Nutanix will mit der Harvard-Architektur die kommerziellen Rechenzentren erobern, Teil 1

Hypervisor-Knoten und Storage Pools in einem Scale-out-Block

| Autor / Redakteur: Marcus Ehrenwirth / Rainer Graefen

(Grafik: Nutanix)

"n-way fully fault-tolerant controller Fabric" nennt Nutanix seine Gehäuseeinschübe mit zwei Höheneinheiten Platzbedarf. Die Architektur ähnelt im ersten Augenblick der klassischen Silostruktur, die allerdings durch die Harvard-Architektur extrem skalierbar ist.

Keine andere Innovation hat das Rechenzentrum die letzten Jahre so stark verändert wie der Hypervisor. Flexibilität, Elastizität und Kostenersparnisse heißen die Vorteile, die der Servervirtualisierung zum Durchbruch verholfen haben.

Doch jetzt stehen die Betreiber von Rechenzentren vor der Herausforderung, mit ihren Storageinfrastrukturen nachzuziehen.

Google und Facebook machen es vor

Trotz der Leistungsfähigkeit heutiger NAS- und SAN-Systeme haben sich Google und Facebook entschieden, in Sachen Speicher eigene Wege zu gehen und auf die entsprechenden Angebote der Storagehersteller einschließlich Rack-Modulen (vgl. Textkasten) zu verzichten. Sie haben vielmehr eigene Architekturen für ihre Rechenzentren entworfen, die Rechen- und Speicherressourcen nicht nur räumlich, sondern technisch zusammenbringen.

Dieses Beispiel sollte Schule machen, fanden die Gründer des US-Unternehmens Nutanix, das sich dem Ziel verschrieben hat, Rechen- und Speicherressourcen wieder auf ein und dieselbe Stufe zu heben und in ein und derselben virtuellen Umgebung miteinander zu verschmelzen. Das Unternehmen wurde 2009 gegründet und liefert seit 2011 eine Appliance von nur zwei Höheneinheiten aus – eine Art „Rechenzentrum in der Box“.

Virtual Computing Platform von Nutanix

Der Clou der Lösung liegt dabei nicht in der Hardware, sondern allein in der Software. In der Tat verwendet Nutanix handelsübliche Hardware von bekannten Herstellern wie Seagate; dadurch sinken die Kosten im Vergleich zu den bereits erwähnten Rack-Modulen deutlich.

Ergänzendes zum Thema
 
Rack-Module sind nur noch die zweitbeste Lösung

Mit seiner „Virtual Computing Platform“, dem Softwareherz von Nutanix, wird der Hersteller dem neuen Paradigma des Software-bestimmten Netzwerks gerecht. Nutanix konnte dabei auf der Vorarbeit der VMware-Entwickler aufbauen, welche die verschiedenen I/O-Stacks der Betriebssysteme in einige wenige wohldefinierte Standardprotokolle wie zum Beispiel NFS, iSCSI oder CIFS übersetzt haben.

Konvergenz im Scale-out-Modul

Glücklicherweise sind auch die anderen Virtualisierer wie Microsoft mit HyperV, Xen oder KVM diesem Beispiel gefolgt. Dadurch wurde es möglich, den SAN/NAS-Softwarestack auf dem Server selbst zu betreiben. SAN- und NAS-Funktionalitäten sind somit in einer einzigen Implementierung für sämtliche Betriebssysteme möglich.

Diesen wichtigen Schritt in Richtung Technikkonvergenz hat Nutanix konsequent ausgenutzt und konnte für diese Arbeit auch ehemalige Google-Entwickler gewinnen. In der Nutanix Virtual Computing Platform können sämtliche virtuellen Maschinen „transparent“, also unabhängig von ihrer Beschaffenheit, mit den Storageressourcen kommunizieren.

Daraus resultiert der größte Vorteil der Nutanix-Lösung: Ohne in spezielle Hochgeschwindigkeitsnetze investieren zu müssen, können Speicherkapazitäten und Server gemeinsam skalieren.

In Teil 2 lesen Sie, wie die Virtual Computing Platform und ihre Skalierung im Einzelnen funktionieren und warum handelsübliche Hardware völlig ausreicht.

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