Virtuelle Welten Metaverse – ohne Smartphone ins Jahr 2030

Ein Gastbeitrag von Mikko Ripatti*

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Das Metaverse steht für digitale Erlebniswelten. Aufgrund der hohen Rechenleistungen erwarten Experten eine vollständige Realisierung frühestens in 20 Jahren. Allerdings bleibt insgesamt abzuwarten, was das Metaverse tatsächlich genau sein wird und wie es sich entwickeln wird.

Auch für Unternehmen wird das Metaverse künftig eine wichtige Rolle spielen.
Auch für Unternehmen wird das Metaverse künftig eine wichtige Rolle spielen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Eigentlich ist das Metaverse schon heute Realität, vor allem bei den Gaming-Firmen und den von ihnen geschaffenen Umgebungen. Es jetzt schon zu definieren und könnte hinsichtlich des Hypes um das Thema die Vorstellungskraft der Visionäre beeinflussen. Zunächst muss allerdings die Nutzererfahrung noch besser werden.

Augmented Reality und Virtual Reality sind wichtige Teile der Metaverse-Idee. Und das scheint aktuell die Richtung zu sein, in die sich die Dinge entwickeln. Erst kürzlich erklärte der CEO von Nokia, dass es Smartphones, wie wir sie heute kennen, im Jahr 2030 nicht mehr geben wird. Er bezog sich dabei anscheinend auch auf die Tatsache, dass wir dann andere Geräte haben werden, die mit unserem Körper verbunden sind und direkt mit anderen Menschen kommunizieren. Die menschliche Kommunikation ist das Kernstück des Metaverse, während Echtzeitkommunikation, Benutzerfreundlichkeit und ein Gefühl des Verschmelzens mit dem Internet seine Erkennungsmerkmale sind. Letztlich geht es um dieses Verschmelzen der realen Umgebung mit der virtuellen Welt.

Auch für Unternehmen wird das Metaverse eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel werden virtuelle Besprechungen sich zukünftig real anfühlen. Gerade im Industriesektor können sich dann Menschen aus der ganzen Welt in virtuellen Meetings treffen und aufgrund der fortschrittlichen Technologie das Gefühl haben, dass sie wirklich anwesend sind. Darüber hinaus eröffnen sich viele Möglichkeiten im Handel. So haben Luxusmarken von Balenciaga und Ralph Lauren bis hin zum schwedischen Mode-Giganten H&M bereits die Chancen des Metaverse erkannt, um ihren Kunden digital ein weiteres Einkaufsuniversum zu bieten. Am weitesten sind schon heute Unternehmen wie Nike, das die RTFKT-Studios, eine Firma mit Schwerpunkt auf digitale Objekte, Ende 2021 übernahm. Bald darauf wurden ihren Fans erstmals digitale Sneaker zum Kauf angeboten, die sich schnell als Sammlerstücke entwickelten. Bis heute werden sie ausschließlich von Avatars spazieren geführt.

Neue Wege wird es auch im Immobiliensektor geben, beispielsweise beim Kauf eines Hauses. Interessenten, die sehen möchten, wie ein potenzielles Haus aussieht, können dies zukünftig ganz einfach über Metaverse machen. Bereits heute nutzen diverse Einrichtungshäuser Augmented Reality, um ihren Kunden zu zeigen, wie sich das Möbelstück in ihren vier Wänden einfügen würde.

Investitionsstrategie bei Metaverse-Playern

Damit das Metaverse allerdings Realität wird, sind Unternehmen wie Nokia oder wie Nvidia erforderlich, die sowohl die Rechenleistung als auch die Chips oder die Infrastruktur liefern. Die Investitionsstrategie könnte hier also genauso aussehen wie heute bei Elektroautos: Eine Möglichkeit ist es, beispielsweise in Tesla zu investieren. Die andere Möglichkeit besteht darin, an der Wertschöpfungskette eines Elektroautos zu partizipieren. Diese Unternehmen sind oftmals potenziell deutlich billiger als die offensichtlichen Player. Bisher gibt es allerdings nicht viele Unternehmen, die mit dem Metaverse am Markt aktiv sind, aber die Zahlen steigen.

Über Venture Capital und Private Equity wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 bereits mehr als 120 Milliarden US-Dollar in das Metaverse investiert, mehr als das Doppelte der 57 Milliarden im Jahr 2021. Große Technologieunternehmen sind die größten Investoren – und zwar in weitaus größerem Umfang, als sie es beispielsweise bei der künstlichen Intelligenz in einem ähnlichen Entwicklungsstadium waren.

Bereits recht aktiv auf dem Metaverse-Terrain sind viele Gaming-Unternehmen, und aufgrund der Marktkorrektur kann es sich lohnen einzusteigen. Zudem sind die Erträge im Vergleich zu vielen anderen Bereichen relativ gut. Außerhalb der Gaming-Branche sind viele Unternehmen gerade erst in der Business-Plan-Phase für ihre Metaverse-Aktivitäten. Hier zahlt man eventuell einen zu hohen Preis für zu unkonkrete Geschäftspläne. Besonders Branchen wie die Logistik oder die Telekommunikation könnten bei der Umstellung auf das Metaverse zurückfallen. Kurzum: Metaverse und seine Investmentmöglichkeiten sind aufgrund der Unsicherheit noch stark zu beobachten.

Was letztlich Meta, also das ehemalige Facebook betrifft, bleibt abzuwarten, wie erfolgreich sie sein werden. Denn Meta setzt aktuell alles auf eine Karte. Vergangenes Jahr hat das Unternehmen mehr als zehn Milliarden US-Dollar in das Metaverse-Ökosystem investiert. Sie gehen eindeutig ein großes Risiko ein, gleichzeitig versuchen sie aber auch, in dieser Transition die Führung zu übernehmen. Aktuell wird Meta mit einer recht interessanten Bewertung gehandelt. Einzig die Gewinnvisibilität ist schwer einzuschätzen.

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Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Industry of Things erschienen.

* Mikko Ripatti arbeitet als Senior Client Portfolio Manage bei DNB Asset Management.

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