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Hotpatching, Remote-Zugriff, Überwachung und Backup aus der Cloud Mit Azure Arc lokale Windows-Server an die Microsoft-Cloud binden

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

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Azure Arc ermöglicht die zunächst kostenlose Anbindung lokaler Server an Azure. Dadurch lassen sich auf einzelnen Servern Dienste aus Azure nutzen. Beispiele sind die Aktivierung von Hotpatching, der Remote-Zugriff über das Windows Admin Center aus dem Azure-Portal oder die Überwachung mit Azure Monitor. Der Beitrag zeigt, wie die Einrichtung funktioniert.

Die mittels Azure Arc an Azure angebundenen Server werden im Azure-Portal verwaltet. Dort lassen sich auch die verschiedenen Azure-Funktionen für die Server aktivieren.(Bild:  Joos - Microsoft)
Die mittels Azure Arc an Azure angebundenen Server werden im Azure-Portal verwaltet. Dort lassen sich auch die verschiedenen Azure-Funktionen für die Server aktivieren.
(Bild: Joos - Microsoft)

In Windows Server 2025 ist der Einrichtungsassistent für Azure Arc bereits in der Taskleiste verankert, und auch in Windows Server 2022 ist es möglich, die Anbindung an Azure Arc über einen Assistenten vorzunehmen. Die Einrichtung geht ohne Änderungen an der Firewall oder Anpassungen in Azure.

Im Rahmen der Anbindung wird der Azure Connected Machine Agent auf dem jeweiligen Server installiert und mit Azure verbunden. Dadurch steht der Server als Objekt in Azure zur Verfügung, und der direkte Zugriff über das Azure-Portal wird ermöglicht, zum Beispiel über das Windows Admin Center. Es sind dabei weder ein VPN noch eine komplexe Konfiguration notwendig. Zudem lassen sich derartig angebundene Server mit dem Azure Monitor überwachen und erlauben das Aktivieren von Hotpatching, die Verwendung von Microsoft Defender for Servers und die Anbindung an das Azure Update Management zur Versorgung mit Windows-Updates.

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Starten der Einrichtung von Azure Arc auf Windows Server 2025

Um Windows Server 2025 über Azure Arc an Azure anzubinden, reicht ein Klick auf das Icon für das Azure-Arc-Setup. Mit einem Klick auf „Starten des Azure Arc-Setups“ startet der Assistent. Die Ausführung erfolgt lokal auf dem jeweiligen Server, und so erfolgt darüber nur die Anbindung einzelner Server an Azure – nicht kompletter Netzwerke. Das macht die Einrichtung einfach und flexibel. Nach dem Start des Assistenten prüft dieser zunächst die Voraussetzungen und installiert auch gleich den Azure Connected Machine Agent, der die Verbindung zu Azure steuert.

Mit einem Klick auf „Konfigurieren“ startet der Assistent, mit dem der lokale Server schließlich mit dem Azure Connected Machine Agent an Azure angebunden wird. Zunächst erfolgt die Anmeldung mit einem Admin-Konto an Microsoft Azure. An dieser Stelle unterstützt Azure Arc alle Sicherheitsoptionen von Azure, aber auch die Anmeldung mit Passkey und natürlich MFA. Dann erfolgt die Auswahl des Azure-Mandanten, des Abonnements, der Ressourcengruppe und auch der Region. Danach verbindet der Agent den Server mit Azure und zeigt den Status im Fenster an. Die Einrichtung ist damit abgeschlossen. Die erfolgreiche Verbindung mit allen Daten ist über das Azure-Arc-Icon im Fenster zu sehen. Die weitere Verwaltung erfolgt über den Webbrowser im Azure-Portal.

Azure-Arc-aktivierte Server im Azure-Portal verwalten

Jeder über Azure Arc angebundene Server erscheint im Azure-Portal als eigenes Objekt. Alle angebundenen Server sind direkt in der Ressourcengruppe in Azure zu finden. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, für lokale Server, die über Azure Arc an Azure angebunden sind, eine eigene Ressourcengruppe anzulegen. Das verbessert die Übersicht.

Nach einem Klick auf das Serverobjekt sind im Fenster zunächst Informationen wie das installierte Betriebssystem, Modell, Lizenztyp, Name, FQDN und mehr zu sehen. Im unteren Bereich werden bei „Funktionen“ die einzelnen Dienste gelistet, die sich für den Server aktivieren lassen. Hier gilt es aber zu beachten, dass diese Funktionen nicht kostenlos sind, sondern über Azure abgerechnet werden.

An dieser Stelle lassen sich zum Beispiel Hotpatching aktivieren oder der Server an Azure Update Management anbinden, um ihn mit Windows-Updates zu versorgen. Ebenso lassen sich hier Server auch mit Azure Monitor überwachen und Protokolle auslesen. Die Nachverfolgung von Änderungen und die Inventur von Hard- und Software erfolgen ebenfalls an dieser Stelle. Diese Dienste brauchen einen Log-Analytcis-Bereich, der abhängig von den verwendeten Daten abgerechnet wird. Für jeden Dienst steht eine Preisliste zur Verfügung, mit der die Kosten analysiert werden können. Für einige Dienste wie das Windows Admin Center in der Cloud setzt Microsoft den „Pay-as-you-go“-Lizenzansatz für den lokalen Server voraus.

Ebenfalls an dieser Stelle möglich ist die Anzeige der installierten SQL-Server-Instanzen auf einem Server. Es ist zu erwarten, dass Microsoft hier künftig weitere Dienste integriert und auch Änderungen an einzelnen Diensten vornimmt. Klar ist aber, dass Azure Arc die Schnittstelle sein soll, um in Zukunft lokale Server mit Azure zu verbinden und Cloud-Dienste aus Azure im lokalen Rechenzentrum für einzelne Server zu nutzen.

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Server von Azure Arc trennen

Über das Kontextmenü des Azure-Arc-Icons ist es möglich, einen Server wieder von Azure zu trennen. Das ist in wenigen Klicks erledigt. Außerdem ist auch jederzeit die Deinstallation des Azure Connected Machine-Agenten möglich. Das erfolgt in der Oberfläche zur Verwaltung der installierten Programme mit „appwiz.cpl“. In jedem Fall ist die Möglichkeit, für einzelne Server Azure-Dienste zu nutzen, durchaus interessant, vor allem für KMU. Denn so ist es auch ohne komplexe Konfiguration und ohne eigene Infrastruktur möglich, ein Monitoring, einen Virenschutz oder einen Remote-Zugriff schnell zu etablieren.

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