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Dateizugriffsmethode Was ist die Virtual Storage Access Method (VSAM)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Die Virtual Storage Access Method ist eine für IBM-Großrechnersysteme entwickelte und genutzte Dateizugriffsmethode. Sie kommt für Betriebssysteme wie z/OS oder z/VSE zum Einsatz und ermöglicht einen von den physikalischen Eigenschaften des Speichermediums entkoppelten Zugriff auf Dateien. Daten lassen sich in verschiedenen Datensatzarten organisieren und speichern. Diese Datensatzarten sind ESDS, KSDS, LDS und RRDS.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - Fotolia)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

VSAM ist das Akronym für Virtual Storage Access Method. Es handelt sich um eine bereits seit den 1970er-Jahren auf IBM-Mainframe-Systemen eingesetzte virtuelle Dateizugriffsmethode.

Ursprünglich wurde die Methode für das MVS-Betriebssystem entwickelt und verwendet. Sie ersetzte ältere Dateizugriffsmethoden wie ISAM (Indexed Sequential Access Method). Das Nachfolgebetriebssystem z/OS hat die Methode übernommen. Auch von z/VSE wird sie verwendet.

VSAM entkoppelt den Zugriff auf Dateien von den physikalischen Eigenschaften eines Speichermediums, indem Inhalte von Dateien vergleichbar wie Daten im Arbeitsspeicher angesprochen werden. Im Vergleich zu anderen Dateizugriffsmethoden erzielt VSAM dadurch eine bessere Performance. Neben den Mainframe-Betriebssystemen selbst und einigen wichtigen Systemkomponenten verwenden auch Datenbanksysteme wie IMS, DL/I oder DB2 die Virtual Storage Access Method.

Die verschiedenen VSAM-Datensatzarten

VSAM-Dateien sind über Einträge in einem Katalog organisiert. Die Daten lassen sich in verschiedenen Arten von Datensätzen speichern. Es sind diese vier Datensatzarten möglich:

  • ESDS (Entry Sequenced Data Set),
  • KSDS (Key Sequenced Data Set),
  • LDS (Linear Data Set),
  • RRDS (Relative Record Data Set).

Die Datensatzarten unterscheiden sich in der Art, wie Daten aufgezeichnet werden und wie auf sie zugegriffen werden kann. Neben dem sequenziellen Aufzeichnen und Zugreifen (ESDS) ist das schlüsselbasierte sequenzielle (KSDS), lineare (LDS) oder relative (RRDS) Aufzeichnen und Zugreifen möglich.

Bei der sequenziellen Methode (ESDS) werden die Daten exakt in der Reihenfolge gelesen, wie sie in einer Datei abgelegt sind.

Die relative Methode RRDS greift mithilfe von logischen Satznummern auf die abgelegten Daten zu. Es werden bei RRDS zwei verschiedene Arten relativer Datensätze unterstützt: Records mit fester Länge und Records mit variabler Länge.

Bei der linearen Methode (LDS) werden die Daten als unstrukturierte Bitströme verwaltet und interpretiert.

Die schlüsselbasierte sequenzielle Methode (KSDS) unterstützt sowohl den indexbasierten Zugriff über Schlüsselfelder als auch den sequenziellen Zugriff und ist zum Teil vergleichbar mit der Index Sequential Access Method (ISAM).

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