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Recycling in der IT Alte Hardware: lagern oder entsorgen?

| Autor: Ann-Marie Struck

Was tun mit alter Hardware? Diese Frage stellen sich Unternehmen zunehmend. Das Ergebnis einer Studie zeigt, dass alte Hardware lieber teuer gelagert statt recycelt wird. Ein teures und unsicheres Unterfangen.

Veraltete Geräte können für Unternehmen ein kostspieliges Problem werden.
Veraltete Geräte können für Unternehmen ein kostspieliges Problem werden.
(Bild: Photographee.eu - stock.adobe.com)

Die Studie „The High Cost of Cluttered Data Centers“ des Marktforschungsunternehmens Coleman Parkes im Auftrag der Blancco Technology Group hat ergeben, dass Firmen pro Jahr Hunderttausende von Dollars/Euros für Lagerung und Wartung ausrangierter Hardware ausgeben, anstatt diese fachgerecht und sicher entsorgen zu lassen. Das hat nicht nur immense Kosten zur Folge, sondern darüber hinaus ist auch die Datensicherheit gefährdet, und es drohen hohe Strafen bei Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Die Umfrage bestätigt, dass keines der befragten Unternehmen seine ausrangierte Hardware vollständig entsorgt, sondern in mehr oder weniger großem Umfang lokal im Rechenzentrum lagert. 10 Prozent der Firmen lagern mehr als die Hälfte ihrer alten Hardware inklusive enthaltener Daten lokal. 48 Prozent bewahren zwischen 31 und 60 Prozent ihrer Alt-Hardware samt Daten lokal auf. Dabei gaben fast alle Befragten an, die ausrangierte IT als Belastung zu empfinden, die ihre Kapitalkosten erhöhe und die Effizienz beeinträchtige. Hinzu kommt die Angst vor Datenschutzverstößen und den damit verbundenen Strafzahlungen.

Fehlende Kenntnisse

Bei der Frage, wieso Unternehmen ihre alte Hardware behalten, kommen Wissenslücken zum Vorschein, denn viele Verantwortliche haben wenig Wissen darüber, wie und mit welchen Methoden sich Daten in Rechenzentren, auf Servern oder in Cloud-Umgebungen sicher und effizient löschen lassen. Ein Beispiel für eine solche Wissenslücke ist, dass mehr als die Hälfte der befragten Rechenzentrumsexperten glauben, dass Daten mittels Schnell- oder Neuformatierung einer Festplatte dauerhaft gelöscht werden können. Allerdings nimmt eine Schnellformatierung keine vollständige Datenlöschung vor, sie entfernt nur deren Referenz. Die Daten an sich bleiben erhalten und lassen sich mit geeigneten Werkzeugen vollständig wiederherstellen.

Zudem waren 80 Prozent der Befragten der Ansicht, dass mindestens ein Viertel der nicht mehr verwendeten Festplatten nutzlos in ihren Rechenzentren verwaltet würden. Des Weiteren würden 25 Prozent aller RMA-Festplatten (Return Material Authorization) nur deshalb im Unternehmen aufbewahrt, weil die Prozesse für die Rückgabe an den Hersteller sehr komplex seien und im Unternehmen keine Bereitschaft vorhanden sei, die hierfür erforderlichen Schritte durchzuführen. Insbesondere scheint in Deutschland der Mangel an Ressourcen mit den nötigen Fachkenntnissen das Hauptproblem darzustellen.

Über die Studie

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit Coleman Parkes erstellt, wobei weltweit 600 exemplarisch ausgewählte Rechenzentrumsexperten zu ihrem Umgang mit nicht mehr benötigter Hardware befragt wurden.

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin