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Big Data Hosting

Service Provider in der Zettabyte-Ära

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Mit steigenden Service-Kosten ist zu rechnen

Es ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren mehr Unternehmen an diese Grenzen stoßen werden – ja, viele werden überhaupt erst noch erkennen, dass der herkömmlichen Datenhaltung und -verarbeitung, etwa mittels relationaler Datenbanken, Grenzen gesetzt sind.

Service Provider müssen für diese wachsenden Anforderungen eine entsprechend leistungsfähige Infrastruktur aufbauen und betreiben. Dies umfasst zunächst quantitativ mehr Systeme, mehr Aufwand für Kühlung und den Ausbau bei der Netzwerktechnik. Was die Hardware anbelangt, so können Provider hier zum Teil mit dem üblichen Preisverfall rechnen, der die Kosten für die nötigen systemtechnischen Erweiterungen wieder begrenzt.

Diesem Preisverfall unterliegen allerdings nicht die zu einem professionellen Hosting-Angebot gehörenden Service-Leistungen. Dennoch können Provider diese Leistungen regelmäßig günstiger erbringen als die Unternehmen selbst, da sie in hohem Maße Skalierungs- und Synergieeffekte nutzen. Dazu kommt, dass sie als Spezialisten über Know-how, Erfahrung und geschultes Personal verfügen; Ressourcen, die sich ein Unternehmen selbst erst mühsam aufbauen müsste.

Intelligente Lösungen

Gerade hier zeigt sich, dass das Hosting von Big Data auch eine qualitative Seite hat. Es geht nicht einfach darum, immer mehr Systeme aufzutürmen, um damit die Datenflut aufzufangen. Gefragt sind vielmehr intelligente Lösungen, die für eine effizientere Nutzung der vorhandenen Technik sorgen, und zwar nicht nur auf System-, sondern auch auf Anwendungsebene.

So lässt sich das Datenaufkommen für gehostete E-Commerce-Lösungen drastisch reduzieren, ohne dass dafür die Leistungen eingeschränkt werden müssten, wenn die Verarbeitung großer Datenmengen bereits in der Architektur und in der Ablauflogik berücksichtigt wird. So nutzen beispielsweise viele Online-Shops hoch auflösende Fotos schon für die Artikelübersicht; man hatte im Lauf der Zeit alte Bilder einfach durch neue ersetzt, der Ablauf wurde aber nicht an die neuen speicherhungrigen Bilder angepasst.

Hier würde es genügen, reduzierte Bilder für die Übersicht einzusetzen und die hoch auflösenden Bilder oder das Video für die vom Kunden tatsächlich angeklickten zu reservieren. Durch diese Optimierung müsste nicht auf die Multimedia-Inhalte verzichtet werden und für den Kunden könnte sogar eine Verbesserung erreicht werden, weil die Wartezeiten für das Nachladen der Bilder wegfallen.

Derartige Optimierungen für gehostete Big-Data-Anwendungen setzen natürlich voraus, dass der Provider nicht nur Hosting-Experte ist und über einen leistungsfähigen Maschinenpark verfügt. Er muss darüber hinaus sehr gut über die Geschäftsprozesse der Unternehmen Bescheid wissen. Auch hier ist zu erkennen, dass sich der Schwerpunkt der Leistungen der Service Provider von der reinen Bereitstellung von Remote nutzbarer Hardware in Richtung eines umfassenden Lösungsangebots verschiebt.

*Diethelm Siebuhr, Geschäftsführer Central Europe bei Easynet Global Services in Hamburg

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