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Tipp: Mehrere schwere Kernel-Lücken im SMB-Server ksmbd öffnet Linux-Dateiserver für Angreifer

Von Thomas Joos 3 min Lesedauer

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Der im Linux-Kernel eingebaute SMB-Server ksmbd arbeitet schneller als das klassische Samba im Userspace und kommt daher in NAS-Systemen und Homelabs zum Einsatz. Im Jahr 2026 häufen sich dort schwere Fehler. Ein Fernzugriff ohne Anmeldung reicht aus, um Freigaben lahmzulegen oder Kernelspeicher auszulesen.

Beim SMB-Server ksmbd häufen sich aktuell schwere Fehler, die beispielsweise einen Fernzugriff ohne Anmeldung ermöglichen.(Bild:  KI-generiert)
Beim SMB-Server ksmbd häufen sich aktuell schwere Fehler, die beispielsweise einen Fernzugriff ohne Anmeldung ermöglichen.
(Bild: KI-generiert)

Das Kernelmodul ksmbd bedient Windows-Clients über das SMB3-Protokoll direkt aus dem Betriebssystemkern. Am 5. August 2026 meldete die National Vulnerability Database einen Buffer-Over-Read in der Prüfroutine für zusammengesetzte SMB2-Anfragen. Die Lücke CVE-2026-64578 sitzt in der Funktion „ksmbd_smb2_check_message()“ in der Datei „fs/smb/server/smb2misc.c“ und erhält einen CVSS-Wert von 8,2. Ein entfernter Client ohne gültiges Konto sendet eine manipulierte Anfrage und liest über die Grenze des zugewiesenen Puffers hinaus.

Zusammengesetzte Anfragen ohne Grenzprüfung

Zusammengesetzte SMB2-Anfragen bündeln mehrere Kommandos in einem einzigen Paket. Der Server prüft das Feld „StructureSize2“, bevor er den nächsten Befehl aus dem Paket zieht. Die Prüfung greift zu spät, denn ksmbd liest den Wert vor dem Abgleich mit der realen Paketlänge. Ein Angreifer kann eine zu kurze Längenangabe platzieren und den Kernel dazu bringen, angrenzenden Speicher preiszugeben. Betroffen sind Kernel ab Version 5.15 bis zu den jeweils gepatchten Ständen. Der Fehler wirkt auf Verfügbarkeit und Vertraulichkeit; das SMB-Modul stürzt ab und legt Fragmente aus dem Kernel offen.

Ein Paket legt den Dienst still

Im selben Modul steckt ein Speicherleck. Die Funktion „ksmbd_tcp_new_connection()“ zählt aktive Verbindungen im Feld „active_num_conn“ hoch, senkt den Wert bei einer fehlgeschlagenen Speicheranforderung aber nicht wieder ab. Ein Angreifer kann massenhaft Verbindungen öffnen, bis der Zähler den Pool füllt. Danach nimmt ksmbd keine neuen SMB-Sitzungen mehr an und sperrt legitime Nutzer aus. Der Dienst kehrt erst nach einem Neuladen des Kernelmoduls zurück. Die Lücke CVE-2026-31711 hat einen CVSS-Wert von 7,5 und betrifft Kernel ab 6.2 sowie mehrere stabile Zweige. Der Fix schiebt ein „atomic_dec()“ auf den Fehlerpfad und gleicht den Zähler wieder aus.

Angemeldete Clients hebeln Rechte aus

Eine dritte Lücke betrifft angemeldete Konten. Über den Steuercode FSCTL_SET_SPARSE setzen Clients das Sparse-Attribut einer Datei, ohne dass ksmbd die nötige Berechtigung prüft. Der fehlende Test im „smb2_ioctl“-Pfad erlaubt das Verändern von Dateimerkmalen ohne passende Rechte. Microsoft hat die Kennung CVE-2026-52944 Ende Juni 2026 veröffentlicht, die Linux-Distributionen lieferten die Korrekturen im Juli-Zyklus nach. Die Folgen umfassen beschädigte Backups und eine falsch gemeldete Speicherbelegung; dazu drohen Ausfälle in virtuellen Maschinen. Administratoren mit aktivem ksmbd spielen die aktuellen Kernel-Updates ein und prüfen über „modinfo ksmbd“ die geladene Version. Reicht Samba im Userspace für die vorhandenen Freigaben aus, verringert ein Verzicht auf das Kernelmodul die Angriffsfläche im laufenden Betrieb.

Fazit

ksmbd bringt SMB-Freigaben ohne den Umweg über einen Userspace-Dienst in den Kernel und erreicht dadurch hohe Übertragungsraten. Der Preis zeigt sich 2026 in mehreren schweren Fehlern, die einen Absturz ohne Anmeldung ermöglichen und angemeldeten Konten einen Rechtebruch erlauben. Ein Kernel auf aktuellem Patch-Stand schließt die Kennungen CVE-2026-64578, CVE-2026-31711 und CVE-2026-52944. Der Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Samba steht damit einer jüngeren Sicherheitsbilanz gegenüber, die ein aktives Patch-Management verlangt.

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