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Geografische Anforderung an Speicherort Was ist Datenlokalisierung?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Datenlokalisierung ist eine Anforderung an den Ort der Speicherung oder Verarbeitung von Daten. Sie besagt, dass Daten nur in dem Land gespeichert und verarbeitet werden dürfen, aus dem sie stammen. Weltweit gibt es zahlreiche Gesetze zur Datenlokalisierung, die verschiedene Ziele verfolgen. Neben dem besseren Schutz der Daten der Bürger wird mithilfe von Datenlokalisierung auch versucht, sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen oder externe Einflussnahme zu verhindern.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - Fotolia)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Datenlokalisierung ist eine Anforderung aus dem Umfeld gesetzlicher Vorgaben zur Speicherung und Verarbeitung von Daten. Sie gibt vor, dass bestimmte Daten in den Ländern oder Regionen verbleiben müssen, aus denen sie stammen. Sie dürfen nur dort gespeichert oder verarbeitet werden. Ein Transfer der Daten über die Grenzen des jeweiligen Landes oder der jeweiligen Region hinweg und die auswärtige Speicherung oder Verarbeitung der Daten sind nicht zulässig.

Durch die zunehmende Nutzung weltweit verfügbarer Cloud-Computing-Plattformen hat die Datenlokalisierung an Bedeutung gewonnen. In zahlreichen Ländern oder Regionen existieren mittlerweile Gesetze oder Datenschutzrichtlinien, die eine Datenlokalisierung bestimmter Daten verlangen. Ziele dieser Vorgaben sind zum Beispiel, die Daten der Bürger des jeweiligen Landes besser zu schützen oder die nationale Sicherheit zu stärken. Datenlokalisierungsgesetze werden aber auch aus politischen oder aus wirtschaftlichen Gründen erlassen. Sie können dazu beitragen, sich durch Einschränkung von Wettbewerb wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen, die eigenen Bürger besser zu kontrollieren oder sich abzuschotten und externe Einflussnahme zu verhindern. In Ländern wie Russland oder China gibt es starke Gesetze zur Datenlokalisierung.

Die Lokalisierung von Daten kann aber auch eine interne Anforderung eines einzelnen Unternehmens oder eine Vorgabe einer bestimmten Branche oder Organisation sein.

In der Europäischen Union herrscht der Grundsatz des freien Datenverkehrs nicht personenbezogener Daten. Bis auf wenige Ausnahmen können nicht personenbezogene Daten innerhalb der EU in beliebigen Ländern gespeichert oder verarbeitet werden. Datenlokalisierungsauflagen sind dementsprechend untersagt. In Ausnahmefällen, beispielsweise aus Gründen der öffentlichen Sicherheit, können EU-Länder jedoch Anforderungen an die Lokalisierung von Daten erlassen.

Abgrenzung zu Datenhoheit und Datenresidenz

Im Zusammenhang mit der Datenlokalisierung fallen häufig die Begriffe Datenresidenz und Datenhoheit.

Datenresidenz bezieht sich auf den tatsächlichen physischen oder geografischen Standort der Datenverarbeitung oder Datenspeicherung. Die Datenlokalisierung setzt die Einhaltung der Anforderung einer Datenresidenz in einem bestimmten Land oder in einer bestimmten Region voraus.

Datenhoheit bedeutet im eigentlichen Sinn, dass vollständig selbstbestimmt über die Erhebung, Verarbeitung und Speicherung der eigenen Daten entschieden werden kann. Im engeren Sinn schließt die Datenhoheit die rechtlichen und regulatorischen Aspekte mit ein, die für die an einem bestimmten Standort gespeicherten oder verarbeiteten Daten gelten. Dahinter steht die Idee, dass Daten den rechtlichen Rahmenbedingungen und Datenschutzvorgaben des Landes unterliegen sollen, in dem sie erzeugt, erhoben oder gesammelt wurden. Um Anforderungen an die Datenhoheit zu erfüllen, kann es notwendig sein, die auswärtigen Gesetze, Vorschriften und Rahmenbedingungen zu analysieren und entsprechend zu berücksichtigen. Ausländischen Regierungsbehörden oder Strafverfolgungsorganen kann es beispielsweise erlaubt sein, rechtmäßig auf die aus einem anderen Land transferierten Daten zuzugreifen, wodurch die Datenhoheit unter Umständen nicht mehr gegeben ist.

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