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Disks und Datenschutz Teil 2

Häckseln, Verbrennen und magnetisch Löschen – so bleiben Daten vertraulich

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Der Grund ist einleuchtend. Je höher die Speicherdichte, desto näher rücken die magnetisierten Bereiche zusammen. Das Plattenmaterial muss eine so hohe Koerzitivkraft aufweisen, dass sich die benachbarten Bereiche nicht beeinflussen. Ein guter Degausser überwindet dank seiner hohen Felder dennoch die Koerzitivkraft des Datenträgers und zerstört die magnetischen Domänen (Bitmuster) auf dem Datenträger so weit, dass man sie nicht mehr auslesen kann.

Trotz entsprechender Gespräche im Jahr 2007 gibt es aktuell für Deutschland kein verbindliches Regelwerk für Degausser. Das BSI verweist daher notgedrungen auf die Empfehlungen der US-Behörde NSA, die eine Liste mit für den Behördengebrauch zugelassenen Geräten herausgegeben hat.

Drei Degausser-Klassen

Man unterscheidet drei Klassen von Geräten, um Festplatten mit einer Koerzitivkraft von 350, 750 und über 750 Oersted zu löschen. Festplatten, die mit einem Degausser behandelt wurden, sind zerstört und nicht wieder zu gebrauchen. Der Grund liegt in den dann fehlenden firmenspezifischen Informationssektoren, mit denen sich die Festplatte organisiert sowie fehlenden Softwaretools, die vom Hersteller auf die Festplatte geschrieben werden.

Der Löschvorgang kann einige Minuten in Anspruch nehmen, wobei es für eine sichere Löschung notwendig sein kann, die Platte zu wenden. Da für den Aufbau des Magnetfeldes viel Strom verbraucht wird, ist eine entsprechend starke Stromversorgung zwingend nötig. Zudem ist zu beachten, dass beim Betrieb sich manche Geräte so stark erwärmen, dass sie nach einigen Löschvorgängen zunächst abkühlen müssen.

Einige Degausser-Modelle

Die Firma Zenon hat mit dem HD-1T das zurzeit weltweit stärkste Gerät im Programm. Das Modell HD-1T ist mit einem Gewicht von 191 Kilogramm für den stationären Betrieb ausgelegt und erzeugt Felder mit 14.000 Gauß. So werden Festplatten bis zu einer Koerzitivkraft von 5.000 Oersted und Bänder bis zu 2.600 Oersted sicher gelöscht. So starke Felder benötigen selbst Festplatten der neuesten Generation noch nicht.

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