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Milliardendeal Halbleitersparte von NXP geht an chinesische Investoren

Für 2,75 Milliarden US-Dollar wechselt das Basis-Halbleiter-Geschäft des niederländischen Chipherstellers NXP Semiconductors den Besitzer. Käufer sind die chinesischen Finanzinvestoren Bejjing Jianaguang Asset Management und Wise Road Capital.

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Wafer aus NXP-Produktion: Für einen Kaufpreis von rund 2,75 Milliarden US-Dollar veräußert der europäische Halbleiterhersteller seine Standardhalbleiter-Sparte an ein Konsortium chinesischer Investoren.
Wafer aus NXP-Produktion: Für einen Kaufpreis von rund 2,75 Milliarden US-Dollar veräußert der europäische Halbleiterhersteller seine Standardhalbleiter-Sparte an ein Konsortium chinesischer Investoren.
(Bild: NXP)

Einen Umsatz in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar und damit gut ein Fünftel des Gesamterlöses erwirtschafte die Halbleitersparte von NXP nach eigenen Angaben im Jahr 2015. Kerngeschäft ist die Herstellung von Standardchips für die Automobil-, Computer- und Konsumgüterelektronikindustrie. Diese stecken unter anderem in Fahrzeugen, Mobiltelefonen, Tablets, aber auch sogenannten Wearables.

Nach Abschluss der Transaktion, wollen die chinesischen Investmentfirmen den Bereich unter dem Namen Nexperia als unabhängiges Unternehmen mit Sitz im niederländischen Nijmwegen weiterführen.

Wachstum steht an erster Stelle

Nach Aussage von Michael Zhang, Managing Partner von Wise Road Capital, ist geplant, Nexperia mit dem nötigen Kapital für ein rascheres weltweites Wachstum auszustatten. Vor allem soll in Forschung & Entwicklung, die Produktion und den Service investiert werden, mit dem Ziel die Wettbewerbsfähigkeit auszubauen und die Marktposition zu stärken.

Als gewinnbringend wird vor allem der Automobilsektor angesehen. Dies lässt sich aus der Aussage von Zhang ablesen, dass "Nexperia seine qualitativ hochwertigen Lösungen trotz seines breiten Angebotsspektrums künftig stärker im Bereich der Automotive-Anwendungen anbieten wird." Ebenso ist geplant, das Unternehmen dabei zu unterstützen, sein Geschäft im schnell wachsenden chinesischen Markt auszubauen.

Die Übernahmedetails

Nexperia wird das gesamte Standardhalbleiter-Geschäft von NXP einschließlich des Bereichsmanagements unter der Führung von Frans Scheper sowie die weltweit rund 11.000 Mitarbeiter übernehmen. Die bestehenden Arbeitsbedingungen sollen beibehalten werden, so Brighten Li, Vorsitzender des JAC Capital Investment Evaluation Commitee.

Außerdem umfasst die Transaktion NXPs Frontend-Waferfabriken in Manchester (Großbritannien) und in Hamburg ebenso wie die Backend-Weiterverarbeitungsbetriebe in Guangdong (China), Seremban (Malaysia) und Cabuyao (Philippinen) und den internen Komponentenhersteller ITEC. Des Weiteren gehen sämtliche relevanten Patente und das zum Standardhalbleiter-Geschäft gehörende geistige Eigentum auf Nexperia über.

Abschluss der Transaktion voraussichtlich 2017

Die Transaktion einschließlich der finalen Absprachen, endgültigen Details der Vereinbarungen und des Kaufs durch JAC Capital und Wise Road Capital bedürfen noch der Zustimmung der US Federal Trade Commission, der Europäischen Kommission, des chinesischen Handelsministeriums sowie weiterer Behörden. Nach Vorliegen der erforderlichen behördlichen Genehmigungen und den Gesprächen mit den Mitarbeitervertretungen soll der Deal voraussichtlich im ersten Quartal 2017 abgeschlossen sein. Bankenseitig wurde das Projekt von Credit Suisse als alleinigem Berater begleitet.

Es ist nicht das erste Mal, dass NXP eine Sparte an JAC Capital abtritt: Vor 6 Monaten verkaufte NXP seine RF-Power-Sparte für 1,8 Milliarden US-Dollar an das chinesische Unternehmen. Der Verkauf dieses Sektors war von den Kartellbehörden der EU und der USA angeordnet worden, um die Fusion von NXP mit Freescale zuzulassen.

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