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Kommentar von Sven Rathjen, Zentraleuropachef von Western Digital

Die Zukunft des Datenspeichers

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SMR

Wie Dachziegel werden beim SMR die Daten partiell überlappend in eine bestimmte Richtung geschrieben. Damit wird die Festplattendichte nochmals erhöht und es können mehr Daten auf der Festplattenoberfläche genutzt werden. Die Daten werden dabei mit einem größeren Schreibkopf geschrieben, als der Spurabstand vorgibt. Das verbessert das Überschreiben, ohne dass Störungen bei benachbarten Spuren entstehen. SMR könnte dabei helfen, konventionelle PMR-Aufnahmen um 20 bis 50 Prozent zu erweitern. Jedoch hat SMR spezifische Probleme bei der Emulation beliebiger Lese- und sequentieller Schreibbefehle auf dem Medium. Es ist daher eher eine Ergänzung in Kombination mit anderen Techniken, um selektive Funktionen wie beispielweise die Archivierung von Daten zu übernehmen.

EAMR

Im Zuge der HDD-Evolution könnte der nächste logische Schritt weg von der PMR-Technologie und den aktuellen Exchange-Coupled-Composite-Medien (ECC), hin zu Energy-Assisted Magnetic Recording (EAMR) sein. EAMR-Technologien würden entweder ein hochfrequentes magnetisches Feld (Mikrowellen) oder Hitze (durch einen integrierten Laser) auf einem mikroskopischen Bereich des Aufnahmemediums aufbringen, um den Prozess des Schreibens von Daten zu erleichtern. Diese Aufnahme-Technologien versprechen, die Zahl speicherbarer Bits auf bis zu fünf Terabits pro Quadratzoll oder mehr zu erhöhen. Bis EAMR auf den Markt kommt, wird es jedoch noch drei bis fünf Jahre dauern.

BPM

Eine weitere interessante Technologie in Kombination mit EAMR ist die der Bit-Patterned Media (BPM). Die Bit-Pattern-Aufnahmetechnologie nutzt die Vorbestimmung der Größe und Position von „Inseln“ (Bits) im Aufnahmemedium durch moderne Lithografie-Prozesse. Sie soll die Speicherdichte der HDDs auf zehn Terabits oder mehr pro Quadratzoll erhöhen, wenn sie in Verbindung mit Energy-Assisted Magnetic Recording angewendet wird.

Die Technologie wird in fünf bis sieben Jahren auf dem Markt erwartet und ermöglicht eine Aufzeichnung individueller Bits auf lithografischen „Inseln” auf stark verdichtetem magnetischen Material, das die Information für jedes Bit bewahrt. Somit können die Bits viel kleiner sein als bei heutigen Speichermedien. Entscheidende Verzögerungen für die BPM-Implementierung sind Entwicklungskosten und Hürden bezüglich des eigentlichen Herstellungsprozesses.

Speicher der Zukunft

Trotz unterschiedlicher Optionen zu den zukünftigen Speichermöglichkeiten, die jeweils Vor- und Nachteile haben, bleibt abzuwarten, wie der Datenspeicher von morgen schließlich aussehen wird. Viele Variablen und laufende Entwicklungen machen konkrete Vorhersagen nahezu unmöglich. Zudem erweitern Anbieter ihr Angebot stetig und investieren in unterschiedliche Technologien. Die Festplattenindustrie, die sich mehr als ein halbes Jahrhundert lang als Anführer in Sachen Computerspeicher durchgesetzt hat, wird einen Weg finden, um existierende Systeme anzupassen und ebenso neue zu entwickeln. Damit wird sie auch auf die zukünftigen Bedürfnisse der Verbraucher und Unternehmen sowie des expandierenden digitalen Universums Antworten geben können.

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