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Data Lakes im Griff Mit Governance zum Geschäftserfolg

Ein Gastbeitrag von Mary Hartwell* 4 min Lesedauer

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Data Lakes sind aus modernen Datenarchitekturen kaum wegzudenken. Sie bieten Unternehmen einen skalierbaren, zentralen Speicherort für Daten unterschiedlichster Herkunft – von klar definierten Transaktionsdaten bis hin zu unstrukturierten Sensordaten. Ihre Stärke liegt in der hohen Flexibilität – doch ohne ein durchdachtes Governance-Konzept droht der vermeintliche Datenpool zu einem „Data Swamp“ zu werden: unübersichtlich, inkonsistent und wenig vertrauenswürdig.

Damit der Data Lake nicht „versumpft“, braucht es ein durchdachtes Governance-Konzept.(Bild: ©  vladimircaribb - stock.adobe.com)
Damit der Data Lake nicht „versumpft“, braucht es ein durchdachtes Governance-Konzept.
(Bild: © vladimircaribb - stock.adobe.com)

Ein Governance-Konzept stellt den Schlüssel dar, um reine Datenspeicherung auf die Stufe eines geschäftsrelevanten Mehrwerts zu heben. Sie sorgt für konsistente Definitionen, klare Verantwortlichkeiten sowie valide Daten – von der ersten Einspeisung bis hin zur finalen Analyse.

Wenn Daten zum Risiko werden: das Governance-Defizit

Die weitverbreitete Annahme „gespeichert heißt nutzbar“ ist trügerisch. Ohne ein durchdachtes Governance-Konzept wächst das Risiko des User-Zugriffs auf veraltete, inkonsistente oder unvollständige Daten. Die Folgen: beschädigtes Vertrauen, falsche Entscheidungen, verlorene Investitionen.

Ein robustes Governance-Modell stellt sicher, dass Begriffe wie „Kunde“ über Abteilungsgrenzen hinweg identisch interpretiert werden. Es etabliert Prozesse zur Validierung und Profilierung direkt beim Eintritt in den Data Lake, gewährleistet Nachvollziehbarkeit und verankert IT-Arbeit in den Geschäftszielen.

Vom Rohdatenstrom zur analytischen Wertschöpfung: Governance über alle Ebenen hinweg

Ein moderner Data Lake folgt einem mehrschichtigen Architekturprinzip – von der Erfassung unbearbeiteter Rohdaten (Layer 0) bis hin zur Bereitstellung kuratierter, analysebereiter Datensätze (Layer 4). Jede dieser Schichten stellt spezifische Anforderungen an Datenqualität, Strukturierung sowie Metadatenmanagement.

Eine ganzheitliche Data-Governance-Strategie muss sämtliche Ebenen durchgängig adressieren. Durch den Einsatz KI-gestützter Regeltransfers lassen sich Qualitäts-, Sicherheits- und Strukturvorgaben automatisiert und konsistent entlang der gesamten Datenpipeline anwenden – vom Ingest bis zur analytischen Veredelung der Daten.

Das Ergebnis ist eine skalierbare, hochverfügbare und durchgängig überwachte Dateninfrastruktur, die eine konsistente Datenqualität über alle Verarbeitungsschritte hinweg sicherstellt und damit eine verlässliche Grundlage für datengetriebene Wertschöpfung bildet.

Echtzeit ist nicht gleich zuverlässig: Qualitätssicherung im hochfrequenten Datenstrom

Moderne Technologien wie Change Data Capture (CDC) sowie Datenreplikation ermöglichen die Übertragung von Daten nahezu in Echtzeit – oft innerhalb von Millisekunden. Doch Geschwindigkeit allein garantiert keine Datenintegrität. Fehlende Attributwerte, Inkonsistenzen oder inkorrekte Sequenzierungen können unbemerkt in den Data Lake gelangen und dort weitreichende Auswirkungen auf Analysemodelle und nachgelagerte Systeme entfalten. An diesem Punkt greift eine robuste Data-Governance-Strategie: Durch definierte Prüfregeln, automatisierte Mechanismen zur Validierung sowie kontinuierliches Monitoring wird sichergestellt, dass Echtzeitdaten nicht nur schnell, sondern auch vollständig, konsistent und vertrauenswürdig bereitgestellt werden.

Datenqualität ist eine strategische Führungsaufgabe – nicht nur ein IT-Thema

Traditionelle Frameworks zur Datenqualität sind häufig IT-zentriert, komplex in der Umsetzung und zu weit von fachlichen Anforderungen entfernt. Sie adressieren technische Probleme, greifen jedoch oft zu kurz, wenn es um unternehmensweite Wertschöpfung der Daten geht.

Ein moderner, geschäftsorientierter Governance-Ansatz stellt die fachliche Perspektive in den Mittelpunkt und verknüpft sie mit zentralen Technologien wie Master Data Management (MDM) sowie automatisierten Prozessen zum Matching und der Bereinigung. So lassen sich systemübergreifende Inkonsistenzen effizient auflösen und konsolidierte, aktuelle und vertrauenswürdige Datenbestände etablieren. Daraus ergeben sich insgesamt weniger manuelle Korrekturen, beschleunigte Analyseprozesse sowie datengetriebene Entscheidungen mit höherer Genauigkeit und strategischer Relevanz.

Data-Scientists von manueller Datenbereinigung entlasten – durch gezielte Governance

Wird ein Data Lake ungefiltert oder unstrukturiert befüllt, verbringen hochqualifizierte Data-Scientists einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit der Korrektur, Bereinigung und Harmonisierung von Rohdaten – anstatt diese in die Entwicklung von Modellen, Machine-Learning-Experimenten und analytischen Innovationen zu investieren.

Ein durchgängiges Data-Governance-Framework schafft hier Abhilfe: Es stellt sicher, dass Daten bereits vor der Analyse validiert, konsolidiert und mit relevanten Metadaten angereichert sind. So erhalten Data-Scientists Zugriff auf verlässliche, konsistente und qualitätsgesicherte Daten – als belastbare Grundlage für analytische Wertschöpfung.

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Der Mehrwert für Unternehmen liegt in beschleunigten, datenbasierten Entscheidungsprozessen, die eine fundierte und agile Steuerung ermöglichen. Gleichzeitig werden die operative Effizienz und die Ressourcennutzung gesteigert, was zu einer besseren Auslastung vorhandener Kapazitäten führt. Durch geprüfte und nachvollziehbare Daten sinkt das Risiko von Fehlentscheidungen erheblich. Zudem wird die Zusammenarbeit zwischen IT, Fachbereichen und Analytics-Teams gestärkt, wodurch Wissen effizienter geteilt und Innovationen schneller umgesetzt werden können.

Ohne Datenqualität keine KI-Exzellenz – Governance als strategischer Enabler

Mit dem Übergang zu Cloud-nativen Architekturen und Lakehouse-Modellen wird Data Governance zu einem integralen Bestandteil moderner Datenplattformen. KI-Modelle, Machine Learning und Advanced Analytics sind nur so leistungsfähig wie die Daten, auf denen sie aufbauen. Fehlende Struktur, uneinheitliche Definitionen sowie unzureichende Metadaten-Dokumentation beeinträchtigen nicht nur die Modellqualität, sondern auch deren Skalierbarkeit und Reproduzierbarkeit.

Wird Governance von Beginn an in die Datenarchitektur eingebettet, schafft sie die Voraussetzung für robuste, vertrauenswürdige und skalierbare KI- und Analyseanwendungen. Automatisierte Prüfmechanismen, standardisierte Daten-Pipelines sowie transparente Verantwortlichkeiten sorgen dafür, dass Daten als strategischer Wert zuverlässig genutzt werden können.

Governance als Differenzierungsfaktor

Mary Hartwell, Global Practice Lead Data Governance, Syniti, ein Unternehmen von Capgemini.(Bild:  Syniti)
Mary Hartwell, Global Practice Lead Data Governance, Syniti, ein Unternehmen von Capgemini.
(Bild: Syniti)

Der wahre Wert eines Data Lakes liegt nicht in seiner schieren Speicherkapazität, sondern in der Qualität, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der darin enthaltenen Informationen. Governance hebt den Data Lake vom passiven Speicher zum aktiven Steuerungsinstrument – und schützt zugleich vor dem Kontrollverlust, den ein „Data Swamp“ mit sich bringt. Der Grundsatz ist klar: wer einen Data Lake plant, ist gut beraten, Governance von Anfang an zu verankern. Nur so entsteht aus heterogenen, teils unstrukturierten Daten ein belastbarer, langfristiger Wettbewerbsvorteil.

* Die Autorin: Mary Hartwell, Global Practice Lead Data Governance, Syniti, ein Unternehmen von Capgemini

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