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Datenschutz und Disks Teil 1 Festplatten löschen, aber sicher!

| Autor / Redakteur: Bernd Schöne / Nico Litzel

Jüngst erwischte es auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi: Eine ausrangierte Festplatte mit intimen Briefen landete in den Händen eines Journalisten. Dieser hatte sie zuvor für 20 Euro legal in der Nähe des Münchener Hauptbahnhofs gekauft. Der Fall beweist einmal mehr, dass Datenträger eine Zeitbombe sind, wenn sie nicht fachgerecht entsorgt werden. Dabei stehen hierfür diverse Optionen bereit, von mechanisch brutal bis elektronisch elegant.

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Ausrangierte Festplatten, die nur gelöscht oder formatiert werden, sind ein Sicherheitsrisiko, wenn sie das Unternehmen verlassen.
Ausrangierte Festplatten, die nur gelöscht oder formatiert werden, sind ein Sicherheitsrisiko, wenn sie das Unternehmen verlassen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Festplatten können nicht nur dann Ärger machen, wenn sie unerwartet den Betrieb verweigern. Taucht ein Datenträger mit brisanten Inhalten bei eBay oder im Shop für gebrauchte PCs auf, kann das unangenehm werden. Jüngstes Oper ist die Gewerkschaft Verdi: Eine Disk mit vertraulicher Korrespondenz zu Politikern tauchte im Fernsehmagazin K1 auf. Sie enthielt Briefe des DGB-Vorsitzenden Michael Sommer an den „lieben Franz“, gemeint ist der frühere SPD-Chef Franz Müntefering, sowie Zeugnisse von Mitarbeitern und den Sozialplan einer Firma.

Dabei hatte Verdi eigentlich alles richtig gemacht. Bei der Umstellung von Microsoft NT auf XP beauftragte die Gewerkschaft 2005 ein ortsansässiges Unternehmen mit der Entsorgung einer größeren Anzahl alter Rechner. Wobei sich Verdi schriftlich den einzuhaltenden Datenschutz bestätigen ließ, allerdings ohne eine Methode zu spezifizieren.

Doch die Festplatten wurden nicht ordnungsgemäß gelöscht und tauchten plötzlich 2008 im Handel auf. Ein Wiederherstellungsprogramm (Recovery-Tool) brachte den Inhalt schnell auf den Bildschirm. „Das ist bitter“, gibt sich Verdi zerknirscht und gelobt Besserung. Festplatten sollen das Haus nun nicht mehr verlassen.

Grundsätzlich gibt es verschiedenen Methoden, Disk-Inhalte fachgerecht unbrauchbar zu machen. Man unterscheidet dabei zwischen elektronischen Verfahren mit Software, magnetischen Methoden sowie der physikalischen Vernichtung der gesamten Festplatte.

Alle Verfahren haben Vor- und Nachteile. Nur bei den elektronischen Varianten ist es sinnvoll, sie selbst anzuwenden. Degausser und mechanische Shredder schließlich sind alles andere als preiswert und erfordern teilweise gut geschultes Personal.

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