Oracle Database ermöglicht den Betrieb einer Datenbank für Entwickler, Admins oder Datenwissenschaftler zum Testen der Umgebung. Wir zeigen in diesem Beitrag die Installation auf Oracle-Linux und erste Schritte zur Verwaltung.
Die Oracle Database kann neben Windows auch auf Linux installiert werden und ermöglicht eine kostenlose Datenverwaltung.
(Bild: Nadia - stock.adobe.com)
Oracle bietet mit Oracle Database Express Edition (XE) eine kostenlose Datenbank für Windows Ubuntu sowie andere Linux-Systeme. Es hat durchaus seinen Charme, die Datenbank auf einem aktuellen Oracle-Linux-System zu installieren, da in diesem Fall das Betriebssystem mit der Datenbank harmoniert.
Die Installation lässt sich auf physischer Hardware genauso durchführen wie in einer VM. Generell muss darauf geachtet werden, dass Oracle Database XE mit der vorhandenen Oracle-Linux-Version kompatibel sein muss. Wir zeigen nachfolgend auch die Installation von Oracle 21c als Enterprise-Edition.
Derzeit wird die Installation von Oracle auf Oracle-Linux 9.3 nicht unterstützt. Generell ist es in diesem Fall sinnvoll, auf die ältere Version Oracle-Linux 8.9 zu achten. In den Paketquellen von Oracle-Linux ist bei der Version 9 derzeit Oracle Database nicht aufgeführt.
Die Installation ist in diesem Fall zwar manuell möglich, aber wesentlich komplexer. Einfacher ist es, auf Oracle-Linux 8.9 zu setzen und hier die Installation über die Paketquellen durchzuführen.
Oracle-Linux für die Installation von Oracle Database vorbereiten
Vor der Installation von Oracle Database ist es sinnvoll, den Linux-Server zu aktualisieren. Im Falle von Oracle-Linux erfolgt das mit:
sudo yum check-updatesudo yum update
Nach der Bestätigung der Aktualisierungen startet der Prozess. Vor allem bei der Aktualisierung nach einer Neuinstallation ist oft ein Neustart notwendig. Dieser wird mit „reboot“ im Terminal erledigen.
Darüber hinaus sollten die IP-Adresse und der Hostname des Linux-Servers angepasst werden. Das erfolgt im Falle von Oracle-Linux über die Datei „/etc/hosts“, die sich mit einem Editor öffnen lässt. Dabei kann „vi“ zum Einsatz kommen. Mit „hostnamectl“ zeigt das System Informationen zum Namen und der installierten Linux-Version an. Standardmäßig ist „Static hostname“ nicht gesetzt. Dieser wird über „/etc/hostname“ festgelegt.
Sind Hostname und Zuordnung der IP-Adresse in den Dateien „hosts“ und „hostname“ festgelegt, ist nach einem Neustart der Name bei „hostnamectl“ zu sehen. Die aktuelle IP-Adresse ist mit „ip a“ im Terminal zu sehen. In den Einstellungen von Oracle-Linux lässt sich die IP-Adresse bei „Netzwerk“ anpassen.
Oracle-Database-Vorbereitungen installieren
Sobald die IP-Adresse definiert ist, der Hostname festglegt und in der Host-Datei IP-Adresse und Hostname zueinander zugeordnet sind, kann im Terminal zunächst überprüft werden, ob Oracle Database 21c zur Verfügung steht. Das geht über den folgenden Befehl:
sudo yum list oracle-database-preinstall-21c
Der Befehl zeigt die zur Verfügung stehenden Pakete an, die auf dem System installiert werden können. Die Installation erfolgt danach über:
sudo yum oracle-database-preinstall-21c
Nach der Bestätigung wird die Datenbank auf dem Server installiert. Im Anschluss erfolgt die Konfiguration der Oracle-Datenbank.
Oracle Database einrichten: Benutzer und SELinux anpassen
Für die Verwaltung der Datenbank sollte man dem neuen Benutzer „oracle“ gleich ein neues Kennwort zuweisen. Das geht mit „sudo passwd oracle“. Bei der Verwendung von Oracle ist es sinnvoll, die Einstellungen für SELinux (Security-Enhanced Linux) anzupassen. Dazu wird mit „sudo vi /etc/selinux/config“ die Konfiguration dazu geöffnet. Für die Oracle-Umgebung im Testbereich ist es sinnvoll, den Wert „SELINUX“ auf „permissive“ zu setzen.
Standardmäßig ist er auf „enforcing“ gesetzt. SELinux bietet eine erweiterte Sicherheitsebene für Linux-Systeme durch die Durchsetzung einer MAC-Sicherheitsarchitektur (Mandatory Access Control). Zwei zentrale Betriebsmodi in der SELinux-Konfiguration sind Permissive und Enforcing.
Im Enforcing-Modus erzwingt SELinux die definierten Sicherheitsrichtlinien und verhindert den Zugriff auf Ressourcen, die nicht explizit genehmigt sind. Zugriffsverletzungen und Versuche, nicht autorisierte Aktionen durchzuführen, führen zur Blockierung des Zugriffs und werden im Audit-Log protokolliert.
Im Gegensatz dazu erlaubt der Permissive-Modus das System, so zu operieren, als ob SELinux inaktiv wäre, wobei keine Zugriffe unterbunden werden. Allerdings werden potenzielle Sicherheitsverletzungen und Richtlinienübertretungen, die im Enforcing-Modus blockiert würden, erkannt und protokolliert. Dieser Modus eignet sich hervorragend für die Fehlersuche und die Anpassung von Sicherheitsrichtlinien, ohne die Systemfunktionalität zu beeinträchtigen, sowie für den Betrieb der Datenbank in diesem Beispiel.
Stand: 08.12.2025
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Für die Einrichtung von Oracle ist es darüber hinaus sinnvoll, mit „systemctl stop firewalld“ und dann mit „systemctl disable firewalld“ die Firewall auf dem Datenbankserver zu beenden. Das verhindert Fehler bei der Einrichtung der Umgebung. In produktiven Umgebungen sollte die Firewall angepasst werden.
Verzeichnisse für Datenbanken einrichten
Anschließend können mehrere Verzeichnisse angelegt werden, in denen die Datenbanken und eventuell Software gespeichert werden kann. Das geht zum Beispiel mit „sudo mkdir -p /oracle/dbhome“ und „sudo mkdir -p“ „oracle/oradata“. Anschließend werden die Berechtigungen für die beiden Verzeichnisse angepasst:
Mit einem Wechsel in das Verzeichnis lässt sich anschließend überprüfen, ob die Rechte für den Benutzer „oracle“ richtig eingetragen sind. Das geht in diesem Beispiel mit:
cd /oraclels -ls
Danach erfolgen die Abmeldung des aktuellen Benutzers und die Anmeldung mit angelegten Benutzer „oracle“. Nach der Anmeldung sollte dieser ohne Probleme auf das neue Verzeichnis und die beiden neuen Unterverzeichnisse zugreifen dürfen.
Für die Installation der Datenbank steht bei Oracle im unteren Bereich bei „Oracle Database 21c (21.3) for Linux x86-64“ eine ZIP-Datei bereit, zum Beispiel „LINUX.X64_213000_db_home.zip“. Diese wird in das Verzeichnis heruntergeladen, indem sich auch das Verzeichnis „oradata“ befindet.
Hier werden sinnvollerweise alle Tools und Programme gesammelt, die für die Installation notwendig sind. Für den Download ist ein kostenloses Konto bei Oracle notwendig. Nach dem Herunterladen wird die Datei in dem Verzeichnis extrahiert:
unzip -oq LINUX.X64_213000_db_home.zip
Im Anschluss erfolgt der Start der Installation mit „./runInstaller“. Danach starten die eigentliche Installation der Datenbank und deren Einrichtung. Auf der Seite „Systemklasse“ erfolgt die Auswahl von „Serverklasse“. Daraufhin wählt man „Enterprise“ und danach die Verzeichnisse für Oracle selbst sowie das Inventory. Hier können in den meisten Fällen die Standardoptionen übernommen werden. Selbiges gilt für die Identifier für den Zugriff.
Auf der Seite zum Verwalten des Arbeitsspeichers kann entweder eine feste Menge an Speicher zugewiesen werden, oder es kommt die Option „Automatic Memory Management aktivieren“ zum Einsatz. Bei „Schemakennwörter“ kann die Option „Dasselbe Kennwort für alle Accounts verwenden“ gesetzt werden. Wenn alle Optionen ausgewählt sind, prüft der Assistent, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind. Danach erfolgt eine Zusammenfassung und mit „Installieren“ beginnt der eigentliche Vorgang.
Im Rahmen der Installation müssen noch mehrere Skripte ausgeführt werden. Diese blendet der Installationsassistent im Fenster ein. Im Rahmen der Konfiguration der Installation ist es möglich, bei „Root-Skriptausführung“ festzulegen, dass der Installationsassistent die Skripte selbst ausführt. In diesem Fall muss aber das Kennwort des Root-Benutzers angegeben werden. Am Ende der Installation blendet der Installationsassistent noch die URL zum lokal installierten Oracle Enterprise Manager ein.
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