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Rund-um-die-Uhr-Betrieb Was ist das Follow-the-Sun-Prinzip (Follow-the-Sun-Modell)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

Das Follow-the-Sun-Prinzip ist ein Arbeitsmodell, das die Arbeit in einem globalen Workflow verteilt. Die Aufgaben werden nach und nach an Teams an Standorten in anderen Zeitzonen übergeben, um die jeweils dort geltenden normalen Tagesarbeitszeiten zu nutzen. Das ermöglicht eine Rund-um-die-Uhr-Bearbeitung von Aufgaben, ohne dass Nachtschichten erforderlich sind.

Das Follow-the-Sun-Prinzip ermöglicht weltweit tätigen Unternehmen eine Teamzusammenarbeit rund um die Uhr.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Das Follow-the-Sun-Prinzip ermöglicht weltweit tätigen Unternehmen eine Teamzusammenarbeit rund um die Uhr.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Die wörtliche Übersetzung von follow the sun lautet „folge der Sonne“. Beim Follow-the-Sun-Prinzip oder Follow-the-Sun-Modell handelt es sich um ein Arbeitsmodell, das die aktuell anfallenden Arbeitsaufgaben und Arbeitsprozesse so verteilt, dass sie von Teams an Standorten bearbeitet oder ausgeführt werden, an denen gerade normale Tagesarbeitszeit ist. Es scheint dort im wörtlichen Sinn gerade die Sonne.

Die Vergabe der Aufgaben folgt den Zeitzonen von Ost nach West. Üblich sind mindestens drei Zeitzonen. Für einen kontinuierlichen Arbeitsfluss lassen sich die Aufgaben an einem 24-Stunden-Tag beispielsweise alle acht Stunden an einen anderen Standort übergeben. Da in der jeweiligen Zeitzone gerade normale Tagesarbeitszeit ist, wird die Rund-um-die-Uhr-Bearbeitung von Aufgaben möglich, ohne dass global gesehen Früh-, Spät- oder Nachtschichten notwendig werden. Beispielsweise können Unternehmen auf diese Art und Weise einen rund um die Uhr erreichbaren Kundenservice realisieren.

Merkmale des Follow-the-Sun-Prinzips

Die typischen Merkmale des Follow-the-Sun-Prinzips sind:

  • die Arbeit folgt dem Sonnenlauf von Ost nach West,
  • die Aufgaben werden nach und nach in der Regel auf mindestens drei verschiedene Kontinente (zum Beispiel Europa, Amerika, Asien) verteilt,
  • am jeweiligen Standort, an dem die Arbeit ausgeführt wird, ist normale Tagesarbeitszeit,
  • bei Zeitunterschieden von jeweils acht Stunden lässt sich mit drei Standorten in geeigneten Zeitzonen ein kompletter Arbeitstag abdecken,
  • die Übergabe der Arbeitsaufgaben an die verschiedenen Standorte erfolgt in einer kontinuierlichen Abfolge und wiederholt sich nach 24 Stunden,
  • die gerade anfallenden Arbeiten werden immer nur an einem Standort erledigt.

Typische Anwendungsbereiche des Follow-the-Sun-Arbeitsmodells

Ein typischer Anwendungsbereich des Follow-the-Sun-Prinzips ist die Realisierung eines über 24 Stunden erreichbaren Kundensupports. Aber auch Arbeitsaufgaben in anderen Bereichen lassen sich mit dem Follow-the-Sun-Arbeitsmodell effizient umsetzen. Beispielsweise kommt das Prinzip in der Softwareentwicklung, in der Projektarbeit, in Nachrichtenredaktionen oder für die Rund-um-die-Uhr-Überwachung von IT-Infrastrukturen, Maschinen oder Anlagen zum Einsatz.

Vorteile des Follow-the-Sun-Prinzips

Das Follow-the-Sun-Prinzip bietet zahlreiche Vorteile. Anfragen können ohne Verzögerung und mit einem gleichbleibenden Serviceniveau bearbeitet werden. Wartezeiten verkürzen sich, und Erreichbarkeit, Effizienz und Produktivität steigen. Im Entwicklungsbereich sorgt das Follow-the-Sun-Modell für beschleunigte Entwicklungsabläufe und eine kürzere Time-to-Market. Weitere Vorteile sind die Reduktion von Arbeitskosten, da keine Früh-, Spät- oder Nachtschichten bezahlt werden müssen, eine effizientere Nutzung der Arbeitsressourcen, eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit durch die Vermeidung von Nachtschichten und eine gesteigerte Kundenzufriedenheit, da Probleme schneller gelöst und Fragen schneller beantwortet werden.

Herausforderungen des Follow-the-Sun-Arbeitsmodells

Neben den vielen Vorteilen ist das Follow-the-Sun-Arbeitsmodell auch mit einigen Nachteilen und Herausforderungen verbunden. Dazu gehören:

  • Notwendigkeit der Bereitstellung einheitlicher Systeme für alle Beteiligte,
  • mehrere Übergaben pro Tag mit entsprechendem Arbeits-, Koordinations- und Abstimmungsaufwand erforderlich,
  • Probleme aufgrund von Sprachbarrieren und unterschiedlichen Arbeitskulturen,
  • aufwendige Abstimmung der Teams untereinander aufgrund des Zeitversatzes,
  • eventuelle Verletzung von Datenschutz- oder Compliance-Vorgaben durch Datenspeicherung und -bearbeitung in Regionen mit unterschiedlicher Gesetzgebung,
  • performante Vernetzung der Standorte notwendig,
  • Probleme durch unterschiedliche Arbeitsrechtsvorgaben an den weltweit verteilten Standorten.

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