Anderthalb Jahre nach Einführung der Datenschutz-Grundverordnung

Chancen und Schrecken der DSGVO

| Autor / Redakteur: Matthias Breusch / Dr. Jürgen Ehneß

Während noch viele Unternehmen mit der Umsetzung der DSGVO-Vorgaben ringen, dräut bereits das nächste „Unheil“ in Form der ePrivacy-Verordnung.
Während noch viele Unternehmen mit der Umsetzung der DSGVO-Vorgaben ringen, dräut bereits das nächste „Unheil“ in Form der ePrivacy-Verordnung. (Bild: © Jakub Jirsák - stock.adobe.com)

Der Digitalverband Bitkom hat Geschäftsführer und IT-Experten von 503 Unternehmen aus diversen deutschen Branchen zur DSGVO befragt. Es gab harte Kritik am „Bremsklotz Datenschutz“, aber auch ein bisschen Lob.

Äußerst handfeste und aussagekräftige Zahlen zur Datenschutz-Grundverordnung präsentiert der Bitkom. Die DSGVO trat am 25. Mai 2018 EU-weit in Kraft.

Zur Umsetzung der DSGVO in ihrem Unternehmen befragt, äußerten sich die Umfrageteilnehmer folgendermaßen:

  • 67 Prozent haben die neuen Datenschutzregeln mindestens zu großen Teilen umgesetzt.
  • 25 Prozent konnten die Umsetzung der DSGVO vollständig abschließen, 24 Prozent teilweise.
  • 6 Prozent stehen noch am Anfang.
  • 97 Prozent bemängeln den hohen Aufwand, 93 Prozent die Katalogisierung der Prozesse, 86 Prozent das umfangreiche Vertragsmanagement, 82 Prozent den erschwerten Betrieb von Websites.
  • 53 Prozent beklagen fehlende Umsetzungshilfen.
  • 37 Prozent fehlt entsprechendes Fachpersonal.
  • 98 Prozent fordern Nachbesserungen.
  • 95 Prozent sind der Auffassung, die Verordnung sei praktisch nicht umsetzbar.
  • 74 Prozent geben an, die Kundschaft sei genervt von Infos und Hinweisen.
  • 14 Prozent halten fest, dass innovative Projekte aufgrund der Verordnung gescheitert sind.
  • 16 Prozent sagen: Die DSGVO ist eine Gefahr für unser Geschäft; 29 Prozent fürchten die Verhinderung von Innovationen innerhalb der EU.
  • 25 Prozent sehen Vorteile für das eigene Unternehmen.
  • 64 Prozent schätzen die DSGVO, weil sie weltweit Maßstäbe für den Umgang mit Personendaten setzt.

ePrivacy

Ähnliche Ergebnisse ergaben die Fragen zur anstehenden ePrivacy-Verordnung, die ursprünglich parallel zur DSGVO in Kraft treten sollte und derzeit auf EU-Ebene verhandelt wird:

  • 90 Prozent ist die Verordnung bekannt.
  • 79 Prozent haben sich bereits damit auseinandergesetzt.
  • 75 Prozent loben die entstehenden einheitlichen Wettbewerbsbedingungen für Kommunikationsanbieter.
  • 68 Prozent sehen den hohen Umsetzungsaufwand.
  • 21 Prozent fürchten die Verhinderung von Innovationen.

Brexit-Hürden

Darüber hinaus sorgt der „Brexit“ für Bewegung: 53 Prozent der Unternehmen lassen Personendaten im Ausland verarbeiten, 11 Prozent davon in Großbritannien. 84 Prozent dieser Firmen wollen dies nach dem Brexit unterlassen. Steigen die Insulaner ohne Deal aus der EU aus, dürfen personenbezogene Daten ohnehin nicht mehr ohne Weiteres dorthin übermittelt werden.

Der vollständige Download der Umfrage-Ergebnisse findet sich hier.

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