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Sicherung aller Daten Was ist ein Komplett-Backup/eine Vollsicherung?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 3 min Lesedauer

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Bei einem Komplett-Backup wird eine vollständige Kopie eines ausgewählten Datenbestands erstellt. Der Sicherungstyp erlaubt die Wiederherstellung aller Daten zum Zeitpunkt der Vollsicherung. Die Backup-Methode dient als Basis für andere Sicherungstypen wie differenzielle oder inkrementelle Backups.

Ein Komplett-Backup bietet umfassenden Schutz durch die regelmäßige und vollständige Sicherung aller wichtigen Daten vor Verlust oder Beschädigung.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Ein Komplett-Backup bietet umfassenden Schutz durch die regelmäßige und vollständige Sicherung aller wichtigen Daten vor Verlust oder Beschädigung.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Alternative Begriffe für Komplett-Backup sind Vollsicherung, Voll-Backup oder Komplettsicherung. Es handelt sich um einen Sicherungstyp, bei dem alle Daten eines ausgewählten Datenbestands gesichert werden. Das können bestimmte Verzeichnisse mit ihren Dateien, komplette Verzeichnisstrukturen oder komplette Laufwerke sein.

Mithilfe einer Vollsicherung lässt sich der Datenbestand zum Zeitpunkt des Backups über eine einzige Sicherung wiederherstellen. Ein Komplett-Backup bildet die Grundlage für andere Sicherungstypen wie differenzielle oder inkrementelle Sicherungen.

Voll-Backups lassen sich auf unterschiedlichen Sicherungsmedien wie internen oder externen Festplatten, Speicherkarten oder Speichersticks, Magnetbändern, optischen Speichermedien, Speicher-Arrays, Netzwerkspeichern oder Cloud-Speichern ablegen. Von dort aus können einzelne Dateien oder der komplette Datenbestand auf das Ursprungsmedium oder auf andere Datenträger kopiert werden.

Abgrenzung der Vollsicherung zur inkrementellen und differenziellen Sicherung

Wie bereits erwähnt, dient die Vollsicherung als Basis für darauf aufbauende Sicherungstypen wie die inkrementelle oder die differenzielle Sicherung. Eine differenzielle Sicherung sichert die Daten, die seit dem letzten Komplett-Backup neu dazugekommen sind oder sich verändert haben. Die inkrementelle Sicherung bezieht sich bei dem ersten Durchlauf ebenfalls auf das letzte Voll-Backup und sichert die seitdem neu dazugekommenen oder veränderten Daten. Anschließend sichert jede neue inkrementelle Sicherung nur noch die seit der letzten inkrementellen Sicherung veränderten oder neu dazugekommenen Daten. Soll ein kompletter Datenbestand aus inkrementellen oder differenziellen Backups wiederhergestellt werden, müssen das initiale Voll-Backup und alle inkrementellen oder das letzte differenzielle Backup eingespielt werden.

Für eine sinnvolle Backupstrategie werden die drei Sicherungstypen in der Regel miteinander kombiniert und in festgelegten zeitlichen Abständen ausgeführt. Die zeitlichen Abstände und der auszuführende Sicherungstyp sind von der Menge des zu sichernden Datenbestands, der Häufigkeit der Veränderungen der Daten und der Menge an neuen Daten in definierten Zeiträumen abhängig.

Tools zur Ausführung von Komplett-Backups

Komplett-Backups können manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch durchgeführt werden. Bei einem manuellen Komplett-Backup kopiert der Anwender die Daten beispielsweise über die Kommandozeile und Kopierbefehle oder über die grafische Benutzeroberfläche eines Dateimanagers auf das ausgewählte Sicherungsmedium. Für halbautomatische oder vollautomatische Sicherungen kommen Backup-Tools oder über das Betriebssystem bereitgestellte Backup-Funktionen zum Einsatz.

Halbautomatische Backups werden vom Anwender konfiguriert und angestoßen und anschließend vom Tool selbstständig ausgeführt. Vollautomatische Backups werden nach der initialen Einrichtung durch den Anwender in regelmäßigen Intervallen nach einem festgelegten Zeitplan kontinuierlich, ohne Eingreifen des Anwenders durchgeführt.

Die gängigen Betriebssysteme wie Windows, Linux oder macOS besitzen integrierte Funktionen und Anwendungen zur Durchführung von Komplett-Backups und zur Wiederherstellung der Daten aus diesen Sicherungen. Darüber hinaus können externe Lösungen verwendet werden. Es gibt sowohl proprietäre, kostenpflichtige als auch Open-Source-basierte, frei verfügbare Backup-Lösungen.

Vor- und Nachteile einer Komplettsicherung

Vorteile einer Komplettsicherung sind:

  • technisch einfacher und klarer, mit Bordmitteln auszuführender Backup-Vorgang,
  • Sicherung aller Daten eines ausgewählten Datenbestands,
  • keine aufwendige Versionskontrolle notwendig,
  • einfache Wiederherstellung des Datenbestands in nur einem Schritt, ohne auf mehrere Datensicherungen angewiesen zu sein,
  • Grundlage für inkrementelle und differenzielle Sicherungen.

Als Nachteile einer Vollsicherung lassen sich nennen:

  • benötigt viel Zeit und viel Speicherplatz auf dem Zielmedium,
  • bei Netzwerksicherungen werden hohe Bandbreiten benötigt,
  • ineffizient bei sich häufig verändernden Datenbeständen,
  • Schäden des Backup-Mediums oder Störungen der Datenintegrität des Voll-Backups können zu einem Totalverlust des gesicherten Datenbestands führen.

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