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3D-Modelle von Urzeitlebewesen und LIGA
Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die sogenannte Phasenkontrast-Mikrotomografie. Mit diesem Verfahren können Paläontologen beispielsweise Bernsteinproben zerstörungsfrei untersuchen und dreidimensionale Modelle von Urzeitlebewesen erstellen, die gerade einmal 250 Mikrometer klein sind.
Doch die Synchrotronstrahlung bietet noch weitere Einsatzgebiete, die über eine reine Analyse hinausgehen: Der ALBA-Teilchenbeschleuniger ist auch für das LIGA-Verfahren ausgelegt. LIGA steht für die Prozessschritte „Lithografie, Galvanik und Abformung“ und erlaubt mithilfe von harten Röntgenstrahlen eine hochpräzise Fertigung von Bauteilen im Mikrometerbereich.
Hohe Anforderungen an das Speichersystem und die Archivumgebung
Bei der Analyse mit Synchrotronstrahlung fallen wertvolle Daten an, die für eine spätere Auswertung sicher gespeichert und archiviert werden müssen. Ähnlich wie beim CERN produzieren die Detektoren dabei in kürzester Zeit große Datenmengen. Bei der öffentlichen Ausschreibung hatte das IT-Team daher klare Anforderungen. „Wir gehen davon aus, dass die Detektoren von vier der insgesamt sieben Beamlines Datenraten von 300 Megabyte pro Sekunde aufweisen werden. Die übrigen drei werden wohl nur zehn Prozent davon produzieren“, erklärt Antoni Pérez i Font, zuständig für die Speicherinfrastruktur beim ALBA-Synchrotron. „In naher Zukunft ist damit zu rechnen, dass neue Detektoren sogar noch höhere Datenraten aufweisen werden.”
Lokaler Speicher ist bei den Beamlines nicht vorgesehen – nicht zuletzt durch die erhöhte Strahlung, die dort auftreten kann. Vielmehr sollen die Daten über OM3-Glasfaserkabel in das zentrale Rechenzentrum der Einrichtung übertragen werden.
Pérez i Font und sein Team haben für das Speichersystem folgende Minimalanforderungen definiert:
- 250 Terabyte Netto-Speicherkapazität auf redundant ausgelegten RAID-Arrays,
- 600 Terabyte auf einer physischen oder virtuellen Bandspeicherbibliothek,
- integrierte Verwaltungssoftware für das Gesamtsystem und eine
- Unterstützung für NFS v3 und CIFS.
Das Disk-Speichersystem sollte dabei mindestens eine Dual Parity oder besser bieten. Zudem sollten die Systemkomponenten redundant ausgelegt sein. Von den Bietern wurden echte Performance-Testergebnisse angefordert.
Auch beim Backup und bei der Archivierung hatte das IT-Team klare Vorstellungen: Die Backup-Anwendung sollte in der Lage sein, nicht nur die komplette ALBA-Speicherinfrastruktur zu sichern, sondern auch einige ausgewählte Clients. Da viele externe Kunden auf die Daten zugreifen werden, sollte das Backup System zudem ein einfaches Interface aufweisen, sodass Anwender komfortabel navigieren können.
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