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Neue Bedingungen für ein erfolgreiches Open-Source-Produkt

Oracle plus NoSQL: Keine Zukunft für die MySQL-Datenbank?

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Der Hype um NoSQL

Just zu dieser Zeit unglücklicher Oracle-Manöver kam in der Datenbankwelt ein neuer Hype auf: NoSQL, die Kampfansage hätte buchstäblich nicht deutlicher sein können. Das hat Oracle in eine Zwickmühle gebracht. Die MySQL-Datenbank-Entwickler hatten 2005, also noch zu Zeiten von MySQL AB, ihrer Datenbank mit der Version 5.0 Features wie Stored Procedures, Triggers und Views hinzugefügt. Damit hatten sie neue professionelle Anwendungsmöglichkeiten erschlossen, die Unternehmen benötigen, und die MySQL-Datenbank aus dem Nischendasein herausgeholt.

Die Entwicklertruppe gab sich zwar schmallippig, aber es war nicht zu übersehen, dass sie als nächstes versuchen würde, in die Liga von Oracle und IBM DB2 vorzustoßen. Das durfte Oracle, seit Januar 2010 Herr im Hause, natürlich nicht zulassen. SkySQL sollte nicht mehr werden als der Einstieg in die große Welt der hauseigenen Datenbank. Andererseits galt es, dem NoSQL-Hype doch etwas entgegenzusetzen, damit die „kleine“ Datenbank nicht unter die Räder kommen würde.

Die NoSQL-Datenbanken sprengen das im Prinzip zweidimensionale Tabellenschema ihrer Vorgänger. Sie eignen sich besonders für gewisse datenintensive Applikationen, also große Volumina, wie beispielsweise Streaming Media. Das wäre etwa eine dreidimensionale bewegte CAD-Konstruktion mit allen denkbaren Lichteffekten sowie Musik-Background, wie sie in der KFZ-Werbung üblich ist. Üblicherweise sind solche Datenvolumen auf mehrere Datenbank-Server verteilt. Da geht es um weit mehr als einfache Replikation, die die MySQL-Datenbank schon lange unterstützt.

Aber Oracle war nicht untätig, einen entscheidenden Aspekt voranzutreiben, nämlich die NoSQL-typische Verteilung der Daten und damit eine Umgehung der zweidimensionalen Beschränkung des klassischen SQL-Konzepts. „Es ist keineswegs so, dass Oracle nichts für die MySQL-Datenbank tun würde“, kommentiert Kaj Arnö, Executive Vice President Products bei SkySQL. „Seit der Version 5.6 kann man sehen, dass sie die NoSQL-Herausforderung annehmen und gezielt die Entwicklung vorantreiben, beispielsweise in Richtung verteilter Datenbanken.“

Es gibt weitere gute Argumente für relationale Datenbanken der MySQL-Klasse. Die Abfragesprache SQL ist Standard. Jeder Datenbankkenner weiß damit bestens umzugehen, während es für NoSQL keinen Standard gibt. Hier sind manche Instruktionen die gleichen, aber längst nicht alle – vor dem Fortschritt kommt also Fortbildung.

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