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Gefahren von Big Data, der Digitalisierung und Industrie 4.0, Teil 2

Wie erkennt man einen guten oder schlechten Charakter?

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In seiner Promotionsarbeit an der Technischen Universität München beschäftigte sich Frank Wallhoff mit der „Entwicklung und Evaluierung neuartiger Verfahren zur automatischen Gesichtsdetektion, Identifikation und Emotionserkennung“. Sein Anliegen sei gewesen, „die heute noch haptisch (sprich: Tastatur-gegebundene, Anm. d. Autors) dominierte Mensch-Maschine-Kommunikation langfristig für den Menschen natürlicher und komfortabler zu gestalten sowie Lösungen für gesichtsbasierte Sicherheits- und Multimediaanwendungen zu liefern.“

Datensammlung im öffentlichen Raum

Die Arbeit ist fast zehn Jahre alt. Heute lauern uns die Systeme in der Öffentlichkeit und im Supermarkt gleich neben der Wurst auf. Zu den Sicherheitsanwendungen zählt Janus. Seit April 2014 wird das Programm „radikal“ ausgebaut – es soll nicht auf Fahndungsfotos, sondern auf Bilder des realen Lebens – etwa von Überwachungskameras – zugreifen.

Außerdem werden Mikrofone installiert – beispielsweise in 55 Bussen in Portland im Bundesstaat Oregon. In Washington sollen es 300 Sensoren auf 20 Quadratmeilen (~ 52 Quadratkilometer) sein, 70 Städte beobachten die Einwohner auf diese Weise seit 2012.

Bereits die Kleinen werden im Kindergarten auf Transparenz getrimmt: „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“, heißt es da – mit freundlicher Unterstützung von Microsoft. Und der Spieltrieb hält bis ins Alter an – so finden es die Eigner moderner Luxuskarossen schick, während des Fahrens ihr Handy sprachgesteuert zu bedienen, ohne dabei die Hände vom Steuer zu nehmen.

2011 hat uns Skype mitgeteilt, dass die Videotelefonie jetzt auch fürs Android-Handy verfügbar sei. Seit 2013 kann auch der Fernseher als Videofon genutzt werden. Der Gesprächspartner auf dem Riesenbildschirm wirkt größer als man selbst. Die Lebenslinien zeichnen sich in UHD-Auflösung ab.

Maschinen werden eloquenter

Wird man sich eines Tages mit Geräten so unterhalten wie mit einem Menschen? Peter Mahoney, Chief Marketing Officer beim Spracherkennungs-Spezialisten Nuance, glaubt: „Je mehr Daten wir sammeln und analysieren und je mehr Sensoren die Software nutzen kann, desto besser werden die Konversationen. Wenn die Software weiß, wo man arbeitet, wo man wohnt, in welchen Gebieten man sich bewegt, hilft das bei der Kontextualisierung.“

Stichwort Kontextualisierung – künftig können wir unsere Umgebung fernsteuern. James Bond benötigte in „Der Morgen stirbt nie“ ein Handy, um seinen BMW aus der Ferne aus dem Park- in ein Autohaus zu stürzen. Völlig veraltet! Wir brauchen keine elektronische Krücke mehr, um mit unseren Geräten zu interagieren – wir kommunizieren freihändig mit der Umgebung, direkt. Samsung-Fernseher reagieren auf Sprache und Gesten und erkennen noch dazu die Gesichter derer, die da so vor ihm sitzen. LG will mit seinem „Home Chat“ gleich Zugriff auf die gesamte Wohnung bekommen und Unterhaltungselektronik wie Haushaltsgeräte durch Zuruf steuern.

Der Fingerabdruck gibt keine Sicherheit

Eine ganze Reihe von Finanzdienstleistern und IT-Unternehmen wie die Bank of America, Google und Microsoft wollen mit der „FIDO-Alliance“ die Menschen motivieren, ihren Fingerabdruck für eine Zwei-Faktor-Autorisierung zu nutzen.

Diesbezügliche Interessenten sollten sich allerdings bewusst sein, dass sich Fingerabdrücke mit Fotokameras aus einer Distanz von sechs Metern erfassen und innerhalb von einer Sekunde mit 129 Millionen anderen vergleichen lassen.

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