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Speicherkrise, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und Cloud Das beschäftigt die Speicherindustrie 2025

Ein Gastbeitrag von B. S. Teh* 4 min Lesedauer

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Die weltweit generierte Datenmenge wächst rasant, KI-Technologie durchdringt zunehmend alle Geschäftsbereiche, und Unternehmen stehen global vor der Herausforderung, diese Dynamik effizient zu bewältigen. Dabei sind nicht nur technologische Innovationen gefragt. Es erfordert vielmehr eine strategische Weitsicht und Lösungen, mit denen Daten langfristig sicher, kosteneffizient und nachhaltig gespeichert und verarbeitet werden können. Denn nur so kann es gelingen, einen echten Mehrwert aus ihnen zu schöpfen.

B. S. Teh von Seagate sieht Storage als „längst nicht mehr nur eine infrastrukturelle Notwendigkeit. Sie ist ein Schlüsselfaktor für Innovation, Nachhaltigkeit und Erfolg in einer datengetriebenen Welt.“(Bild:  Sashkin - stock.adobe.com)
B. S. Teh von Seagate sieht Storage als „längst nicht mehr nur eine infrastrukturelle Notwendigkeit. Sie ist ein Schlüsselfaktor für Innovation, Nachhaltigkeit und Erfolg in einer datengetriebenen Welt.“
(Bild: Sashkin - stock.adobe.com)

Dabei werden vier Entwicklungen das Jahr 2025 in der Speicherbranche besonders prägen. Sie zeigen nicht nur Herausforderungen auf, sondern auch die Chancen, die sich für Unternehmen durch innovative Speichertechnologien und neue Ansätze ergeben.

Die globale Datenexplosion droht, eine Speicherkapazitätskrise auszulösen

Aktuell werden Daten in einem noch nie dagewesenen Umfang erzeugt. Bis zum Jahr 2028 könnten weltweit bis zu 400 Zettabyte generiert werden, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 24 Prozent. Um diese Zahl greifbar zu machen: Laut einer Studie des California Institute of Technology entspricht ein einziges Zettabyte derselben Menge an Informationen, wie es Sandkörner auf allen Stränden der Erde gibt.

Mit der Weiterentwicklung und Skalierung von KI steigt der Wert von Daten. Das führt dazu, dass mehr Daten über längere Zeiträume gespeichert werden. Gleichzeitig wird erwartet, dass die installierte Speicherkapazität mit einer CAGR von nur 17 Prozent wächst – also deutlich langsamer als das Datenvolumen. Dazu kommt: Die Herstellung einer Festplatte – auf diesem Speichermedium wird aktuell der größte Anteil der Daten weltweit gespeichert – dauert ein Jahr.

Die Diskrepanz zwischen dem Datenwachstum und der verfügbaren Speicherkapazität wird das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Speicherkapazität weltweit stören. Nachdem Unternehmen weniger mit KI experimentieren und einen strategischeren Ansatz für die KI-Implementierung verfolgen, müssen sie jetzt langfristige Kapazitätspläne entwickeln, die ihre Versorgung mit Datenspeicherressourcen sicherstellen. Nur so lassen sich Investitionen in KI-Infrastrukturen auch vollständig monetarisieren.

Der KI-Boom erfordert größeres Vertrauen in Daten

Laut McKinseys Global Survey on AI haben 72 Prozent der Unternehmen weltweit KI-Technologie in mindestens einer Geschäftsabteilung integriert. In Europa zeigt sich dieser Trend besonders deutlich: 90 Prozent der Fachleute geben an, generative KI-Tools beruflich oder privat zu nutzen. KI kann jedoch nur dann Vertrauen schaffen, wenn die zugrunde liegenden Daten vertrauenswürdig sind.

Ganz gleich, ob es darum geht, Checkpoints von Trainings zu dokumentieren oder Quelldaten zu speichern – je mehr Daten innerhalb des Prozesses bewahrt werden, desto besser lässt sich die Vertrauenswürdigkeit von KI validieren. Dafür müssen die Daten langfristig verfügbar sein – nicht nur, um sich verändernde rechtliche Anforderungen zu erfüllen, sondern auch, um die Vorhersagen und Entscheidungen von KI zu erklären.

Jüngste Untersuchungen von Deloitte zeigen, dass Nutzer nach wie vor zögern, KI zu vertrauen, insbesondere bei komplexen und kritischen Entscheidungen. Die Etablierung von Prinzipien für vertrauenswürdige KI – einschließlich Governance, Compliance und Weiterbildungsmaßnahmen – sowie skalierbare Speicherinnovationen, die diese Datenflut auffangen, werden daher für das KI-Ökosystem unverzichtbar.

Speicherinnovationen bieten mehr Kapazität und Energieeffizienz

Mit dem enormen Datenwachstum drohen Rechenzentren an ihre Kapazitätsgrenzen zu stoßen. Gleichzeitig bremsen finanzielle, regulatorische und ökologische Bedenken den Ausbau von Rechenzentren und der damit verbundenen Speicherkapazität.

Laut dem amerikanischen Immobiliendienstleitungs- und Investment-Unternehmen CBRE wird die Nachfrage nach Rechenzentren insbesondere durch Fortschritte in der KI erheblich zunehmen. High-Performance-Computing erfordert schnelle Innovationen im Hinblick auf das Design von Rechenzentren und die darin verbaute Technologie, um den steigenden Energiebedarf zu bewältigen. Doch nicht nur Innovationen im Bereich Computing können hier Abhilfe schaffen.

Festplatten mit höherer Flächendichte, die mehr Daten auf einer einzelnen Festplatte speichern können, ermöglichen eine größere Speicherkapazität in Rechenzentren. Dadurch müssen keine neuen Standorte gebaut werden, die Gesamtbetriebskosten werden erheblich gesenkt und die Umweltbelastung reduziert.

Die Cloud-Nutzung in Deutschland nimmt zu

Die Cloud-Nutzung in deutschen Unternehmen wird auch 2025 weiter voranschreiten. Laut dem BITKOM Cloud Report 2024 nutzen bereits 81 Prozent Cloud-Computing, und 14 Prozent planen den Einsatz. Dabei sind die Nutzungsmodelle verschieden: Während einige Unternehmen reine Public- oder Private-Cloud-Modelle bevorzugen, bietet für viele ein hybrides Modell mittlerweile die meisten Vorteile. Ein universeller Trend ist dabei die Nachfrage nach flexibleren, kosteneffizienteren und datenorientierten Cloud-Lösungen.

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Bereits 66 Prozent der Unternehmen nutzen die Cloud für Datenspeicherung. Diese Zahl wird in den nächsten Jahren weiter steigen, und die Integration von KI-Diensten in Cloud-Umgebungen wird weiter zunehmen. Unternehmen, die das ungenutzte Potenzial ihrer Daten erkennen, können einen Mehrwert aus ihnen schöpfen und Cloud-basierte KI-Services für Datenanalyse, Prozessautomatisierung und generative KI-Anwendungen nutzen. Auch operative Herausforderungen wie Hardware-Lieferengpässe werden durch den Einsatz von Cloud-Technologien adressiert. So sehen etwa 44 Prozent in der Cloud eine vielversprechende Alternative zu eigenen Servern, um sich unabhängiger von globalen Lieferschwierigkeiten zu machen.

Sicher ist: Innovative Speicherlösungen werden auch im Bereich Cloud zunehmend an Bedeutung gewinnen. So können kostentransparente, sichere und flexibel skalierbare Object-Storage-Lösungen dabei helfen, den TCO zu optimieren und die Datenverwaltung zu vereinfachen – ohne komplexe Tiering-Modelle und zusätzliche Gebühren für Datenübertragung.

Datenspeicherung als Schlüsselfaktor für Innovation, Nachhaltigkeit und Unternehmenserfolg

B.S. Teh, Executive Vice President und Chief Commercial Officer, Seagate.(Bild:  Seagate)
B.S. Teh, Executive Vice President und Chief Commercial Officer, Seagate.
(Bild: Seagate)

Die Zukunft der Speicherindustrie 2025 wird nicht nur von technologischen Fortschritten, sondern auch von der Fähigkeit geprägt sein, flexibel und strategisch auf neue Anforderungen zu reagieren. Unternehmen, die frühzeitig in skalierbare und nachhaltige Speicherlösungen investieren, werden im Wettbewerb einen entscheidenden Vorteil haben. Denn die Speicherung von Daten ist längst nicht mehr nur eine infrastrukturelle Notwendigkeit. Sie ist ein Schlüsselfaktor für Innovation, Nachhaltigkeit und Erfolg in einer datengetriebenen Welt.

* Der Autor: B.S. Teh, Executive Vice President und Chief Commercial Officer bei Seagate

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(Bild: Storage-Insider)

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