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BLOBs generell von der Datenbank fernzuhalten ist eine Möglichkeit. Dafür gibt es heute Software, die anhand bestimmter Kriterien den „Zutritt“ zur Datenbankdatei gestattet oder auf einen anderen Speicherort umleitet. Zum Beispiel könnte man anhand einer gesetzten Regel das Schreiben von BLOBs, die größer als ein Megabyte sind, in die Datenbank verhindern und diese stattdessen auf ein Netzlaufwerk auslagern.
Eine andere Variante ist, bereits vorhandene BLOBs aus der Datenbank zu entfernen. Hier bieten moderne Programme die Möglichkeit, mehr oder weniger komplexe Regelwerke zu erstellen, mit denen BLOBs aus der Datenbank auf einen anderen Speicherort ausgelagert werden. Häufig verwendet werden hier Kriterien wie das letzte Änderungsdatum, der Dateityp oder auch die Versionsnummer. Ein typischer Anwendungsfall ist beispielsweise das Auslagern von Dateien, deren Änderungsdatum schon länger zurückliegt. Beide der oben genannten Fälle sind SharePoint und dem Endanwender gegenüber völlig transparent und ohne Einschränkung in der Funktionalität.
Eine weitere Variante ist das Archivieren von SharePoint-Inhalten. Im Gegensatz zu den oben genannten Lösungen werden hier Inhalte aus SharePoint entfernt und wandern in ein Langzeitarchiv.
Gute Vorbereitung ist alles
Gescheiterte Auslagerungsprojekte sind meist die Folge von mangelnder Vorbereitung oder auch falsch getroffener Annahmen. Typische Fehlannahmen sind: Mit dem Auslagern von BLOBs kann das unterstützte Gesamtdatenvolumen erhöht werden, da diese außerhalb der Content-Datenbank liegen und somit das unterstützte Limit später erreicht wird. Das ist falsch! Microsoft weist explizit darauf hin, dass das angegebene Limit ausgelagerte Daten mit beinhaltet.
Auch herrscht oft die Meinung vor, dass es grundsätzlich von Vorteil ist, BLOBs auszulagern. Auch das ist nicht richtig. Ist der Großteil der BLOBs nämlich kleiner oder gleich 256 Kilobyte, dann lohnt sich ein Auslagern oft nicht, da keine Performancevorteile zu erwarten sind.
Analyse der Content-Datenbanken
Der erste Schritt bei der Vorbereitung muss also eine Analyse der Content-Datenbanken sein. Dabei ist die Antwort auf folgende Fragen vordringlich: 1. Wie hoch ist der prozentuale Anteil der BLOBs in der jeweiligen Datenbank? 2. Wie groß sind diese BLOBs durchschnittlich?
Danach gilt es zu klären, wohin man die BLOBs künftig auslagern möchte. Auf denselben SAN Storage zu schreiben, auf dem sich bereits der SQL Server befindet, bringt kostentechnisch meist keine Vorteile. Günstigere Alternativen müssen in Betracht gezogen werden. Die Palette ist hier groß und reicht vom NAS Storage über spezielle Archivspeichersysteme bis hin zum Cloud-Speicher. Die Wahl der richtigen Lösung ist von Fall zu Fall verschieden, aber immer von enormer Bedeutung, denn hiermit stehen und fallen Kosteneinsparung, Performancegewinn und Skalierbarkeit. Testen ist also angesagt!
Zuletzt gilt es, noch einen Punkt aufzugreifen: die Datensicherung. Da sich die BLOBs nicht mehr in der Datenbank befinden, muss sichergestellt werden, dass – je nach gewählter Auslagerungsart – auch eine passende Lösung für eine konsistente Datensicherung verfügbar ist. Übrigens ist – gepaart mit einer geschickten Auslagerungsstrategie – auch im Bereich der Datensicherung großes Sparpotenzial realisierbar. Zum einen in der Sicherungsfrequenz, zum anderen im Sicherungsvolumen – Stichwort Archiv.
Fazit
Das Auslagern von BLOBs aus SharePoint-Content-Datenbanken ist heute eine Möglichkeit, um bessere Performance, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz zu erzielen. Dabei ist es nicht nur wichtig, die richtige Auslagerungsstrategie zu bestimmen, sondern auch die bestehende Umgebung im Vorfeld zu analysieren. Weitere Erfolgskriterien sind die Wahl der richtigen Storage-Systeme sowie der passenden Sicherungslösung.
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