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Entkoppelung von Hard- und Software Ist SDS der Speicher der Zukunft?

Ein Gastbeitrag von Marius Neidlinger* 5 min Lesedauer

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Die explodierende Masse an Daten kann für traditionelle Infrastrukturen zum Problem werden. Abhilfe verspricht Software-Defined Storage, kurz SDS. Das Konzept, also die Entkoppelung von Hardware und Software, ist nicht neu – gewinnt aber angesichts der zahlreichen Herausforderungen, vor denen Unternehmen stehen, immer mehr an Bedeutung.

Software-Defined Storage ist dabei, traditionelle Speicherinfrastrukturen zu ersetzen.(Bild:  ©Vladimir_Timofeev, Getty Images Pro via Canva.com)
Software-Defined Storage ist dabei, traditionelle Speicherinfrastrukturen zu ersetzen.
(Bild: ©Vladimir_Timofeev, Getty Images Pro via Canva.com)

Ob IDC, Forrester oder Gartner – laut den führenden Marktforschern gehört Software-definierten Speichertechnologien die Zukunft. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die steigende Zahl mobiler Endgeräte, Cloud-Computing oder Technologien wie Künstliche Intelligenz haben zu einer regelrechten Datenexplosion geführt. Analog zu diesem Wachstum steigen die Anforderungen an Geschwindigkeit, Flexibilität, Skalierbarkeit und Kapazität von Speicherlösungen – eine Herausforderung, die eine historisch gewachsene IT-Infrastruktur nur schwer bewältigen kann.

Viele Unternehmen erweitern daher kontinuierlich ihre bestehende Storage-Landschaft und schaffen sich damit schlimmstenfalls neue Probleme. Das ewige Nachrüsten ohne durchdachte Strategie ist aufwendig und belastet das IT-Budget. Wenn sich dann noch die verschiedensten Speicherlösungen – DAS, NAS, HCI und SAN – sowie verschiedene Medientypen – HDD, SAS-, SATA- oder NVMe-Flash von den unterschiedlichsten Herstellern – ohne intelligente Verwaltungsebene vermischen, sind Inkompatibilitäten und vor allem Ineffizienz nahezu unvermeidbar.

Überprovisionierung ist nicht die Lösung

Viele Unternehmen kaufen zudem gerne mehr Storage ein, als sie eigentlich benötigen. Der Gedanke dahinter ist, Spitzenlasten, künftig steigenden Bedarf oder Hochverfügbarkeitsanforderungen nahtlos und ohne weitere Skalierungsmaßnahmen abzudecken. Die Überprovisionierung mit Speicher und die damit einhergehende ineffiziente Kapazitäts- und Performance-Auslastung sind jedoch unwirtschaftlich. Und nicht nur das: Oftmals lauern auch an den unterschiedlichsten Stellen im System Flaschenhälse, die die Geschwindigkeit entgegen der Erwartungen sogar drosseln können. Dabei wurde eigens Hardware angeschafft, um den unternehmenskritischen Business- und Analytics-Applikationen die nötige Performance und einen entsprechenden Durchsatz zu garantieren.

Zudem stehen die IT-Teams heute mehr denn je unter Druck, Ausgaben zu reduzieren und mit gleichbleibenden Ressourcen mehr Leistung zu erzielen. Durch diese unterschiedlichen, meist auf proprietäre Hardware basierenden Silos fließt ein erheblicher Teil der Arbeitszeit in das ständige Optimieren, um Performance- und Kapazitätsengpässe auszugleichen.

Trennung von Hard- und Software sorgt für Agilität

Immer wenn mehr Agilität und Flexibilität bei weniger Aufwand gefragt ist, kommt der Software-Defined-Ansatz ins Spiel. Doch während die Virtualisierung von Serverinfrastrukturen – also die Einführung einer Abstraktionsschicht zwischen physischer Hardware und den Anwendungen – bereits Standard ist, spielt die Speichervirtualisierung in den meisten Unternehmen bislang keine große Rolle. Um den Anforderungen anspruchsvoller Workloads gerecht zu werden, sind in den vergangenen Jahren vielmehr zahlreiche leistungsstarke Storage-Arrays auf den Markt gekommen. Diese erfüllen ihre Aufgabe zwar sehr gut, die IT-Administratoren aber sind angesichts der zunehmenden Komplexität bei der Verwaltung mehr oder weniger zu „Speichermanagern“ degradiert geworden, die wenig Zeit für strategischere Aufgaben haben.

Dieses Problem löst Software-Defined Storage (SDS). Mithilfe einer SDS-Plattform lassen sich Speicherressourcen einfach und bedarfsabhängig bereitstellen und hinzufügen. Die einzelnen physischen Speicher werden dabei als unabhängige Ressourcen zu einem Pool gebündelt und als ein logisches Gerät verwaltet. Dieser Pool kann sich über mehrere Systeme erstrecken und unterschiedliche Medien umfassen – wobei sich in der Regel auch hier die Mehrkosten für das Standardisieren auf ein schnelles Medium wie NVMe-SSDs mittel- bis langfristig durch massive Einsparungen im Betrieb und Bereitstellung schnell amortisieren. Ein solche Software-basierte Nutzung von Storage reiht sich nahtlos in die technologische Entwicklung hin zum Software-Defined Datacenter ein.

Wofür steht SDS eigentlich?

Den größten Vorteil für Unternehmen bringt ein SDS-Ansatz, der die Speicherverwaltungsebene von der Infrastruktur trennt und trotzdem die Intelligenz und Performance moderner Arrays für sich nutzt. Dieser Ansatz bietet Unternehmen die notwendige Leistung, Flexibilität, Skalierbarkeit, Nutzerfreundlichkeit und Kosteneffizienz, die sie so dringend benötigen. Software-basierte Systeme erstellen nicht nur einen einzigen Pool aus den unterschiedlichsten Medien und ermöglichen es Administratoren, virtuelle Speicher-Arrays über Policies zu erstellen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Architekturen erlaubt SDS zudem ein schnelles und einfaches Hinzufügen neuer Ressourcen, welche dann automatisch ausbalanciert werden und damit direkt zur Verfügung stehen – unterbrechungsfrei.

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Für die Skalierung in Echtzeit können Administratoren den Nutzern Selfservice-Tools zur Verfügung stellen, mit denen diese sofort auf die benötigten Ressourcen zugreifen können, ohne mehrere Tage oder Wochen auf Hilfe der IT warten zu müssen. Steht dann noch ein leistungsstarkes Array im Hintergrund, lassen sich Tausende Nodes per Software zusammenschalten und so eine extrem hohe Leistung erzielen. Ein weiterer Vorteil ist die Offenheit von SDS-Umgebungen: Alle Verwaltungsfunktionen stehen über APIs zur Verfügung, sodass sich die Speicherumgebung in jeden Management-Stack – von VMware über OpenStack bis hin zu Microsoft – integrieren lässt.

Natürlich entscheidet das Anforderungsprofil des Unternehmens, wie die jeweils optimale SDS-Umgebung aussieht. Ein guter Hersteller hat Lösungen im Angebot, die von einem reinen Stück Software bis hin zu einer komplett gehärteten Appliance, die man gemäß dem Out-of-the-box-Gedanken einfach nur auspacken und anstecken muss, reicht.

Unschlagbare Vorteile in der datengetriebenen Welt

Die beiden wahrscheinlich größten Pluspunkte von Software-definiertem Speicher sind die geringeren Kosten und die höhere Effizienz. Durch SDS kann die gesamte vorhandene Hardware optimal und damit länger genutzt werden, bevor neue Speichermedien angeschafft werden müssen. In der Regel kommt SDS zudem mit weniger Storage im Serverschrank aus, wodurch sich Kühlungsbedarf und Wartungsaufwand reduzieren. Eine unnötige Überdimensionierung des Speichers gehört damit der Vergangenheit an. Aber auch drohende Engpässe, etwa bei Spitzenlasten, entfallen.

Die Platzierung der Daten erfolgt dabei entsprechend den Leistungsanforderungen und dem Kostenprofil der Arbeitslast nahezu komplett automatisiert über die verschiedenen physischen und logischen Kapazitäten hinweg. So entsteht ein großer Pool an Ressourcen, der automatisiert Kapazitäten für IT-Services bereitstellt. Idealerweise kombiniert man diesen technologischen Ansatz noch mit einem flexiblen und nutzungsbasierten Abrechnungsmodell, um maximale Agilität und Effizienz zu erreichen.

Angesichts dieser Vorteile verwundert es nicht, dass immer mehr Unternehmen über den Einsatz von Software-Defined Storage nachdenken. Bei SDS geht es um die Wahlmöglichkeit, Speicher so zu nutzen, wie er am besten zu den Business-Anforderungen passt.

* Der Autor: Marius Neidlinger ist Business Development Manager bei Dell Technologies Deutschland.

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