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Datenschutz und Disks Teil 1

Festplatten löschen, aber sicher!

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Festplattenhersteller reden nicht gerne über diese Bereiche, denn sie nutzen dort den durchaus nicht zu knapp bemessenen Speicherplatz, um genau zu erfassen, wann und für wie lange die Platte genutzt wurde. Die Auslese-Tools sind zumindest offiziell nicht zu bekommen.

Praktisches Arbeiten

Löschprogramme spielen nicht nur beim Verkauf eines Rechners oder nach Ende der Leasing-Zeit eine wichtige Rolle, sondern auch beim Personalwechsel, um dem neuen Mitarbeiter einen Rechner ohne Altlasten anzubieten.

Wichtig für diesen Einsatzzweck ist die Netzwerkfähigkeit des betreffenden Programms. So kann der Administrator die Festplatte löschen, ohne sich zum Rechner begeben zu müssen. Ein Reporting Tool sollte zudem die ordnungsgemäße Löschung dokumentieren. Das ist auch zwingend vorgeschrieben, wenn entsprechende datenschutzrechtliche Vorschriften existieren.

Der Zeitbedarf für sicheres Löschen sollte nicht unterschätzt werden. Experten setzen pro Gigabyte zwischen einer halben bis zu einer Minute an – und zwar für ein einfaches Überschreiben. Soll, wie vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gefordert, siebenfach überschrieben werden, dauert das bei einer modernen Festplatte mit 500 Gigabyte zwischen sieben und 15 Stunden – abhängig von der Mechanik und Elektronik der Festplatte sowie den verwendeten Löschalgorithmen.

Ein weiteres Entscheidungskriterium beim Einsatz von Löschsoftware ist das zugrunde liegende Lizenzmodell. Einige Anbieter rechnen pro gelöschter Platte ab. Und um mögliche Zweifel an der Sicherheit des Löschverfahrens zu zerstreuen, werben alle Hersteller, die entsprechend zertifiziert sind, mit meist aus dem militärischen Bereich stammenden Verfahren. Die bekanntesten sind die US-Standards DoD5220.22-M ECE und DoD 5220.22-M (E). Sie schreiben unter anderem die Muster vor, mit denen überschrieben wird.

In Anbetracht der benötigten Zeit stellt sich, vor allem wenn eine größere Anzahl von Datenträgern vernichtet werden soll, die Frage, ob nicht mechanisches Schreddern die billigere und vor allem schnellere Lösung ist.

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