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Daten in virtuellen Umgebungen schützen Sicherung und Wiederherstellung für Multi-Hypervisor-Umgebungen – eine Zukunftsfrage?

Ein Gastbeitrag von Mario Werner*

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Während Container-Technologien und insbesondere Kubernetes gemeinhin in der IT als die Zukunft der Virtualisierung angesehen werden, wächst der traditionelle Hypervisor- oder Virtual-Machine-Markt weiterhin unaufhaltsam. Laut einer aktuellen Maximize Market Research Studie wird der Hypervisor-Markt bis 2027 voraussichtlich einen Wert von 4,45 Milliarden US-Dollar erreichen, was einer CAGR (Compound Annual Growth Rate) von satten 29,78 Prozent gegenüber dem Jahr 2020 entsprechen würde.

In Umgebungen mit mehreren Hypervisoren gilt es sicherzustellen, dass wirklich alle Daten geschützt werden.(Bild:  Connect world - stock.adobe.com)
In Umgebungen mit mehreren Hypervisoren gilt es sicherzustellen, dass wirklich alle Daten geschützt werden.
(Bild: Connect world - stock.adobe.com)

Aber wovon reden wir bei diesem Markt überhaupt? Ein Hypervisor ist eine Computer-Software, die virtuelle Maschinen erstellt und ausführt. Ein Computer, auf dem ein Hypervisor eine oder mehrere virtuelle Maschinen ausführt, wird als Host-Maschine bezeichnet, und jede virtuelle Maschine wird als Gastmaschine bezeichnet. Der Hypervisor stellt dem Gastbetriebssystem eine virtuelle Betriebsplattform zur Verfügung und verwaltet die Ausführung des Gastbetriebssystems.

Da Hardware-Ressourcen, insbesondere RAM, CPU-Leistung, Speicher (HDD), Netzwerkkarten (NIC) und andere Komponenten, immer günstiger werden, ist ein effizienter Zugriff auf diese Ressourcen von entscheidender Bedeutung und wird von spezialisierten Software-Hypervisoren durchgeführt. Es gibt viele verschiedene Hypervisoren, die auf fast allen Plattformen installiert werden – wie Xen, Hyper-V, Oracle VM, VMware, Nutanix AHV oder andere.

Wie schon seit einem Jahrzehnt ist VMware mit einem Marktanteil von 56,8 Prozent weiterhin führend. Dennoch zeichnet sich ein interessanter Trend ab: Immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen lassen die teilweise hohen Kosten, die der Einsatz mit sich bringt, hinter sich und wechseln zu mehreren alternativen offenen Plattformen für virtuelle Maschinen (VM).

Diversifizierung der Hypervisor-Umgebungen mit Datensicherung

Somit arbeiten viele Unternehmen mit virtuellen Umgebungen, die aus mehreren verschiedenen Hypervisor-Plattformen bestehen. Dank der Weiterentwicklung dieser Alternativen ist das möglich. Es gibt viele Gründe für diese Diversifikation mit verschiedenen und offenen Hypervisoren. Zunächst bedeutet es Kostensenkungen, wenn man Arbeitslasten mit geringerer Priorität, wie zum Beispiel Testserver und Sandbox-Umgebungen, auf alternativen und teilweise sogar kostenlosen VM-Optionen hostet. Aber es spielen auch Präferenzen der Entwickler bei der Verwendung von Alternativen wie KVM vs. Red Hat Framework und Linux vs. Windows eine Rolle. Und die Einführung alternativer Hyper-Converged-Computing-Umgebungen ist mit offenen VM-Alternativen auch machbar.

Eine der Schwierigkeiten bei diesen unterschiedlichen Umgebungen besteht darin, sicherzustellen, dass wirklich alle Daten in diesen verschiedenen virtuellen Umgebungen geschützt sind und bei Bedarf schnell wiederhergestellt werden können. Obwohl offene virtuelle Maschinenumgebungen in der Regel über native Snapshot-Funktionen verfügen, mit denen sie lokal wiederhergestellt werden können, sollte man dennoch nicht auf eine robuste, unternehmensweite Backup-Lösung verzichten. Denn nur damit können Backups außerhalb des Unternehmens oder in einem Air-Gapped- beziehungsweise Offline-Speicher wie einem Band- oder Cloud-Objektspeicher gespeichert werden.

Die Speicherung vollständiger Datensicherungen außerhalb des Standorts und auf verschiedenen Medien ist nicht nur aus Gründen der Compliance und Governance erforderlich. Nach einem Ransomware-Angriff müsste man sonst auch noch Lösegeld für die Datenwiederherstellung zahlen – zusätzlich zu allem Ärger.

Allerdings gibt es bei der Frage nach dem Grad der Unterstützung von Unternehmensdatenschutz- und Disaster-Recovery-Lösungen für Multi-Hypervisor- und offene VM-Umgebungen eine Lücke. Während die gängigen Datensicherungslösungen für Unternehmen VMware und Hyper-V vollständig unterstützen, werden einige der erweiterten Wiederherstellungsfunktionen für offene VM-Umgebungen eventuell nur in Teilen unterstützt.

Backup für Multi-Hypervisor-Umgebungen ist kein Hindernis

Beispielsweise kann eine Datensicherungslösung für Unternehmen zwar die Sicherung und Wiederherstellung eines vollständigen Snapshots leisten, nicht aber die Wiederherstellung einzelner Dateien und Ordner. Wenn ein Backup-Administrator eine Anfrage von einem Mitarbeiter erhält, der versehentlich eine wichtige Datei oder einen Ordner gelöscht hat, kann er die einzelne Datei leider nicht direkt wiederherstellen. Stattdessen muss der Administrator den gesamten Snapshot der virtuellen Maschine wiederherstellen und dann herausfinden, wie er die spezifische Datei oder den Ordner finden und an ihrem beziehungsweise seinem ursprünglichen Speicherort wiederherstellen kann, ohne dass die jüngsten Datenänderungen überschrieben werden.

Deshalb gibt es für Umgebungen mit mehreren Hypervisoren spezielle und vollständige Datensicherungslösungen, wie DPX vPlus von Catalogic Software. So eine Lösung sollte im Idealfall alle offenen VM-Umgebungen unterstützen, einschließlich Hypervisoren wie KVM, RHEV/RHV, oVirt, PowerKVM und Proxmox, oder Edge-Computing-Lösungen wie Nutanix und Scale Computing. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass eine Sicherungslösung auch

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inkrementelle Backups bietet, zum Beispiel für Citrix Hypervisor und Nutanix mittels Change Region Tracking (CRT) auf Grundlage der Hypervisor-APIs. Solche inkrementellen Backups für RHV, oVirt und KVM werden über den Export von Snapshot-Ketten durchgeführt. Zusätzlich können Anwender bestimmte VM-Festplatten auch von der Sicherung ausschließen, zum Beispiel Festplatten, die große temporäre Dateien speichern, was je nach Arbeitslast sinnvoll sein kann.

Das ist ebenfalls durchaus mit einfach verständlichem Hypervisor-Snapshot-Management realisierbar und lässt sich mit Citrix Hypervisor, KVM, Nutanix AHV, RedHat Virtualization, Proxmox und Amazon EC2 umsetzen. Praktisch für Anwender ist es, wenn ihre ausgewählte Lösung dann auch Hypervisor-Snapshot-Zeitpläne und Aufbewahrungszeiten selbstständig verwaltet, so dass man eine kurzfristige Schutzoption mit einem längerfristigen Backup kombinieren kann und trotzdem den Überblick behält.

Da immer mehr Unternehmen ihre Hypervisor-Umgebungen diversifizieren und den Sprung auf eine offene VM-Plattform wagen, wird es mittelfristig auch für diese offenen VMs und Cloud-Umgebungen zusätzliche Datensicherungslösungen für Unternehmen geben. Natürlich haben jeder Hypervisor und jede Virtualisierungsplattform ihre Vor- und Nachteile, aber man muss keine Kompromisse bei Compliance, Governance und Ransomware-Wiederherstellung eingehen. In den meisten Fällen ist es nicht eine Frage des Ob, sondern des Wann, wenn Sie Ihre Daten wiederherstellen müssen. Und da wäre es schön, einen Plan und eine automatisierte Lösung auf der Hand zu haben. Denn offen und alternativ heißt nicht unkontrolliert.

Mario Werner, Vertriebsleiter EMEA bei Catalogic Software.(Bild:  Catalogic Software)
Mario Werner, Vertriebsleiter EMEA bei Catalogic Software.
(Bild: Catalogic Software)

* Der Autor: Mario Werner ist Vertriebsleiter EMEA bei Catalogic Software und verfügt über mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Angefangen als Solutions Engineer im Bereich Sun Microsystems, Oracle-Datenbanksysteme und Backup-Lösungen wechselte er vor 18 Jahren in den Vertrieb. Bei Catalogic Software hilft er Kunden bei der Erfüllung ihrer Datenschutz- und Datenmanagement-Anforderungen, einschließlich Backup und Recovery, Disaster Recovery, Ransomware-Schutz, Kubernetes und Cloud-Datenbank-Backup.

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