Der britische Softwarehersteller Cristie Software hat angekündigt, ein automatisches Clean-Room-System für die Datenwiederherstellung und -prüfung anzubieten. Die ersten Backup-Plattformen, die die neue Funktion „Continuous Recovery Assurance“ nutzen könnten, seien die von Rubrik, Cohesity, IBM und Dell.
„Continuous Recovery Assurance“, das neue Leistungsmerkmal von Cristie Software, führt eine vollständige Systemwiederherstellung von Backups in einer Clean-Room-Umgebung aus, sobald ein neues Backup in einem geschützten System festgestellt wird.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Cristie Software verfügt über eine System-Recovery-Software, die Bare-Metal-Recovery (BMR) unterstützt. Innerhalb dieser Lösung bildet „Continuous Recovery Assurance“ (CRA) ein neues Leistungsmerkmal. CRA führt eine vollständige Systemwiederherstellung von Backups in einer Clean-Room-Umgebung aus, sobald ein neues Backup in einem geschützten System festgestellt wird. Derzeit werden die Backup-Systeme von Rubrik, Cohesity, IBM und Dell unterstützt.
Das neue Leistungsmerkmal soll Unternehmen in die Lage versetzen, in einem Clean-Room die Wiederherstellbarkeit von Backups zu überprüfen, ohne dass dabei betriebliche Infrastruktur oder Systeme von Drittanbietern beteiligt wären. Dadurch sollen das Testen bei laufendem Betrieb vereinfacht und die Cyber-Risiken reduziert werden.
Bei Bare-Metal-Recovery oder Bare-Metal-Restore handelt es sich laut Definition „um eine Wiederherstellungsmethode von Computersystemen, bei denen Rechner von null auf auf blanker Hardware aus einer zuvor durchgeführten Sicherung vollständig wiederhergestellt werden. Bare metal steht für ,blankes Metall‘ und soll zum Ausdruck bringen, dass zur Wiederherstellung aus der Datensicherung die reine Hardware ohne jegliche vorinstallierte Software ausreichend ist. Ein Bare-Metal -Restore beinhaltet das Betriebssystem, alle Anwendungen, Daten, Treiber und Konfigurationen.“
CRA mit CoBMR für Cohesity DataProtect
Da sich die Bedrohungslage ständig weiterentwickelt, müssen Unternehmen über einfache Backup- und Recovery-Lösungen hinausgehen. Sie benötigen verifizierbare, proaktive Sicherheit, dass physische und virtuelle Systeme jederzeit und unter allen Bedingungen wiederhergestellt werden können.
Cristie Recovery Assurance steht unter anderem für Cohesity Data Protect zur Verfügung.
(Bild: Cristie Software)
Mit Version 5.2 seiner Cristie Virtual Appliance (VA) hat Cristie Software die Funktion „Continuous Recovery Assurance“ (CRA) eingeführt, um genau das zu gewährleisten. Durch die Integration einer isolierten Clean-Room-Umgebung und automatisierter Wiederherstellungsvalidierung für CoBMR-geschützte Systeme (BMR: Bare-Metal-Recovery) will Cristie die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen gegenüber Ransomware, Datenkorruption und Infrastrukturausfällen stärken.
Cristie VA 5.2: Clean-Room-Integration
Cristie VA 5.2 führt einen dedizierten KVM-Hypervisor ein, der in die virtuelle Appliance integriert ist. Dieser Hypervisor schaffe eine sichere, isolierte Clean-Room-Umgebung, in der wiederhergestellte Systeme ohne Risiko einer Kontamination oder Datenlecks getestet werden könnten.
Die Umgebung werde durch eine interne Firewall geschützt, die sicherstelle, dass kein unautorisierter Datenverkehr in den oder aus dem Clean Room gelange. Dieser interne Clean-Room ermögliche es Organisationen, die Wiederherstellungsbereitschaft zu überprüfen, ohne die Produktionsinfrastruktur oder Drittsysteme einzubeziehen.
Die Clean-Room-Architektur
In Version 5.2 erkennt die Cristie VA neue Backups von Systemen, die durch Cristie CoBMR und Cohesity geschützt sind (s. o.), und startet automatisch Wiederherstellungsprozesse innerhalb des Clean-Rooms. Dies biete eine automatisierte, kontinuierliche Absicherung, dass Backups nicht nur vorhanden, sondern auch wiederherstellbar seien.
Durch die Validierung des neuesten Wiederherstellungspunkts im Rahmen der Routineoperationen gewönnen Unternehmen Vertrauen in ihre Disaster-Recovery-Strategie und erkennten frühzeitig Integritätsprobleme bei Backups. Durch die Clean-Room-Architektur und die automatisierte Backup-Validierung sollen IT-Entscheider sicherstellen können, dass Systeme kontinuierlich geschützt und nachweislich wiederherstellbar sind.
Cybersicherheits-Bereitschaft: Wiederherstellbarkeit in Ransomware-isolierten Umgebungen testen.
Regulatorische Compliance: Wiederherstellbarkeit für Audits nachweisen (z. B. DSGVO, HIPAA, DORA).
Change-Management: Kunden validieren die Auswirkungen von Infrastrukturänderungen auf die Notfallwiederherstellungspläne.
Forensische Analyse: Kunden verwenden wiederhergestellte Daten, um Kompromittierungsindikatoren zu untersuchen, ohne Produktionsdaten zu berühren.
Auch für Rubrik Security Cloud ist Cristie Recovery Assurance kompatibel.
(Bild: Cristie Software)
Verfügbarkeit
Mit CRA sollen sich in v 5.2.1 der Cristie VA alle physischen Systeme plus alle größeren Cloud- und Virtualisierungsplattformen unterstützen lassen. Die Backup-Lösungen von Rubrik Security Cloud, Cohesity DataProtect, Dells Avamar, Networker und PowerProtect Data Manager sowie IBM Storage Protect and IBM Storage Defender werden unterstützt.
Zukünftige Verbesserungen
Cristie setzt sich nach eigenen Angaben dafür ein, die Funktionen der Continuous-Recovery-Assurance in den kommenden Versionen weiter auszubauen:
Externer & Cloud-Clean-Room-Support: Bereitstellung von Clean-Rooms extern in der eigenen Infrastruktur des Kunden oder in isolierten Cloud-VPCs/Mandanten.
Wiederherstellungs-Drosselung & Zeitplanung: Kunden definieren Regeln, um Wiederherstellungen basierend auf dem Backup-Volumen oder Zeitintervallen auszulösen.
Post-Recovery-Skripting: Kunden führen automatisierte Aufgaben im wiederhergestellten System aus, wie etwa Anwendungs-Gesundheitsprüfungen, Ransomware-Scans oder forensische Maßnahmen.
Gruppierte Wiederherstellungstests: gleichzeitige Wiederherstellung und Test von Gruppen verwandter Systeme zur umfassenderen Validierung der Servicekontinuität.
Diese Verbesserungen sollen es IT-Teams ermöglichen, ihre Recovery-Assurance-Workflows individuell anzupassen – im Einklang mit operativen Prioritäten, Compliance-Vorgaben und Sicherheitsanforderungen.
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