgebauten Speicherarchitekturen einige Vorteile, wie etwa die bereits erwähnte Unabhängigkeit von spezifischer Hardware und die damit verbundenen flexiblen Ausbaumöglichkeiten. Horizontale Skalierung („Scale-Out“) ist sowohl hinsichtlich zusätzlichen Speicherplatzes als auch der Performance nahezu unbegrenzt realisierbar. Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, Daten im laufenden Produktivbetrieb und nahezu ohne Ausfallzeit zu migrieren.
Die Architektur von SDS-Systemen erlaubt es zudem, unterschiedlichste Datenquellen unter einen Hut zu bringen und deren Kapazitäten automatisiert und bestmöglich zu nutzen. Dies deckt nahezu alle vorstellbaren Speicherorte ab, etwa von einfachen externen Festplatten über virtuelle Server bis hin zu Cloud-Services – dank des virtualisierten Dateipfades ist deren Kompatibilität untereinander nicht von Belang. Datei-, Block- und Objektspeicherung sind gleichermaßen möglich. Wartung und Verwaltung der angebundenen Speichersysteme erfolgen in der Regel über APIs („Application Programming Interfaces“) und werden zentralisiert abgewickelt.
Hochinteressantes Marktsegment
Da sich SDS-Umgebungen sehr flexibel einsetzen lassen, unterstützen sie zahlreiche Anwendungsszenarien. Einsatzmöglichkeiten sind zum Beispiel hyperkonvergente Infrastrukturen, die Archivierung sehr großer Datenmengen oder auch Hochverfügbarkeits- und Disaster-Recovery-Lösungen.
Stand: 08.12.2025
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Dementsprechend positiv fallen die Marktaussichten aus: Laut den Experten von Precedence Research erreichte der weltweite Gesamtmarkt für Software-Defined Storage im vergangenen Jahr ein Volumen von rund 32,28 Milliarden US-Dollar. Bis zum Jahr 2032 erwarten die Marktforscher ein Wachstum auf 677,1 Milliarden US-Dollar, was einer jährlichen Zuwachsrate („Compound Annual Growth Rate“, CAGR) von 36 Prozent entspräche.
SDS wird demnach besonders oft in Großunternehmen eingesetzt, kommt aber zunehmend auch in kleinen und mittelständischen Betrieben zum Einsatz. Besonders schnelles Wachstum erwarten die Experten in den Bereichen Backup und Disaster Recovery. Zudem treibt die zunehmende Menge amorpher Daten den Bedarf an leistungsfähigen und flexiblen Speichersystemen weiter an.