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Diese beiden Maßnahmen stellen natürlich keine vollwertige Lösung dar, sondern verstehen sich lediglich als Krücken. Die Entwickler von Docker haben die Sicherheitsmängel auf dem Radar und möchten diese adressieren, allerdings sind bisher kaum Fortschritte zu erkennen. Die Popularität von Docker wächst dennoch unaufhaltsam.
Lösungen rund um Docker
Einige der führenden Betreiber von Mega-Datencenter, darunter Google (in Zusammenarbeit mit VMware und Pivotal), Amazon, IBM, Rackspace und Microsoft haben hinter Docker ihr ganzes Gewicht geworfen. Bei Googles „Container Engine“ handelt es sich praktisch um eine Art „Docker-as-a-Service“.
Im vergangenen August hat Microsoft eine deklarative Management-Plattform für Docker-Container in Linux-Clustern von Google namens „Kubernetes“ in die eigenen Azure-Dienste integriert. Kubernetes ermöglicht die zeitgesteuerte Verwaltung von Docker-Containern auf mehreren Nodes eines Clusters, eine Aufgabe, welche Docker selbst bisher schlicht überfordert.
Für eine künftige Version von Windows Server plant Microsoft, eigene Images für die Docker Engine über Docker Hub, das gemeinschaftliche Repository, bereitzustellen und in Azure via Azure Management Portal und Azure Gallery zu integrieren. Microsoft möchte außerdem an der Weiterentwicklung der quelloffenen Orchestrierungs-APIs für Container-übergreifende Anwendungen von Docker mitwirken.
Docker-Repositories
Dockers eigener Dienst zum Verwalten von Repositories, „Docker Hub“, soll in Kürze in einer Enterprise-Edition für Datencenter und On-Premise-Umgebungen verfügbar sein. Mit dem „Docker Hub Enterprise“ (kurz: DHE) sollen sicherheitsbewusste Anwender ihre Container-Images künftig in privaten Repositories hinter einer eigenen Firewall aufbewahren können. AWS, IBM und Microsoft haben bereits ihre Unterstützung bekundet. Mit der öffentlichen Verfügbarkeit von DHE sei laut Docker im Frühjahr 2015 zu rechnen.

Hinweis:
Für weitere Fragen rund um die Container-Technik stehen Ihnen die Buchautoren unter @d1gitalinfo und @d1gitalPro gerne zur Verfügung.
AWS-Anwender können Docker-Container im Rahmen von „AWS Elastic Beanstalk“ ausführen. Elastic Beanstalk übernimmt in diesem Fall die Provisionierung von Kapazitäten, verwaltet eigenständig die Lastverteilung, skaliert automatisch und überwacht die Gesundheit der Anwendungen in Docker-Containern.
Der enorme Erfolg von Docker hat auch zahlreiche kleinere agile Anbieter dazu angespornt, Lösungen rund um Docker zu entwickeln. Zu den Vorreitern zählen unter anderem Joyent und Canonical.
Der Joyent Container Service
Mit einem gehosteten Cloud-Dienst „Joyent Container Service“ ) möchte der kalifornische Anbieter von Container-Lösungen Joyent einen neuen Standard für Container-Deployments geschaffen haben, der für Big-Data-Anwendungsszenarien optimiert ist. Eine Technologie namens „Linux Branded Zones“ (LXz) ermöglicht das Ausführen von Linux-Applikationen, einschließlich solcher in Docker-Containern, nativ auf einer gesicherten Virtualisierungsebene ohne den Einsatz eines Hardware-Hypervisors.
Die Joyent Container-Technologie besteht aus zwei Komponenten: einem Objektspeicher „Manta“ (ohne “r”!) und der Orchestrierungssoftware „SmartDataCenter“. Manta basiert auf dem selbstheilenden 128-Bit-starken „ZFS“-Dateisystem (Zettabyte File System) von Oracle/Sun Microsystems. Der robuste Objektspeicher ermöglicht das Ausführen von Containern direkt am Ablageort der Daten; Zeit und Platz raubendes Hin-und-her-Kopieren der Datenbestände entfällt. Jeder Container bekommt zudem einen eigenen virtualisierten Netzwerkstack zugewiesen.
LXD von Canonical
Canonical, der Anbieter der Linux-Distribution „Ubuntu“, hat sich vorgenommen, eine eigene Container-Technologie im Stil Hypervisor-gestützter Virtualisierung mit erhöhter Sicherheit ohne den Einsatz eines Hardware-Hypervisors zu implementieren. Mit dem „LXD“ (kurz für Linux Container Daemon) bietet Canonical eine Lösung, welche die gesamte Funktionalität des Linux-Kernels (also nicht nur einzelne Prozesse) in isolierten Containern bereit stellt und mit einer engen OpenStack-Integration trumpfen kann.
LXD-Container sind sowohl über eine RESTful-API als auch mit Kommandozeilenwerkzeugen ansprechbar, wahlweise via Netzwerk oder via Unix-Sockets. Zur Gewährleistung der Sicherheit kommt unter anderem das Kernelmodul AppArmor zum Einsatz.
Die Technologie zeichnen bemerkenswerte Fähigkeiten zur schnellen Bereitstellung aus: LXD-Container fahren in unterhalb einer Sekunde hoch. Ein einzelner physikalischer Host kann mehrere hundert LXD-Container ausführen und eine wesentlich höhere Sicherheit als Docker gewährleisten.
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