Mobile-Menu

Strategiewechsel bei Pure Storage Pure Storage: vom Speicher zum strategischen Daten-Backbone

Von Paula Breukel 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Nicht mehr Speicher verwalten, sondern Daten: Pure Storage will Infrastruktur neu denken. Auf der Accelerate 2025 in Las Vegas wurde deutlich, wie ernst der Anbieter seine Transformation zur „Enterprise Data Cloud“ nimmt.

Pure Storage will kein klassischer Speicheranbieter mehr sein. Die Vision: eine Plattform, die Daten, nicht Systeme, orchestriert. Und das laut Anbieter souverän, KI-ready und automatisiert.(Bild: ©  Starmarpro - stock.adobe.com)
Pure Storage will kein klassischer Speicheranbieter mehr sein. Die Vision: eine Plattform, die Daten, nicht Systeme, orchestriert. Und das laut Anbieter souverän, KI-ready und automatisiert.
(Bild: © Starmarpro - stock.adobe.com)

Ein schnellerer Controller, mehr Kapazität pro Rackeinheit – darum ging es auf der Pure//Accelerate 2025 nur am Rande. Wer genauer hinhörte, bekam vielmehr eine strategische Ansage zu hören: Pure Storage will nicht länger als Storage-Anbieter wahrgenommen werden. Sondern als Anbieter eines Daten-Backbones für Unternehmen.

Wir sind Anbieter einer Datenspeicherplattform. Was wir machen, geht weit über Speicher hinaus.

Charles Giancarlo, CEO

Die zentrale Botschaft auf der Bühne in Las Vegas war damit nicht ein neues Produkt, sondern ein neues Selbstverständnis.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Daten als Infrastruktur

Im Zentrum steht die „Enterprise Data Cloud“ – eine virtuelle Steuerungsebene über sämtliche Speicherorte hinweg. Sie soll aus fragmentierten Storage-Umgebungen eine einheitlich orchestrierte Datenplattform machen, und zwar mit voller Transparenz, Governance, Logging und Lifecycle-Management.

Rob Lee, CTO von Pure Storage, erläuterte: „Das Problem ist nicht der GPU-Bedarf, sondern dass die Kunden nicht wissen, wo ihre Daten sind.“ Nicht die fehlende Rechenleistung, sondern die mangelhafte Klarheit der Datenstruktur beschreibt Pure als die eigentliche Hürde auf dem Weg zu KI-gestützten Geschäftsmodellen.

„Pure Fusion“: die neue Steuerzentrale

Pure Fusion ist dabei nicht mehr nur ein Management-Tool, sondern wird zur aktiven Orchestrierungsinstanz: Workloads verschieben, Richtlinien anwenden, Auslastung optimieren – bis hin zur autonomen Speicherinfrastruktur. Charles Giancarlo erklärte: „Wenn man über IT-Automatisierung spricht, darf man Speicher nicht als Sonderfall behandeln. Er muss Teil der Policy-basierten Gesamtsteuerung werden.“

John „Coz“ Colgrove, Mitgründer und Visionär, formuliert es so: „Flash wird alles verdrängen – aber entscheidend ist, was wir darüber hinaus mit Daten tun können.“ Es gehe also nicht mehr darum, Speicher effizient zu machen, sondern darum, ihn in eine Plattform zu verwandeln, die Daten auffindbar, verwertbar und sicher macht – mit Logging, Recovery-Optionen und KI-Vorbereitung.

Pure Storage als Grundlage für KI und Datensouveränität

Dass die strategische Neuausrichtung von Pure Storage nicht nur Theorie ist, zeigte das „Voice of Customer and Partner“-Panel der Accelerate. Besonders klar äußerte sich Tony Paikeday, der Senior Director of Product Marketing, Artificial Intelligence Systems bei Nvidia: „Die Kunden müssen wir nicht mehr überzeugen.“ Doch was sie mitbrächten, sei eine neue Erwartungshaltung: Infrastruktur müsse skalierbar, KI-fähig und vor allem einfach sein. Die Zeit der komplexen Speziallösungen sei vorbei.

Das  „Voice of Costumer and Partner Panel“ moderierte Patrick Smith (Field CTO für EMEA). Befragt wurden (v. l.) Tony Paikeday (Nvidia), Wojciech Stramski (Beyond.pl) und Rolf Krolke (The Access Group).(Bild:  Paula Breukel)
Das „Voice of Costumer and Partner Panel“ moderierte Patrick Smith (Field CTO für EMEA). Befragt wurden (v. l.) Tony Paikeday (Nvidia), Wojciech Stramski (Beyond.pl) und Rolf Krolke (The Access Group).
(Bild: Paula Breukel)

Wojciech Stramski, CEO von beyond.pl, bestätigte diese Entwicklung aus Perspektive eines europäischen Infrastrukturbetreibers: Die Nachfrage nach KI-Plattformen in Zentraleuropa wachse massiv. Das hänge auch mit erhöhten Anforderungen an Datenschutz und regulatorischer Souveränität zusammen. Beyond.pl adressiert genau diesen Bedarf mit eigenen Tier-4-Rechenzentren und einer Kombination aus Nvidia-GPUs und Pure-Storage-Infrastruktur. Warum Pure? Aus Sicht Stramskis ist es die Kombination aus technischer Leistungsfähigkeit, Multi-Tenancy-Fähigkeit und niedrigen Betriebskosten, die im Enterprise-Umfeld zählt.

Viele Kunden steigen bewusst aus den Hyperscaler-Umgebungen aus – wegen Datenschutz, Governance und Kostenkontrolle.

Wojciech Stramski, CEO beyond.pl

Gerade weil KI heute nicht mehr in akademischen Labs entsteht, sondern mitten in produktiven Prozessen läuft, ist laut Paikeday von Nvidia „die Plattform im Zentrum wichtiger denn je“.

Snapshots stellen teils eine Schwachstelle dar

In der Diskussion um Datensicherheit legt Pure einen Fokus auf verwaiste Datenkopien und Schatten-Snapshots. Diese könnten bei Angriffen zum Einfallstor werden. Die Antwort: ein zentraler Snapshot-Katalog, der Versionen, Kopien und Richtlinien erfasst und automatisiert verwaltet. Dies soll ein echter Fortschritt für Compliance, Backup-Sicherheit und Lifecycle-Management sein, so der Anbieter.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Pure Storage nutzte seine Hausmesse, um sich programmatisch neu zu positionieren. Die Aussagen der Führungsspitze lassen wenig Interpretationsspielraum: Die Zukunft liegt laut Pure Storage nicht im optimierten Speichersystem, sondern in einem datenzentrierten Infrastrukturmodell, und das als logische Weiterentwicklung aus Hyperscaler-Architekturen.

(ID:50460995)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Data-Storage und -Management

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung