Kommentar von Sven Rathjen, Zentraleuropachef von Western Digital

Die Zukunft des Datenspeichers

| Autor / Redakteur: Sven Rathjen / Nico Litzel

Sven Rathjen, Zentraleuropachef von Western Digital
Sven Rathjen, Zentraleuropachef von Western Digital

Allein die digitalen Inhalte, die im Jahr 2010 erstellt wurden, waren größer als alle Daten, die in den 5.000 Jahren zuvor generiert wurden. Angesichts des Speichervolumens von 1,8 Milliarden Gigabyte in 500 Billionen Dateien, das für das laufende Jahr prophezeit wird, repräsentiert das digitale Universum fast genauso viele Bits an Informationen wie das reale Universum Sterne hat.

Die Menge aller neu erstellten digitalen Informationen wächst ständig und verdoppelt sich alle zwei Jahre. So stehen Technologien im Bereich der Speichermedien derzeit vor gewaltigen Herausforderungen, wenn es darum geht, mit den wachsenden Anforderungen an effiziente und kosteneffektive Systeme Schritt zu halten, mit denen diese unendlich scheinenden Datenmengen erstellt, erfasst, verwaltet und gespeichert werden können.

Die Zettabyte-Grenze

Die Experten von IDC veröffentlichten kürzlich einen Bericht über das exponentielle Wachstum des digitalen Universums mit dem Titel „Nutzen aus dem Chaos extrahieren“: Trotz der weltweiten Rezession im Jahre 2010 brach das digitale Universum einen Rekord und knackte die Zettabyte-Grenze. Vermutlich werden 2011 sogar 1,8 Zettabyte erreicht – das entspricht etwa den Daten auf einem Stapel DVDs, der von der Erde zum Mond und wieder zurück reicht. Im Jahre 2020 wird unser digitales Universum bereits 44 Mal so groß sein wie im Jahr 2009. Die Höhe des DVD-Stapels würde dann die Hälfte des Weges zum Mars ausmachen.

Betrachtet man das reine Daten-Volumen, dann entsprechen 1,8 Zettabyte

  • drei Tweets pro Minute, die jede Person in den USA postet (4.320 Tweets pro Tag pro Person) für 26.976 Jahre – nonstop,
  • über 200 Milliarden HD-Filmen (jeder 120 Minuten lang), die eine Person 47 Millionen Jahre lang jeden Tag durchgehend 24 Stunden am Tag schauen müsste und
  • 57,5 Milliarden 32-Gigabyte-iPads, die es bräuchte, um diese 1,8 Zettabyte Daten zu speichern.

Der digitale Schatten wächst

Treibende Faktoren für den rasanten Anstieg der Datenmenge, die bald die 2,0-Zettabyte-Marke überschreiten wird, sind unser digitaler Lifestyle, der Hunger nach Home Entertainment, soziale Netzwerke und die wachsende Anzahl an Smartphones. Aber auch zu speichernden Informationen, die durch aktuelle Trends wie die steigende Nutzung des Cloud Computings oder die Sicherung und Überwachung unserer Gesellschaft generiert werden, machen einen großen Teil des Datenvolumens aus.

Analysten gehen zudem davon aus, dass 75 Prozent unseres digitalen Universums aus Kopien besteht. Das Meiste, was auf einem mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets gespeichert ist, wird durch Synchronisation dupliziert und irgendwo anders noch einmal gesichert und gespeichert. Das erzeugt eine erhebliche Redundanz, da die Informationen in mehreren Rechenzentren gleichzeitig gespeichert werden. Daten in Online Communities und Services wie Facebook, Xing, Google+ und Twitter sind bis zu dreimal gesichert.

Ein großer Teil der Datenmengen, die im digitalen Universum gespeichert sind, sind also nicht von Nutzern generiert. Es handelt sich vielmehr um digitale Schatten, also Daten, die um Nutzeraktionen und Präferenzabfragen – etwa bei Online-Einkäufen – herum entstehen: „Nutzer, die diesen Artikel gekauft haben, haben auch diesen gekauft“. Der ständig aktualisierte Strom an Analysen um unser Online-Verhalten herum, der gespeichert und weitergeleitet wird, bildet den Kern des Datenstrudels.

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