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Wasser- und feuerfester Datentresor für Backupdaten Münchner Start-up schützt Daten mit „Threx”

| Redakteur: Nico Litzel

Das Münchner Start-up Secumem hat mit „Threx“ ein System für kleine und mittelständische Unternehmen vorgestellt, mit dem diese ihre Daten sichern und effektiv geschützt aufbewahren können.

Das Münchner Start-up Secumem wird ab kommendem Jahr unter der Bezeichnung Threx einen speziellen Datentresor anbieten, in dem Daten vor Diebstahl und Umwelteinflüssen geschützt sind.
Das Münchner Start-up Secumem wird ab kommendem Jahr unter der Bezeichnung Threx einen speziellen Datentresor anbieten, in dem Daten vor Diebstahl und Umwelteinflüssen geschützt sind.
( Archiv: Vogel Business Media )

Threx ist, vereinfacht ausgedrückt, eine Blackbox mit eSATA- und USB-2.0-Schnittstelle. Der Datentresor mit einer Kantenlänge von 46 Zentimetern und einem Gewicht von 75 Kilogramm schützt Daten vor Diebstahl, aber auch vor Umwelteinflüssen wie Feuer, Staub, Wasser und Blitzschlag.

Unter der hermetisch dichten Außenhülle befindet sich eine speziell entwickelte Isolierung, die aus mehreren Schichten aufgebaut ist. In die Spezialisolierung ist das ebenfalls hermetisch dichte Innengehäuse eingebettet, in dessen Inneren zwei Ein-Terabyte-Festplatten untergebracht sind. Diese arbeiten im RAID-1-Verbund und enthalten somit die gleichen Daten.

Der Tresor kann im Boden verankert und so vor Diebstahl geschützt werden. Ein Hochsicherheitsschloss sowie die Verschlüsselung der Daten erschweren einen unerlaubten Fremdzugriff. Eine elektronische Absicherung gegen Überspannung und Blitzschlag komplettiert den Datenschutz.

Innovation Wärmetauscher

Anwender könnten denken, dass das auch einfacher geht. Einfach Festplatten in einen normalen Tresor legen, Löcher für die Kabel bohren und fertig. Ganz so leicht ist es nicht, da Festplatten im Betrieb Wärme erzeugen, die abgeführt werden muss. Ein herkömmlicher Tresor ist sehr gut gegen Hitze isoliert. Festplatten würden daher schnell zu heiß werden und ausfallen.

Zwar ist auch Threx sehr gut gegen Hitze isoliert. Die Wärme wird allerdings durch einen patentgeschützten Wärmetauscher nach außen abgeführt. Dieser besteht aus einem flüssigkeitsgefüllten Behälter, der einen direkten Kontakt zwischen Innengehäuse und Kühlkörper hat. Durch Eigenkonvektion (warme Flüssigkeit steigt nach oben, kalte sinkt ab) und das spezielle Design werden die beiden Festplatten effizient gekühlt. Im Brandfall wird die Konvektion unterbrochen und somit auch der Wärmekontakt. Das heißt, der Wärmetauscher verhält sich bei Feuer wie ein Isolator. Selbst bei einer starken Beschädigung der Außenhülle isoliert der Wärmetauscher noch gegen die Brandhitze, verspricht der Hersteller.

Die Isolierschicht schützt die Festplatten neben der Brandhitze auch gegen Erschütterungen und Stürze. Auch die Kabel sind besonders geschützt, sodass Feuer, Wasser und Vandalismus dem Datentresor Threx nichts anhaben können. Die „Blackbox für kleine und mittelständische Unternehmen” ist nach EN1047-1 S60D gegen Feuer getestet und hält einem Feuer mindestens eine Stunde lang stand. Zusätzlich ist der Datenspeicher gegen Einbruch nach VdS Klasse 1 getestet.

Vollautomatische Datensicherung

Das System ist Software-unabhängig. Da Threx im Betriebssystem als Laufwerk erscheint, kann jede Standard-Backupsoftware darauf zugreifen. Nach Einrichten der Software erfolgen die Backups automatisch. Sollte eine Festplatte ausfallen, meldet sich Threx mit einem optischen und akustischen Alarm. Über die mitgelieferte Software ist es zusätzlich problemlos möglich, den Benutzer bei Ausfall einer Festplatte per Mail zu benachrichtigen und den Festplattenstatus zu überwachen. Der Benutzer muss lediglich die defekte Festplatte gegen eine neue austauschen. Das Umkopieren der Daten erfolgt automatisch.

Der Datentresor Threx, für den Secumem-Geschäftsführer Dirk Brunner bereits ausgezeichnet wurde, wird voraussichtlich ab Februar 2009 für etwa 4.900 Euro im Handel erhältlich sein.

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