Der Cloud-Storage-Provider Wasabi hat seine Partnerschaft mit dem deutschen Systemintegrator Cancom vertieft, um den Wünschen seiner Kunden entgegenzukommen. Wasabi gibt an, dass seine Storage-Preise um bis zu 80 Prozent günstiger sind als die der Hyperscaler. Storage-Insider hat mit Wasabi und Cancom gesprochen.
Wasabi verspricht seinen Kunden günstigere und transparentere Cloud-Preise.
(Bild: siriwat - stock.adobe.com)
Wasabi Technologies hat im März einen „Global Cloud Storage Index“ veröffentlicht. Demnach gaben 52 Prozent der befragten Unternehmen in der EMEA-Region an, ihr Budget für Public-Cloud-Storage im letzten Jahr überzogen zu haben. Die Hauptgründe für Budgetüberschreitungen in EMEA sind eine höhere Speichernutzung als erwartet (39 Prozent), höhere Gebühren für den Datenbetrieb als vorausgesagt (37 Prozent), zusätzliche Migration von Anwendungen in die Cloud (37 Prozent), gestiegene Listenpreise für Speicherplatz (37 Prozent), höhere Gebühren für den Datenabruf (35 Prozent), API-Aufrufe (31 Prozent), Egress-Gebühren (26 Prozent) und Datenlöschungen (26 Prozent).
Insgesamt geben die Befragten in der EMEA-Region an, dass im Durchschnitt 48 Prozent ihrer Rechnung für Cloud-Speicher auf Gebühren und 51 Prozent auf Speicherkapazität entfielen. Die Niederlande gaben mit 51 Prozent den höchsten Anteil für Gebühren aus, Großbritannien mit 45 Prozent den niedrigsten.
Painpoints der Kunden
Daniel Arabié, als Country Manager Wasabi verantwortlich für die DACH-Region und Osteuropa, erklärt diese „Painpoints“: „Der wichtigste Punkt sind – neben den allgemeinen Gebühren – die Egress-Kosten, also die Gebühren, die beim simplen Abrufen und Downloaden von Daten anfallen. Der zweite große Punkt sind die Gebühren für API-Aufrufe. Das ist eigentlich der größte Ungewissheitsfaktor beim Mitbewerber, weil der Kunde nie sagen kann, wie sich die Rechnung am Monatsende zusammensetzt. Beide Funktionen sind bei Wasabi kostenlos. Bei den allgemeinen Gebühren fällt bei Wasabi nur eine Flatrate von 6,99 Euro pro Terabyte pro Monat an.“
Wer mehr brauche, der könne die anfallenden Gebühren mit Hilfe eines Kostenrechners herausfinden. „Wir sind daher im Schnitt etwa 80 Prozent günstiger als unsere Mitbewerber bei den Hyperscalern. Von unseren 13 Rechenzentren stehen vier in Europa, davon eines in Frankfurt am Main“, erläutert Arabié. „Wir betreuen ungefähr 14.000 Partner weltweit.“
Ein zweiter wichtiger Punkt sei das Thema Performance: „Wir bieten unseren Kunden einen Direct Connect an, über 1 und 10 GB/s.“ Notwendig ist dieser Service meist dann, wenn ein User dringend Daten aus Microsoft 365 benötigt. Für den deutschen Markt sei die Konformität mit der DSGVO dringend erforderlich. „Wir haben zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die Daten unserer Nutzer“, versichert Arabié. „Nicht nur, dass Daten schon verschlüsselt bei uns ins Rechenzentrum reinkommen – wir versehen diese zusätzlich mit einem 256-Bit-Schlüssel.“
Zu guter Letzt nennt der Country Manager DACH die Hochverfügbarkeit dieser Kundendaten: „Wir garantieren eine Verfügbarkeit von elf Neunen hinter dem Komma, das der 99 folgt. Das bedeutet im Klartext: Wenn Kunden eine Million Objekte bei uns speichern, garantieren wir, dass wir in 10.000 Jahren maximal eine einzelne Datei verlieren.“
Klarheit und Kalkulierbarkeit
Simon Russin ist bei beim Hybrid-IT-Service-Provider und Systemintegrator Cancom verantwortlich für das Thema Cloud-Marketplace, eine zentrale Plattform für Cloud-Services. „Wir beobachten in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme im Bereich Cloud-Storage. Zum einen, weil Cloud-Speicher für gewisse Use Cases deutlich mehr Sinn macht. Ein gutes Beispiel ist hier die Offsite-Auslagerung von Backups – etwa aus einer Tape Library – an eine oder mehrere separate Locations, anstelle der On-Premises-Installation. So ein Rechenzentrum ist wesentlich besser gegen Naturkatastrophen, Hacking oder Einbruch geschützt als etwa ein Serverraum. Auf der anderen Seite benötigen mehr und mehr Unternehmen Backups von Daten, die ohnehin schon in der Cloud sind, wie etwa in Microsoft 365.“
Russin berichtet weiter: „Vor Wasabi war es deutlich komplizierter, Speicher zu nutzen, den Kunden einfach nur haben wollten. Sie mussten tief in die Angebotsstrukturen von AWS oder in Azure eintauchen, was für den ein oder anderen Kunden oftmals einfach zu komplex war.“ Der „Ease of Use“ sei einer der Pluspunkte von Wasabi. Bei Wasabi hingegen herrsche bei den Preisen und Services Klarheit und Kalkulierbarkeit. „Der Monatspreis beträgt 6,99 Euro pro Terabyte. Der Kunde bekommt dafür jedoch zusätzlich einen deutschsprachigen Support. Das heißt, wir haben Ansprechpartner, die Kunden auch bei Rückfragen kompetent auf einem muttersprachlichen Niveau unterstützen.“
Stand: 08.12.2025
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„Neben dem First-Level-Support ist auch ein Monitoring-Service mit dabei“, ergänzt Arabié. „Wir bieten ja eine Plattform, über die wir wirklich auch den Managed Service anbieten können.“ Das Monitoring erlaube es, dem Kunden beispielsweise mitzuteilen, wann er an die Grenze seines gebuchten Speicherplatzes gerate. „Wir machen unseren Kunden auch den Ausstieg aus unserem Service-Angebot so einfach wie nur möglich“, fügt Arabié hinzu. „Denn dieses verkomplizierte Rein und Raus der Daten ist lästig. Diesbezüglich bieten wir unseren Kunden einen verlässlichen Ansatz, mit uns zusammenzuarbeiten.“
Schutz vor Ransomware-Attacken
Weil Ransomware-Attacken eine mittlerweile omnipräsente Gefahr darstellen, hat Wasabi auch dagegen Vorkehrungen getroffen. Wie Arabié erläutert, biete Wasabi seinen Kunden die Möglichkeit an, Daten unveränderbar zu machen. Die Immutable-Option entspreche der S3-Funktion „Object Lock“ und lasse sich hinsichtlich der Gültigkeit ihrer Dauer einstellen. Das S3-Protokoll sei der Standard, unter dem Daten bei Wasabi abgelegt würden. „Wir haben einen entsprechenden Technologiepartner, wir arbeiten aber auch mit Acronis, Veeam, HYCU, Veritas, Rubrik und Commvault zusammen.“
Die Rolle der Partner
„Unser Zielmarkt ist der Mittelstand, aber wir haben auch viele Kunden im Enterprise-Segment, in allen Branchen – bis hin zum Public Sector“, erklärt Russin. „Wir haben sehr viele Education-Kunden auf unserem Cancom Cloud Marketplace. Zu unseren Kunden zählen aber auch Bundesbehörden und Ministerien bis hin zur Europäischen Union. Wir decken also ein wirklich breites Spektrum ab. Es sind etwa 7.000 Kundenorganisationen nur auf dem Cloud Marketplace.“
Wasabi bietet laut Arabié vor allem seinen Managed-Services-Providern eine Plattform, die sich „Wasabi Account Control“ nennt: „Das ist eine multimandantenfähige Plattform, über die ein Partner mandantenfähig Storage anbieten kann.“
Kunden könnten sich das wie folgt vorstellen: „Bildlich gesprochen, befülle ich als Partner den Marketplace oben mit Storage-Services und lasse sie unten von meinen Kunden konsumieren. Wasabi hat bei Cancom im Endeffekt eine einheitliche Plattform. Wir haben diesen Vorgang noch optimiert, indem wir unter anderem auch API-Schnittstellen für Lesen und Schreiben anbieten, worüber sich dann Abläufe automatisieren lassen. Damit bieten wir unseren Partnern eine sehr gute Möglichkeit, nicht nur zu starten und zu verwalten, sondern auch zu skalieren – und infolgedessen wirklich gute Umsätze zu erzielen.“
„Hyper-Automation ist für Cancom ein ganz wichtiges Thema“, sagt Russin. „Diese API-basierte Integration vom Cancom Cloud Marketplace in Richtung Wasabi ist essenziell. Ohne sie hätten wir nicht diesen Erfolg.“ Das habe auch für die Kunden entsprechende Vorteile. „Wenn ein Kunde beispielsweise sonntagnachmittags Cloud-Speicher von Wasabi über uns kaufen möchte, kann er sich jederzeit registrieren. Er kann Speicher auf dem Cloud Marketplace buchen und verfügt noch am selben Sonntagnachmittag über seine gewünschte Anzahl an Speicherkapazität. Dieser Vorgang ist hundertprozentig, bis hin zum Fulfillment, automatisiert.“ Das funktioniere auch mit vielen begleitenden Services wie etwa Microsoft 365, hoch automatisiert von einem schon bereits etablierten und gelisteten Lieferanten.
Die Bedeutung des Marketplace
Cancom verspricht auf seinem Marketplace Transparenz, Compliance und Verfügbarkeit. Aber wie ist es wirklich um die Verfügbarkeit bestellt, wenn der Kunde sich ein Wunschpaket zusammenstellt, das Wasabi und andere Partnerlösungen umfasst, zum Beispiel Acronis?
„Hierzu gibt es im Prinzip zwei Ansätze“, erklärt Russin. „Das eine ist ein Reselling. Das läuft im weitesten Sinne über den Cloud Marketplace. Das bedeutet, dass der Kunde sich das Angebot ordert und sich ein individualisiertes Paket zusammenstellt; das kann beispielsweise ein Acronis sein und ein Backup-Service von Wasabi. Das sind zwei Services, die der Kunde kauft und dann sofort nutzen kann.“
Doch es gibt einen weiteren Aspekt: „Das andere sind die Cancom-eigenen Services, Managed Services, bei denen wir neue Pakete bauen“, so Russin. Das ist dann zum Beispiel eine Backup-Lösung oder ein Storage-Service wie Wasabi dabei. Der Kunde habe im Prinzip das „Rundumsorgelospaket“ als fertiges Produkt.
Mit seinem Marketplace-Modell tritt Cancom in einen Wettbewerb mit den Marketplaces anderer Anbieter. Russin entgegnet: „Auf den ersten Blick ist für uns beispielsweise der AWS Marketplace theoretischer Wettbewerb. In der Praxis ist unser Marketplace jedoch dadurch erweitert: Wir haben eine Integration in AWS und Co. – das heißt, Kunden können alles aus dem AWS Marketplace auch über den Cancom Marketplace kaufen.“
Diese Integration nennt Cancom „Hyper Marketplace Syndication“, mit einer Reihe von Vorteilen für die Kunden im Vergleich zum AWS Marketplace: Direkt wie im Cancom Cloud Marketplace aus Deutschland komme die Rechnung in Euro, es erfolge deutschsprachiger Support und so weiter. „Wir sehen dies als eine Erweiterung unseres Angebots, mit den entsprechenden Vorteilen für die Kunden“, erläutert Russin. „Wir sehen das weniger als Wettbewerb, denn wir sind der Meinung, dass es entscheidend für die Kunden ist, ein möglichst großes Portfolio an relevanten Anbietern auf einem Marketplace zu finden.“
Ausblick
„Wir sind jetzt so weit, noch in diesem Jahr [2024] so richtig an den Markt zu gehen“, erklärt Arabié. „Von unserer Warte aus können wir sagen, dass wir sinnbildlich den einen Hafen verlassen, um in den nächsten zu gelangen. Für dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, in den Bereich Commercial und in den Mittelstand vorzustoßen. Das ist ein ganz klarer Fokus von uns, und Cancom ist ein exzellenter Partner an unserer Seite für diese Reise.“
Arabié weiter: „Nächstes Jahr wollen wir dann in den Enterprise-Bereich vordringen. Zudem trauen wir uns, gemeinsam mit Cancom, auch langsam an den Vertical-Markt heran. Wenn ich das so sagen darf, könnte es nicht besser laufen in Bezug auf unsere Partnerschaft – sowohl auf der vertrieblichen als auch auf der technischen Ebene.“
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Datenmigration – so funktioniert der Storage-Umzug
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Im Zuge der Digitalisierung ändern sich die Anforderungen an Storage-Systeme. Sie müssen leistungsfähiger, skalierbarer und insgesamt flexibler sein. Unternehmen führen neue Systeme wie etwa All-Flash-Arrays ein, verlagern Dienstleistungen der IT-Abteilung in die Public- oder Hybrid-Cloud, ziehen sogar das Rechenzentrum um und erkennen möglicherweise die Chance oder die Notwendigkeit, IT-Services und Storage-Infrastruktur zu konsolidieren.