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Kosten sparen, Leistung erhöhen und Daten effektiver speichern Durch Datenklassifizierung die Speicherung optimieren

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

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Um Storage-Systeme im Netzwerk effektiver zu betreiben, ist der Einsatz von Lösungen für die Datenklassifizierung sinnvoll. Gleichzeitig lassen sich dadurch vorhandene Speicherlösungen kostengünstiger sowie leistungsstärker nutzen und sensible Daten besser schützen.

Daten lassen sich sinnvoller und ressourcenschonender speichern und besser schützen, wenn sie klassifiziert vorliegen.(Bild:  © sdecoret - stock.adobe.com)
Daten lassen sich sinnvoller und ressourcenschonender speichern und besser schützen, wenn sie klassifiziert vorliegen.
(Bild: © sdecoret - stock.adobe.com)

Datenklassifizierung hat die Aufgabe, die verschiedenen Daten, die in einem Netzwerk gespeichert sind, auf Basis von Prioritäten und Verwendungszweck zuzuordnen. Einfach ausgedrückt, bedeutet das die Untergliederung der Daten im Netzwerk. So müssen zum Beispiel Daten, die besonders häufig genutzt werden und auch schnell zur Verfügung stehen sollen, auf Datenträgern gespeichert werden, die das leisten können, zum Beispiel SSD oder NVMe.

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Auf diesen Datenträgern müssen aber nicht unbedingt Daten gespeichert werden, die nicht oft oder kaum verwendet werden, zum Beispiel Archivdaten. Dazu kommt ein besonderer Schutz sensibler Daten, die auch nur durch Dateiklassifizierung erkannt werden können. Das sind zum Beispiel Gesundheitsdaten oder Dateien mit finanziellen Informationen. Die Klassifizierung lässt sich nicht nur lokal durchführen, sondern auch in der Cloud, zum Beispiel in Microsoft 365. Generell ist es überall dort, wo Daten gespeichert werden, wichtig, dass diese möglichst optimal klassifiziert sind, um die Speicherung so effektiv, schnell und sicher wie nur möglich durchführen zu können.

Klassifizierung erkennt sensible und häufig verwendete Daten

Für nicht oft verwendete Daten reichen langsamere und meistens auch günstigere Speichermedien aus. Die Datenklassifizierung kann daher dabei helfen, Speicherlösungen in der Form bereitzustellen, wie sie auch tatsächlich benötigt werden. Es ist für Unternehmen meistens nicht bezahlbar, alle Daten auf den schnellsten verfügbaren NVMe zu speichern, die gleichzeitig auch eine maximale Verfügbarkeit haben. Oft sind nur wenige Daten so in dauerhafter Verwendung, dass ein geringerer Speicherplatz ausreicht. Das spart natürlich deutlich Investitionskosten, da die selten verwendeten Daten, die auch nicht in maximaler Leistung zur Verfügung stehen müssen, hochverfügbar auf günstigeren Speichern abgelegt werden, wie auf HDDs, Bändern oder im NAS.

Gleichzeitig ist es möglich, mit der Klassifizierung sensible Daten oder Daten, die für den Datenschutz relevant sind, zu erkennen. Das erhöht den Schutz sensibler Informationen deutlich. Manuell ist eine solche Klassifizierung kaum möglich. Nur eine Datenklassifizierung erkennt, welche Daten schnell, sicher und verfügbar gespeichert werden müssen.

Kategorisieren strukturierter und unstrukturierter Daten

Die Datenklassifizierung hat die Aufgabe, alle strukturierten und unstrukturierten Daten im Netzwerk zu kategorisieren, um Strategien für die Datenspeicherung zu etablieren. Die Daten erhalten Prioritäten, über die wiederum festgelegt wird, wie zuverlässig der Datenspeicher sein soll, auf den die jeweiligen Daten gespeichert werden sollen, und welchen Schutz die Daten erfahren sollen. Die Klassifizierung erkennt Daten, die nicht mehr benötigt werden, sodass ein Löschvorgang gestartet werden kann. Das spart weiteren Speicherplatz auf den lokalen Speichersystemen. Dadurch erkennt das System die sensiblen Daten im Netzwerk und kann diese zuverlässig auf schnellen Datenträgern speichern, besonders absichern oder im Bedarf archivieren und löschen.

Bekannte Klassifizierungslösungen: Rubrik, Varonis, Digital Guardian, Netwrix, Handd Data Classification, IBM Security Guardium

Datenklassifizierung kann mit Bordmitteln oder mit externen Lösungen durchgeführt werden. Eine bekannte Lösung für die Datenklassifizierung ist zum Beispiel die Sicherungslösung Rubrik. Diese sichert nicht nur Daten vor Ransomware durch Technologien wie Air-Gap, sondern kann Daten gleich noch richtig klassifizieren. Das steht zwar nicht im Fokus der Anwendung, spielt für das Backup aber eine wichtige Rolle.

Varonis hat seinen Fokus auf die Dateiklassifizierung gesetzt und kann Daten auf Basis der Wichtigkeit klassifizieren. Dadurch erkennt das System sensible Daten wie Gesundheitsdaten oder finanzielle Daten. Diese lassen sich anschließend besser vor unberechtigten Zugriffen absichern.

Digital Guardian erkennt direkt in Office-Dokumenten, wie eine Datei klassifiziert werden soll. Dadurch können heikle Daten optimal gesichert werden.

Netwrix Data Classification erkennt für den Datenschutz relevante Daten und kategorisiert diese im lokalen Netzwerk, aber auch in der Cloud.

Eine weitere Lösung ist Handd Data Classification. Diese kommt vor allem bei Banken und großen Unternehmen zum Einsatz.

IBM bietet mit Security Guardium eine Klassifizierungslösung auf Basis von KI.

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Datenklassifizierung mit Windows-Servern

Um auf Datenklassifizierung zu setzen, sind nicht unbedingt Tools von Drittherstellern notwendig. In Windows Server 2016/2019 und Windows Server 2022 ist mit dem Ressourcenmanager für Dateiserver auch ein Dienst für die Datenklassifizierung dabei. Dieser wird über das Verwaltungstool für den Ressourcenmanager für Dateiserver konfiguriert. Zusätzliche Lizenzen sind dazu nicht notwendig. Die Installation erfolgt über den Server-Manager. Danach lassen sich alle Dienste des Ressourcenmanagers in einer einheitlichen Oberfläche verwalten, auch die Datenklassifizierungsdienste.

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Datenklassifizierung in Microsoft 365: Microsoft Purview

Microsoft hat in Microsoft 365 ebenfalls Datenklassifizierung integriert. Damit lassen sich vertrauliche Daten und Dokumente mit bestimmten Informationen zunächst klassifizieren und dann besonders sichern oder speziell speichern. Verwaltet werden kann die Technologie über Microsoft Purview im Bereich „Datenklassifizierung“.

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