Ausfälle im Zahlungsverkehr zählen zu den kritischsten IT-Szenarien für Banken und Gesellschaft. Bereits kurze Unterbrechungen können den Alltag von Verbrauchern ebenso beeinträchtigen wie den Geschäftsbetrieb von Unternehmen. In Island trägt Reiknistofa bankanna (RB) die Verantwortung für den sicheren Betrieb der zentralen Bankzahlungs- und -abwicklungssysteme des Landes.
Im Bankwesen hat die IT-Sicherheit oberste Priorität. In Island ist die Reiknistofa bankanna für den sicheren Betrieb der zentralen Bankzahlungs- und -abwicklungssysteme verantwortlich.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Im Zuge eines umfassenden IT-Modernisierungsprogramms hat die Organisation ihre bestehende Backup- und Recovery-Infrastruktur durch Lösungen von Cohesity ersetzt. Ziele waren die Einrichtung unveränderlicher Backups, deutlich verkürzte Wiederherstellungszeiten und der Wegfall von Wartungsfenstern, um dadurch die operative Resilienz der Zahlungssysteme zu erhöhen. Gleichzeitig sollte die neue Lösung den Betrieb vereinfachen und RB dabei unterstützen, steigende regulatorische Anforderungen – etwa im Rahmen von DORA – zuverlässig zu erfüllen.
Ausfallzeiten reduzieren
„Sicherheit und Zuverlässigkeit sind das Herzstück unseres Geschäfts, denn jeder muss darauf vertrauen können, dass Zahlungen rund um die Uhr funktionieren“, sagt Ragnhildur Geirsdóttir, CEO von RB. Die bisherigen Datensicherungslösungen entsprachen nicht mehr modernen Anforderungen an Performance, Sicherheit und Resilienz. Upgrades der Backup-Systeme erforderten Ausfallzeiten, Failover-Prozesse dauerten zu lange und die Backups waren anfällig für Cyberangriffe.
„Wenn eine Zahlungsdatenbank ausfällt und nicht schnell wiederhergestellt werden kann, kann das massive Auswirkungen darauf haben, wie Menschen in ganz Island Waren und Dienstleistungen bezahlen – mit Folgen für den Alltag und die Wirtschaft“, bestätigt Einar Bjarni Eyþórsson, Systemadministrator der RB. Zudem wollte das IT-Team möglichst viele Prozesse automatisieren, darunter auch die jährlich vorgeschriebenen Wiederherstellungstests gemäß dem EU Digital Operational Resilience Act (DORA).
Cyber-Resilienz erhöhen
Um diese Anforderungen zu erfüllen, führte RB eine neue Lösung ein: „Im Proof of Concept haben wir gesehen, dass Cohesity unsere Anforderungen erfüllt: unveränderliche Backups, Unterstützung mehrerer Workloads, sofortige Massenwiederherstellungen von Datenbanken zu jedem beliebigen Zeitpunkt sowie sehr schnelle Backup- und Restore-Zeiten“, fasst Eyþórsson zusammen. „Die Backup- und Recovery-Zeiten für Datenbanken waren mit Cohesity bis zu 50 Prozent schneller als mit unserem Altsystem.“ Als RB später begann, Nutanix-Infrastruktur für Kubernetes-Workloads einzusetzen, übernahm Cohesity auch deren Sicherung.
Mit dieser Lösung sichert RB heute Daten in zwei Rechenzentren. Wöchentlich überprüft ein automatisierter Prozess die Wiederherstellung aller Datenbanken. Das gibt RB und seinen Bankkunden die Gewissheit, dass der Betrieb nach Cyberangriffen oder Naturkatastrophen schnell wieder aufgenommen werden kann. Aktuell führt RB einen weiteren Proof of Concept durch und nutzt die Cohesity-Technologie FortKnox On-Premises, um einen externen Datentresor zur Erhöhung der Resilienz aufzubauen. In Kombination mit der außerdem eingesetzten Cohesity Data Cloud erfüllt RB sämtliche Anforderungen von DORA und dem Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) in Bezug auf Verschlüsselung, unveränderliche Backups, Zwei-Faktor-Authentifizierung und rollenbasierte Zugriffskontrollen.
„Mit DORA reicht es nicht aus, Cyber-Resilienz nur zu behaupten“, sagt Þorsteinn Björnsson, VP Technical Operations. „Wir müssen mindestens einmal jährlich nachweisen, dass wir nach einem Cybervorfall innerhalb von vier Stunden wieder einsatzfähig sind. Dank Cohesity und Nutanix konnten wir diese Tests automatisieren und die DORA-Compliance deutlich vereinfachen.“ Und Sverrir Jón Gylfason, Teamleiter Infrastruktur bei RB, ergänzt: „Mit der neuen Lösung hat sich die Wiederherstellungszeit einer 30-bis-40-TB-Oracle-Datenbank von mehreren Tagen auf weniger als acht Stunden reduziert.“ Ein weiterer Vorteil ist, dass Software- und Firmware-Upgrades keine Ausfallzeiten mehr erfordern. „Mit dem alten Backup-System musste ich Wartungsfenster nachts planen“, stellt Eyþórsson fest. „Heute kann ich Upgrades während der normalen Arbeitszeiten durchführen, ohne das nationale Zahlungssystem zu beeinträchtigen.“
Fazit
Das Beispiel von Reiknistofa bankanna zeigt, wie sich die Anforderungen der DORA-Richtlinie pragmatisch und nachhaltig in den operativen IT-Betrieb integrieren lassen. Durch die Modernisierung der Backup- und Security-Architektur konnte RB nicht nur regulatorische Vorgaben wie regelmäßige, nachweisbare Wiederherstellungstests erfüllen, sondern gleichzeitig die Verfügbarkeit kritischer Zahlungssysteme erhöhen, Restore-Zeiten deutlich verkürzen und den laufenden Betrieb vereinfachen. Automatisierte Prozesse, unveränderliche Backups und der Wegfall von Wartungsfenstern stärken die Cyber-Resilienz ebenso wie die betriebliche Effizienz.
Stand: 08.12.2025
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Für die Geschäftsführung ist die neue Architektur dabei mehr als eine reine Compliance-Maßnahme. „Wir denken ständig darüber nach, wie wir auf Ereignisse wie Cyberangriffe und Katastrophen vorbereitet sein können. Sicherheit, Zuverlässigkeit und Resilienz stehen im Mittelpunkt unserer Unternehmenskultur. Cohesity und Nutanix als Partner zu haben, lässt mich ruhiger schlafen.“ Ragnhildur Geirsdóttir, CEO RB.
Damit wird deutlich: DORA kann als Treiber für eine zukunftsfähige IT-Strategie dienen – vorausgesetzt, technologische Modernisierung, Security und Resilienz werden ganzheitlich gedacht und konsequent umgesetzt.
Reiknistofa bankanna (RB)
Reiknistofa bankanna (RB) ist ein IT-Dienstleister für isländische Finanzinstitute. RB entwickelte das Clearing- und Abrechnungssystem Islands sowie die Kernbankensysteme, die von allen isländischen Banken genutzt werden. Darüber hinaus betreibt RB ein System für elektronische Rechnungsstellung und elektronische Zahlungen für Unternehmen und Privatpersonen.
RB befindet sich im gemeinsamen Besitz isländischer Banken, Sparkassen, des Isländischen Sparkassenverbands sowie der wichtigsten Kreditkartenanbieter des Landes.
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