Die Arbeit mit sensiblen Daten wird immer komplexer: Datenmengen und -quellen nehmen stetig zu, und Informationen verteilen sich an immer mehr Orten, wo sie verarbeitet, gespeichert und genutzt werden. Unternehmen stehen somit in der Verantwortung, sie umfassend zu schützen.
So können Unternehmen sich und ihre Prozesse anpassen, um ein hohes Datenschutzniveau zu erreichen.
(Bild: Stockwerk-Fotodesign - stock.adobe.com)
Wenn es um die Anzahl an Datenpannen und DSGVO-Verstößen geht, macht Deutschland das Rennen: 2022 wurden 29.795 Sicherheitsvorfälle von deutschen Unternehmen gemeldet – EU-weit waren es insgesamt 109.000 Vorfälle. Dass damit eine riesige Bußgeldsumme zustande kommt, überrascht niemanden.
Diese Zahl steht im deutlichen Gegensatz zu den Verbrauchererwartungen: Eine OpenText-Studie zeigt, dass für die Mehrheit das Thema Datenschutz mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Insgesamt sorgen sich mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Bundesbürger darum, wie ihre persönlichen Daten in der post-pandemischen Welt verwaltet und geschützt werden. Sie erwarten, dass Unternehmen gewissenhaft mit ihren Daten umgehen, die sie mit ihnen teilen. Verbraucher möchten wissen, wofür ihre Daten genutzt und wo sie gespeichert und verarbeitet werden.
Außerdem wollen sie darüber informiert werden, wenn es zu einem Sicherheitsvorfall kommt und was das für die Integrität ihrer Informationen bedeutet. Die Weitergabe oder fehlender Schutz persönlicher Daten wären für 33 beziehungsweise 32 Prozent der befragten Verbraucher sogar Gründe, die Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen gänzlich zu beenden.
Vertrauen ist in der Geschäftswelt eine wichtige Währung. Geht es erst einmal verloren, müssen Unternehmen schwere Geschütze auffahren, um es sich zurückzuverdienen. Es kommt nicht selten vor, dass sich Kunden und Partner von einem Unternehmen abwenden, wenn sich herausstellt, dass ihre Daten nicht ausreichend geschützt sind.
Datenschutz hat hohe Priorität
Die oben genannten Faktoren machen deutlich, dass Unternehmen das Thema Datenschutz und Privatsphäre proaktiv angehen und die effektivsten Maßnahmen ergreifen müssen, um ihre Kunden zu schützen. Dabei erweisen sich die folgenden Best Practices als besonders hilfreich:
1. Informationsmanagement als Herzstück der Datenschutzstrategie
Nicht vernetzte Systeme verursachen Silos, die wiederum die Zusammenarbeit in einem Unternehmen einschränken und ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Ein effizientes Informationsmanagement hilft dabei, diese Silos einzureißen. Das funktioniert am besten über eine Content-Services-Plattform. Sie verbindet sämtliche Systeme miteinander und vereinheitlicht dadurch die Information Governance. Basierend auf Datenschutzrichtlinien, erhalten Mitarbeiter Zugang zu jenen Informationen, die für ihren Arbeitsbereich relevant sind.
Information-Governance-Lösungen zeigen auf, wie Mitarbeiter mit sensiblen Daten umgehen und wie sie sich durch das Unternehmen bewegen – von ihrer Erhebung bis hin zur Archivierung und Löschung. Durch solch einen integrierten, datenzentrierten Ansatz können Unternehmen nicht nur das Risiko minimieren, sondern auch einer immer komplexer werdenden Regulierungslandschaft begegnen. Damit sind sie in Sachen Datenschutzmanagement auf der sicheren Seite – einschließlich Data Discovery, Vorratsdatenspeicherung sowie der Betroffenenrechte gemäß DSGVO.
2. Künstliche Intelligenz sorgt für Ordnung
Viele Unternehmen sitzen auf einem Datenberg, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat. Oftmals fehlen ihnen die Ressourcen, mit denen sie diese Mengen eingehend analysieren und klassifizieren können. Die Folge: Sie wissen nicht, welche Inhalte, Mehrwerte und Risiken sich hier verbergen. KI-basierte Data-Discovery-Lösungen scannen diese Daten, um unter anderem persönliche und sensible Daten ausfindig zu machen. Im Zuge dessen schätzen sie, wie hoch das Risiko für diese Daten ist, damit Unternehmen entsprechende Sicherheits- und Compliance-Maßnahmen ergreifen können. Automatisierte Richtlinien erweisen sich vor allem bei immer wiederkehrenden Mustern als praktisch.
3. Mit Datenminimierung den Anforderungen an die Datenhoheit entsprechen
Unternehmen ist es aufgrund etwaiger Datenschutzgesetze nicht erlaubt, so viele Kundendaten zu sammeln, wie sie möchten. Ganz im Sinne der Datenminimierung müssen sie die Datenverarbeitung und -aufbewahrung auf jene Inhalte beschränken, die für bestimmte Zwecke notwendig sind. Jedoch nehmen Volumen und Komplexität von Daten immer weiter zu, was dieses Vorhaben erschwert. Auch hier bietet sich eine Information-Governance-Lösung an. Mit ihr behalten Unternehmen sämtliche Daten stets im Auge: wo sie aufbewahrt werden, welchen Kategorien sie entsprechen oder wann es Zeit ist, sie zu löschen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Sobald eine Person von ihren Betroffenenrechten Gebrauch machen möchte und zum Beispiel einen Antrag auf Datenlöschung stellt, führen viele Unternehmen diese Prozesse weiterhin händisch durch. Das kann schnell zum Problem werden – vor allem, wenn sie vorgegebene Fristen nicht einhalten können. Mithilfe von Datenschutzmanagementlösungen können Unternehmen Abläufe wie die Verarbeitung solcher Anfragen bis hin zur fristgerechten Umsetzung automatisieren.
Die dynamische Cyber-Bedrohungslandschaft sowie die steigende Anzahl von Ransomware-Angriffen machen den Einsatz von Technologien dringend notwendig, die sämtliche Informationen umfassend schützen. Jedoch reichen Cyber-Security- und Network-Protection-Lösungen allein nicht aus. Manchmal reicht der Klick auf einen Link in einer E-Mail aus, um einen großangelegten Sicherheitsvorfall auszulösen. Vielmehr sollte der Fokus auf einer soliden Cyber-Resilienz-Strategie liegen. Darunter fällt nicht nur der Schutz von Netzwerk, Endpunkten und Nutzern, sondern auch die Wiederherstellung von Systemen und Daten. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Cyber-Resilienz sind regelmäßige Schulungen, in denen alle Mitarbeiter für potenzielle Risiken sensibilisiert werden.
6. Das Unerwartete erwarten
In den vergangenen Jahren sind allerhand unerwartete Dinge passiert, die zu drastischen Veränderungen geführt haben. Hinzu kommt, dass sowohl die Datenmenge als auch die Anzahl der Datenquellen weiter anwachsen. Dadurch sehen sich sensible Informationen zahlreichen Risiken gegenüber. Viele Länder reagieren darauf mit gesetzlichen Regulierungen, und auch Verbraucher werden sich des Bedarfs besserer Datenschutzpraktiken zunehmend bewusst. Darauf müssen sich auch Unternehmen vorbereiten – und zwar indem sie mit dem Unerwarteten rechnen und bereits heute proaktiv um einen umfassenden Datenschutz kümmern und sich dadurch das Vertrauen ihrer Kunden sichern.
Fazit
Bei einer soliden Datenschutzstrategie handelt es sich um ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren: KI und Automatisierung, Datenminimierung, Cyber-Resilienz sowie das richtige Mindset – und im Zentrum steht ein effektives Informationsmanagement. Unternehmen können nur dann ein hohes Datenschutzniveau erreichen, wenn sie diese Aspekte berücksichtigen. Sowohl Verbraucher als auch ihre Geldbeutel werden es ihnen danken.
Über den Autor: Bernd Hennicke ist Vice President Alliances & Solutions Marketing bei OpenText.