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Sustainability-Gastkolumne, Folge 5 Circular Economy: Wenn sich Rohstoffe im Kreis drehen

Ein Gastbeitrag von Petra-Maria Grohs* 2 min Lesedauer

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Wird IT im Zusammenhang mit dem Thema Nachhaltigkeit betrachtet, liegt der Fokus meist auf dem enormen Energiehunger der Branche. Aber der Ressourcenverbrauch beginnt nicht erst an der Steckdose im Rechenzentrum. Auch für die Produktion der Hardware werden große Mengen an Rohstoffen verwendet, darunter Aluminium, Stahl, verschiedene Kunststoffe, Kupfer, Gold, Lithium und zahlreiche der so genannten „seltenen Erden“, die einen hohen Energiebedarf bei der Förderung und/oder erhebliche Umweltschäden mit sich bringen.

Die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft stellt gerade für die IT-Branche eine große Herausforderung dar, ist jedoch auf Grund der benötigten großen Mengen an Rohstoffen unabdingbar.(Bild:  ©canerozkan, Getty Images Pro via Canva.com)
Die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft stellt gerade für die IT-Branche eine große Herausforderung dar, ist jedoch auf Grund der benötigten großen Mengen an Rohstoffen unabdingbar.
(Bild: ©canerozkan, Getty Images Pro via Canva.com)

In der jüngeren Vergangenheit wurden große Anstrengungen unternommen, diese Rohstoffe zu recyclen. Praktisch bedeutete dies, aus dem Schrott alter Geräte die Rohstoffe wieder herauszuholen und neu in den Produktionsprozess einzubringen. Ein Problem dabei: Mit jedem Recycling-Zyklus sinkt die Qualität des Rohstoffs. Deutlich wird dies an Plastik: Aus anfangs hochwertigen Kunststoffkomponenten können irgendwann nur noch Parkbänke produziert werden.

Daher hat in den letzten Jahren ein Umdenken stattgefunden: Anstatt die Produktion und das Recycling als getrennte Bereiche zu betrachten, wird die mögliche Wieder- und Weiterverwendung in der so genannten Circular Economy oder Kreislaufwirtschaft bereits bei der Entwicklung mitgedacht. Bevor am Ende der Verwertungskette ein Recycling der Rohstoffe erfolgt, sollen die Geräte möglichst lange in Benutzung sein. Das setzt voraus, dass sie reparaturfähig, ausbaubar, modernisierbar und in anderen Kontexten weiter verwendbar sind.

Bei Geräten für Endanwender*innen wie ausrangierten PCs, Laptops, Monitoren oder Druckern ist es recht einfach möglich, diese an die Belegschaft zu verschenken oder an wohltätige Organisationen zu spenden. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage machen dies bereits 43 Prozent der deutschen Unternehmen. Bei Servern, Storage oder Netzwerkkomponenten ist das schon schwieriger; ich jedenfalls habe zu Hause keine Verwendung für ein High-End-Speichersystem oder ein Server-Rack.

Die Umsetzung der Circular Economy stellt die IT-Branche vor einige Herausforderungen. Hier sind vor allem die Hersteller gefragt: Bei Hitachi Vantara ist es uns bereits gelungen, die durchschnittliche Laufzeit unserer Hochleistungs-Speichersysteme deutlich zu erhöhen, indem wir qualitativ hochwertige Komponenten verbauen und alle Systeme abwärtskompatibel und beliebig erweiterbar konzipiert haben. Unser Ziel ist es, den Lifecycle unserer Systeme auf zehn Jahre auszubauen – in der Business-IT ist das (noch) eine Ewigkeit. Dabei haben wir uns selbst strenge interne Protokolle auferlegt, um Infrastrukturlösungen zu entwickeln, die mit jeder neuen Version weniger Energie verbrauchen und weniger CO2 ausstoßen.

Petra-Maria Grohs, Geschäftsführerin Hitachi Vantara Deutschland. (Bild:  Hitachi Vantara)
Petra-Maria Grohs, Geschäftsführerin Hitachi Vantara Deutschland.
(Bild: Hitachi Vantara)

Veränderungen müssen aber immer auch in den Köpfen ankommen: in Form neu gedachter Produktionsprozesse und Geschäftsmodelle und durch eine veränderte Verbrauchermentalität, weg von „Geiz ist geil” und hin zu Investitionen in Qualität. Gleichzeitig bietet dieser Wandel aber auch enorme Chancen – und hier ist die IT nicht nur Verursacher von Problemen, sondern bietet auch Lösungen an: Technologien wie das Internet der Dinge/RFID, Datenanalysen, Machine Learning und Künstliche Intelligenz können helfen, Ressourcen effizienter zu nutzen, Wartungszyklen zu erweitern, durch „Predicive Maintenance“ Ausfälle durch Schäden zu vermeiden, Abfallströme zu überwachen und insgesamt die Lebenszyklen von Produkten zu verlängern. Für eine nachhaltige Zukunft ist es entscheidend, dass wir diesen Weg beschreiten. Je früher, desto besser.

* Die Autorin: Petra-Maria Grohs, Geschäftsführerin Hitachi Vantara Deutschland.

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