Die Gurus der Künstlichen Intelligenz, Teil 1

Wie Expertensysteme aufwachsen

| Autor / Redakteur: Rudi Kulzer / Rainer Graefen

David Ferrucci war der Teamleiter beim IBM-Projekt Watson.
David Ferrucci war der Teamleiter beim IBM-Projekt Watson. (Foto: IBM)

Noch müssen denkende Maschinen klein anfangen. Vielleicht ändert sich das eines Tages, und Gedächtnis wie algorithmische Verarbeitung lassen sich so kompakt aufbauen, dass sich das "Gehirn" wie eine Appliance zukaufen lassen wird. Aber auch das würde nicht bedeuten, dass Maschinen denken können.

Der Markt für „intelligente“ Softwarehelfer ist stark in Bewegung geraten. Angesichts riesiger, verschieden strukturierter Datenmengen (Big Data), die aber verarbeitet werden müssen, suchen viele Kunden der IT-Anbieter Hilfe bei dieser Aufgabe.

Es geht letztlich um neue „Krücken auf Softwareebene“, die ähnlich den Robotern im Hardwarebereich nun Unternehmen dabei unterstützen können, die gewaltige Datenflut zu bewältigen.

Tiefe Gedanken

Anfang Januar 2014 machte der mächtige Internetkonzern Google wieder einmal Schlagzeilen: „Google auf Einkaufstour - der Internetriese Google erweitert sein Spektrum“ war in Fachblättern und Wirtschaftszeitungen zu lesen.

Google hatte gerade das britische Start-up DeepMind aus London gekauft und damit dem Internet-Rivalen Facebook das vielversprechende Spezialunternehmen für Anwendungen der künstlichen Intelligenz (KI) weggeschnappt.

Zwar wurden keine finanziellen Einzelheiten genannt, in der meist gut unterrichteten „Financial Times“ war jedoch von rund 500 Millionen Dollar die Rede.

Alltagswissen

Zu dem Thema KI rumort es schon seit geraumer Zeit in der IT-Branche. Nach einem Strohfeuer der Begeisterung vor gut 20 oder 30 Jahren, vor allem am MIT in Boston, herrschte lange Funkstille zu Fragen der Künstlichen Intelligenz, zumindest in der Öffentlichkeit. Seit jedoch die IBM-Maschine Watson vor drei Jahren im US-Fernsehen spektakulär zwei der profiliertesten Quizteilnehmer besiegte, ist das Thema wieder in der Diskussion.

Im Falle Google wurde schon länger darüber spekuliert, dass der erfolgreiche Suchmaschinen-Primus aus dem kalifornischen Mountain View auf Methoden der künstlichen Intelligenz setzen könnte, um aus seinem enormen Datenbestände noch größeren Nutzen ziehen zu können. Gleiches gilt natürlich auch für den neuen Aufsteiger unter den Datenkraken - Facebook.

Lesen und spielen

Über DeepMind ist bisher kaum etwas bekannt, außer dass das Unternehmen im Bereich „Maschinenlernen“ arbeitet - also an Systemen, die mit Hilfe von Algorithmen Computern beibringen, sich selbst Dinge anzueignen. Vergangenes Jahr hatte DeepMind erklärt, die Technologie solle in Spielen und im E-Commerce zum Einsatz kommen.

Gegründet wurde die geheimnisvolle Firma von Demis Hassabis. Der mittlerweile 37-Jährige war ein Schach-Wunderkind und programmierte für die Spielefirma Bullfrog bei Gamern bekannte Erfolge wie „Syndicate“ und „Theme Park“. Mehrere Milliardäre haben bereits in DeepMind investiert, darunter Paypal-Gründer und Facebook-Investor Peter Thiel sowie der Hongkonger Magnat Li Ka-Shing.

Kurzweiliges Leben

Bereits 2012 hatte Google in seinen Bemühungen um KI-Erfahrung den aus New York stammenden, bekannten Futuristen Ray Kurzweil an Bord geholt, der schon seit langem im Bereich der künstlichen Intelligenz forscht. Seine Thesen sind allerdings umstritten. Es herrscht allerdings nach wie vor große Skepsis, dass Computer jemals wie Menschen denken können, wenn es darum geht, eigenständig Probleme zu lösen.

Kurzweil war in der Frühphase des kommerziellen Computereinsatzes ein Pionier der optischen Texterkennung (OCR), Sprachsynthese (computervorgelesene Texte), Spracherkennung, Flachbettscanner sowie im Bereich elektronischer Musikinstrumente, insbesondere bei den Keyboards.

Seit Dezember 2012 firmiert er bei Google als „Director of Engineering“. In Frank Schätzings Roman „Der Schwarm“ wird er als Nebenfigur erwähnt, dessen von ihm entwickelter Neuronencomputer die Denkweise der Yrr simuliert.

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