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Speichertipp: Kommandozeilenwerkzeug entfernt Daten unter Windows ohne Wiederherstellungsmöglichkeit SDelete überschreibt Dateien sektorweise nach DoD-Verfahren

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Beim Löschen von Daten über den Explorer entfernt Windows lediglich die Dateiverweise im Dateisystem. Die belegten Cluster bleiben physisch erhalten, bis neue Daten diese Bereiche überschreiben. Datenrettungsprogramme rekonstruieren solche Inhalte, solange keine Überschreibung erfolgt. SDelete aus der Sysinternals-Suite überschreibt dagegen die zugehörigen Speicherbereiche mehrfach und verhindert dadurch eine Rekonstruktion.

SDelete verhindert, dass beim Datenlöschen frühere Dateiinhalte in nicht zugewiesenen Clustern verbleiben.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
SDelete verhindert, dass beim Datenlöschen frühere Dateiinhalte in nicht zugewiesenen Clustern verbleiben.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

SDelete arbeitet auf NTFS-Ebene und nutzt die Windows-API zum direkten Zugriff auf Dateihandles. Das Tool ersetzt die logischen Datenblöcke einer Datei durch definierte Bitmuster. Standardmäßig erfolgt ein Durchgang, optional lassen sich mehrere Überschreibzyklen konfigurieren. Der Parameter „-p“ definiert die Anzahl der Durchläufe. Ein Aufruf in der Form „Sdelete64.exe Datei.txt -p 5“ führt fünf vollständige Überschreibvorgänge aus. Jeder Durchlauf schreibt neue Muster in die betroffenen Cluster. Nach Abschluss entfernt SDelete den Dateieintrag aus dem Dateisystem.

Mehrere Dateien lassen sich in einem Befehl angeben. Das Tool verarbeitet die Parameter sequenziell. Neben einzelnen Dateien akzeptiert SDelete auch Verzeichnisse, sofern entsprechende Optionen gesetzt werden. Die Ausführung erfolgt in einer administrativen Eingabeaufforderung, da der Zugriff auf bestimmte Systembereiche erhöhte Rechte erfordert.

Ein weiterer Einsatzbereich betrifft den freien Speicherplatz. Beim herkömmlichen Löschen verbleiben frühere Dateiinhalte in nicht zugewiesenen Clustern. Mit einem Befehl der Form „Sdelete64.exe C:“ überschreibt das Tool den gesamten freien Bereich eines Laufwerks. Dabei erzeugt SDelete temporäre Dateien, die den verfügbaren Speicher vollständig belegen und anschließend wieder entfernt werden. Auch hier steuert „-p“ die Anzahl der Durchgänge, etwa „Sdelete64.exe C: -p 7“ für sieben Überschreibzyklen.

Daten auf SSDs löschen

Auf SSDs genügt in der Praxis ein einzelner Durchlauf, da Flash-Speicher intern eigene Wear-Leveling-Mechanismen nutzt. Mehrfache Überschreibungen erhöhen dort nicht zwangsläufig die Sicherheit, führen jedoch zu zusätzlicher Schreiblast.

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