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Migration bestehender Informationen auf NoSQL-Datensilos
Das gilt erst recht für eine Migration der bestehenden Informationen auf NoSQL-Datensilos. Da sollte man schon sehr genau wissen, auf was man sich einlässt, welche Bedingungen man erfüllen muss. Das betrifft insbesondere die Anforderungen der auf die Daten zugreifenden Applikationen. „NoSQL ist eine tolle Sache, wenn man Dinge erreichen will, die mit der MySQL-Datenbank nicht so einfach zu machen sind“, erklärt Arnö. „Aber man muss spezialisiert sein, genau wissen, welcher Art diese Bedingungen sind, wie man sie für die vorgesehenen Anwendungen erfüllen kann.“
Wahre Datenbank-Spezialisten beschäftigen sich nicht mit ausgefeilten Verknüpfungen oder Abfragen, sondern mit der Performance-Optimierung. Und die geschieht auf der Basis-Ebene der Datenbank-Engines. In den 90er Jahren war ISAM ein Quasi-Standard. Inzwischen benutzen drei Viertel der MySQL-Datenbank-Anwender InnoDB, deren Fähigkeiten in Sachen Commit, Rollback und Transaktionen allgemein weit überlegen sind. Genau diese Datenbank-Engine hat Oracle 2005 mit der gleichnamigen Firma aufgekauft, und es stand zunächst zu befürchten, dass dies das Ende von MySQL sein würde. Nun aber gehört das auch zu Oracle. Gleichwohl bietet Monty Program für MariaDB einen InnoDB-Fork namens „Xtra“ an.
Die Datenbank-Engines sind die entscheidende Ebene, auf der Spezialisten ihre Datenbanken den Anforderungen entsprechend anpassen. Hier haben die Anwender eine Menge Wissen, das in Sachen NoSQL-Datenbanken noch nicht weit verbreitet ist.
SkySQL-Manager Arnö gibt allerdings eines zu bedenken: „Sehr viele Anwender brauchen für die meisten ihrer Applikationen schlichtweg keine NoSQL-Features. Sie können sehr gut mit der MySQL-Datenbank leben. Das ist wie mit den Sprachen: Man muss nicht unbedingt Chinesisch sprechen, um in China Business zu machen.“
So überraschen auch derzeitige Berichte nicht, die schildern, wie NoSQL-User, die sich eigentlich von der MySQL-Datenbank abgewandt hatten, nun den Weg zum Mutterschiff zurück gehen. Die „neue“ Technologie war dann doch noch nicht ganz zuverlässig genug. So berichtet „itworld.com“, dass Sauce Labs von der NoSQL-Datenbank CouchDB auf MySQL zurück migrierte, zwei Jahre nach dem Umzug in die andere Richtung.
Man kann in Sachen MySQL mit einem berühmten Bonmot von Mark Twain ein Fazit ziehen: „Gerüchte über meinen Tod sind stark übertrieben.“
Der Autor
Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in München.
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