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Eisenoxyd auf Platten hat ausgedient
Eisenoxyd auf Platten hat ausgedient
1989: Mit der IBM-3390-Plattentechnologie wurde der bei IBM 3380 verwendete Formfaktor von 14 Zoll auf 10,8 Zoll reduziert. Anfangs wurde die 3390-Technologie noch mit der herkömmlichen „braunen Beschichtung“ produziert, wo Eisenoxyd-Partikel (Rostpartikel), die möglichst homogen in einer Kunstharzmasse zur gleichmäßigen Magnetisierung verteilt waren, als Magnetisierungsträger eingesetzt wurden. Die Einführung einer neuen Beschichtung, deren Entwicklung 1989 eingeleitet wurde und die 1991 zur Anwendung kam, ließ den Einsatz einer neuen Schreib-/Lesetechnik zu. Die neuen Köpfe schrieben – wie ihre Vorgänger – induktiv, erzeugten also Magnetfelder in der Beschichtung der Platten mithilfe eines winzigen Spalts im Metallkern miniaturisierter Elektromagnete.
Bis zu diesem Zeitpunkt dienten die Elektromagnete auch zum Lesen. Für die Zahl der Spulenwindungen musste man einen Kompromiss für Lesen und Schreiben finden, um beide Vorgänge zu ermöglichen. Jetzt konnten sie ausschließlich für den Schreibvorgang optimiert werden, denn das Lesen erfolgt bei der 3390-Technologie über eine zweite Komponente, einen Lesefilm. Der Film war sehr klein und bestand aus dünnen Schichten verschiedener Metalle wie Eisen, Chrom und Kobalt. Kurze Zeit später wurde der Film auf Nickel und Eisen umgestellt. Wenn sich innerhalb der Spur auf der Platte die Magnetisierungsrichtung umkehrte, änderte sich der elektrische Widerstand vor allem in der mittleren Schicht des darüber befindlichen Kopfes sprunghaft.
Spezialisierung von Schreib- und Lesekopf
Dies bezeichnet man als magnetoresistiven Effekt, den man als Signal entsprechend verstärkt und auswertet. Diese neue Technik gewährleistete sicheres Lesen bei höchster Aufzeichnungsdichte, weil selbst kleinste Streufelder von Informationseinheiten differenziert werden konnten. Man führte – einfach gesagt – zwei Spezialisten ein, einen für das Schreiben optimierten induktiven Kopf und einen Spezialisten für den Lesevorgang (ausführliche Beschreibung im Technologie-Anhang). Beide Spezialisten zusammen bildeten das Schreib-/Leseelement, das vom Zugriffsmechanismus positioniert wurde.
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