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Aufzeichnungsverfahren für Festplatten Was ist Longitudinal Magnetic Recording (LMR)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Longitudinal Magnetic Recording ist ein für magnetische Speichermedien wie Festplatten genutztes Aufzeichnungsverfahren. Es magnetisiert die Datenbits parallel zur Oberfläche der Magnetscheibe. Das Verfahren unterscheidet sich vom neueren Perpendicular Magnetic Recording, das die Datenbits senkrecht zur Oberfläche magnetisiert. Im Vergleich zum Perpendicular Magnetic Recording sind die maximal erreichbaren Speicherdichten und Lese-/Schreibgeschwindigkeiten bei LMR deutlich niedriger.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - Fotolia)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Das Akronym für Longitudinal Magnetic Recording ist LMR. Bei LMR handelt es sich um ein bereits recht altes Verfahren zur Magnetisierung von Datenbits auf magnetischen Speichermedien wie Festplatten. Bei diesem Verfahren werden die Datenbits parallel zur Oberfläche des Datenträgers magnetisiert. Die magnetischen Pole der Datenbits sind parallel zur Rotationsrichtung der Magnetscheibe ausgerichtet und in konzentrisch nebeneinander liegenden Datenspuren angeordnet.

Lange Zeit war LMR bei Festplatten das vorherrschende Magnetisierungsverfahren. Da die erreichbaren Speicherdichten und Lese-/Schreibgeschwindigkeiten an die Grenze des Machbaren stießen, wurde Longitudinal Magnetic Recording ab circa 2005 mehr und mehr vom Perpendicular Magnetic Recording (PMR) verdrängt. PMR magnetisiert die Datenbits senkrecht zur Oberfläche der Magnetscheibe und ihrer Rotationsrichtung und erreicht deutlich höhere Speicherdichten. Noch höhere Speicherdichten lassen sich mit Verfahren wie dem Shingled Magnetic Recording (SMR) erzielen. Bei diesem Verfahren überlappen sich die Datenspuren zum Teil.

Abgrenzung von LMR zu Perpendicular Magnetic Recording, Conventional Magnetic Recording und Shingled Magnetic Recording

Im Gegensatz zum Longitudinal Magnetic Recording werden bei den drei Verfahren Perpendicular Magnetic Recording (PMR), Conventional Magnetic Recording (CMR) und Shingled Magnetic Recording (SMR) die Datenbits nicht parallel, sondern senkrecht zur Oberfläche magnetisiert. Die Begriffe Perpendicular Magnetic Recording und Conventional Magnetic Recording werden in der Regel synonym verwendet. Da bei den senkrechten Aufzeichnungsverfahren die Daten weiter in die Tiefe der Magnetscheiben reichen als bei longitudinalen Aufzeichnungsverfahren, benötigt das Schreiben einen stärkeren und fokussierteren magnetischen Fluss. Erreichen lässt sich das, indem der Hauptpol des Schreibkopfs schmaler als der Rückpol ausgeführt wird.

Shingled Magnetic Recording ist eine Weiterentwicklung von PMR und erzielt noch höhere Datendichten. Bei diesem Verfahren überlappen sich die konzentrischen Datenspuren mit ihren senkrecht magnetisierten Bits zum Teil. Die Datenspuren liegen dadurch noch enger zusammen, wodurch sich die maximale Speicherdichte weiter erhöht. Allerdings müssen beim Schreibvorgang benachbarte Spuren zum Teil ebenfalls neu geschrieben werden. Es ist ein zusätzlicher Cache-Bereich zum Zwischenspeichern von Daten auf der Magnetscheibe notwendig. Die maximal erzielbaren Datenraten beim Schreiben sind aufgrund dieser technischen Maßnahmen niedriger als bei reinem PMR ohne Überlappungen.

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