Backups von Azure-VMs über Snapshots sind ein wertvolles Hilfsmittel für die Sicherung, aber auch für die Bereitstellung. Mit Snapshots lassen sich auch neue VMs in Azure erstellen. Daher lässt sich das Backup für mehr als nur reine Datensicherung nutzen. Dieser Beitrag zeigt die Möglichkeiten, die Microsoft für das Backup von Azure-VMs bereitstellt.
Azure-VM-Snapshots sind nützliche Werkzeuge für die Cloud-Infrastruktur. Sie dienen nicht nur als Backups, sondern ermöglichen auch die Erstellung neuer VMs. Microsoft bietet mit dieser Technologie Funktionen für Datensicherung und VM-Management in Azure.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Snapshots sind ein wichtiger Bestandteil, um Azure-VMs zu sichern und wiederherzustellen. Parallel dazu lassen sich Snapshots zur Erstellung neuer virtueller Festplatten und ganzer VMs nutzen. Sinnvoll sind Snapshots, um vor Änderungen an der Konfiguration einer VM oder im Betriebssystem einer VM den Zustand zu sichern. Funktioniert nach Änderungen etwas nicht mehr an der VM, lassen sich der Snapshot schnell wiederherstellen und die VM in den vorherigen Status zurücksetzen.
Sollen mehrere VMs mit ähnlicher Konfiguration vorhandener VMs erstellt werden, lassen sich aus Snapshots neue virtuelle Festplatten erstellen und daraus wiederum neue Azure-VMs. Das beschleunigt die Bereitstellung deutlich.
Inkrementelle Snapshots von Azure-VMs
Snapshots bauen in Azure aufeinander auf und sind damit inkrementell. Das beschleunigt die Erstellung und reduziert die Größe einzelner Snapshots. Allerdings lassen sich Snapshots auch als Vollsicherung einer VM erstellen. Snapshots lassen sich in Verbindung mit Azure Automation und Azure Backup automatisiert erstellen. Die Erstellung von Snapshots erfolgt entweder automatisiert, im Azure-Portal oder mit dem Azure-PowerShell-Modul in Windows 10/11 oder Windows Server 2022/2025. Die Installation und anschließende Verbindung erfolgen mit:
Install-Module -Name Az -AllowClobber -Scope CurrentUserConnect-AzAccount
Die Erstellung von Snapshots lässt sich über diesen Weg auch skripten. Die notwendigen Daten werden zunächst als Variable gespeichert:
Der Befehl erstellt ein neues Snapshot-Konfigurationsobjekt, das zur Erstellung eines Snapshots einer vorhandenen verwalteten Festplatte verwendet werden kann. Mit dem Befehl „New-AzSnapshotConfig“ wird ein Snapshot-Konfigurationsobjekt erzeugt, das alle notwendigen Parameter für den Snapshot definiert. Der Parameter „-SourceUri $disk.Id“ gibt die ID der Quellfestplatte an, von der der Snapshot erstellt werden soll. Die Angabe von „$disk.Location“ stellt sicher, dass der Snapshot in derselben Region wie die Quellfestplatte gespeichert wird, um Latenzen zu minimieren und Kosten zu reduzieren. Der Parameter „-CreateOption Copy“ weist Azure an, eine Kopie der Quellfestplatte für den Snapshot zu erstellen.
Das resultierende Konfigurationsobjekt, das in der Variablen $snapshotConfig gespeichert wird, kann anschließend mit einem weiteren PowerShell-Befehl wie New-AzSnapshot verwendet werden, um den Snapshot tatsächlich in Azure zu erstellen:
Snapshots lassen sich direkt im Azure-Portal verwenden, aber auch in der PowerShell weiternutzen.
Snapshots im Azure-Portal
Neben dem Skripting lassen sich Snapshots im Webbrowser über das Azure-Portal erstellen. Die Erstellung erfolgt auf Basis der virtuellen Datenträger, nicht auf Basis der VM, mit welcher die Datenträger verbunden sind. Im Azure-Portal sind die Datenträger über den Typ „Datenträger“ in der Ressourcengruppe zu finden, in der auch die virtuelle Maschine (VM) liegt. Die Verwaltung der Objekte einer VM erfolgt direkt in der Ressourcengruppe.
Mit einem Klick auf ein Volume lassen sich Snapshots erstellen und verwalten. In der deutschen Spracheinstellung von Azure werden Snapshots als „Momentaufnahmen“ bezeichnet. Über die Schaltfläche „Momentaufnahme erstellen“ öffnet sich ein Fenster, in dem die Snapshot-Einstellungen definiert werden können. Hierbei lassen sich Name, Subskription und Ressourcengruppe festlegen. Zusätzlich kann zwischen einem inkrementellen und einem vollständigen Snapshot gewählt werden. Standardmäßig wird ein inkrementeller Snapshot verwendet, der nur die Änderungen seit der letzten Momentaufnahme enthält.
Snapshots können direkt auf Basis der verschiedenen Datenträger erstellt werden. Der erste inkrementelle Snapshot enthält eine vollständige Kopie des Datenträgers, während alle weiteren Snapshots nur die Differenzdaten speichern. Bei einer Wiederherstellung wird der vollständige Datenträger aus den Momentaufnahmen rekonstruiert. Inkrementelle Snapshots nutzen Standard-Festplattenspeicher und bieten durch zonenredundanten Speicher (ZRS) eine hohe Zuverlässigkeit. Falls ZRS nicht verfügbar ist, wird lokal redundanter Speicher (LRS) verwendet. Nur der tatsächlich genutzte Speicherplatz wird berechnet. Vollständige Snapshots können auch Premium-SSDs nutzen.
Bei der Wiederherstellung einer Azure-VM über einen Snapshot erstellen Admins zunächst einen neuen Datenträger aus der Momentaufnahme. Anschließend können sie entweder eine neue virtuelle Maschine bereitstellen und den verwalteten Datenträger als Betriebssystemdatenträger verwenden oder den Datenträger als Datenlaufwerk an eine bestehende virtuelle Maschine anhängen. Mit „Momentaufnahme kopieren“ können bestehende Momentaufnahmen kopiert und ähnliche Einstellungen wie beim Erstellen eines Snapshots von einem Datenträger vorgenommen werden.
Stand: 08.12.2025
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Im Rahmen der Erstellung von Snapshots lassen sich diese auch verschlüsseln. Dazu kommt AES 256-Bit zum Einsatz. Darüber hinaus können Admins festlegen, wie der Zugriff auf die Momentaufnahmen erfolgen soll. Zugriffe lassen sich nicht nur mit Berechtigungen steuern, sondern auch über Azure Private Link. Das schränkt den Zugriff auf einzelne, virtuelle Netzwerkverbindungen im Azure-Backbone ein.
Neue virtuelle Festplatte aus einem Snapshot erstellen
Eine neue virtuelle Festplatte lässt sich aus einer Momentaufnahme einer virtuellen Maschine erstellen. Nach der Erstellung einer Momentaufnahme kann diese im Azure-Portal weiterbearbeitet werden. Im Portal steht hierfür der Menüpunkt „Datenträger erstellen“ zur Verfügung. Über diesen Menüpunkt besteht die Möglichkeit, eine virtuelle Maschine wiederherzustellen oder eine neue virtuelle Maschine zu erstellen.
Nach der Auswahl von „Datenträger erstellen“ öffnet sich ein Fenster, in dem der Name des neuen Datenträgers eingegeben wird. Als Datenträgertyp wird dabei automatisch „Momentaufnahme“ festgelegt. Nach Abschluss der Erstellung steht der neue Datenträger zur Verfügung. Dieser kann an eine bestehende virtuelle Maschine angehängt oder für die Erstellung einer neuen Maschine verwendet werden. Zudem lässt sich die Festplatte einer bestehenden virtuellen Maschine durch den neuen Datenträger ersetzen, um die virtuelle Maschine auf den Zustand der Momentaufnahme zurückzusetzen.
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