Das heutige Alltagsgeschehen in Unternehmen ist darauf angewiesen, dass Teams jederzeit und von überall auf die Daten ihrer Organisation zugreifen können. Egal, ob Projektdateien, Webseiten-Assets oder Kundenkorrespondenz: Die Geschäftskontinuität hängt davon ab, dass gemeinsam genutzte Datenspeicher sicher und ständig verfügbar sind. Was würde also passieren, wenn diese Speicher beschädigt werden und Unternehmensinterna verloren gehen?
Verdrängung ist leider keine wirksame Waffe gegen die Realität: Naturkatastrophen können eine Serverbank oder ein komplettes Rechenzentrum zerstören.
Viele Unternehmen sichern sich peinlich genau mit Gebäude- oder Betriebshaftpflichtversicherungen gegen gängige Risiken ab. Doch geht es um das Herzstück ihrer Organisation – die Daten –, werden sie ungenau. Firmen müssen sich von zentralisierten Single-Location-Backups wegbewegen und eine diversifizierte Speicherkultur entwickeln. Denn nur das senkt das Risiko von Datenverlusten langfristig.
Ein Brand, ein Erdbeben oder eine Überschwemmung können schnell eine Serverbank oder ein ganzes Rechenzentrum zerstören. Das verursacht immense Schäden – vor allem dann, wenn Unternehmen kein Backup an anderer Stelle gespeichert haben. Erst vor wenigen Monaten sorgte der Großbrand im OVH-Rechenzentrum SBG2 in Straßburg für Schlagzeilen. Die Daten der betroffenen 3,6 Millionen Websites sind größtenteils unwiederbringlich gelöscht. Auch Überschwemmungen sind hierzulande keine Seltenheit und haben in den vergangenen Jahren vielerorts großen Schaden angerichtet. Doch obwohl verheerende Naturkatastrophen gerade im europäischen Raum als eher unwahrscheinlich gelten, ist die Gefahr (etwa durch die dichte Besetzung von Elektrizität auf engem Raum) doch omnipräsent.
Die Haltbarkeit von Daten richtig einschätzen können
Um das Risiko zu erfassen, braucht es eine Kennzahl für die Wahrscheinlichkeit von Datenverlusten. Anbieter in der Cloud-Storage-Branche können bisweilen eine Datenhaltbarkeit von elf Neunen herstellen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Daten innerhalb eines Jahres erhalten bleiben – also nicht durch eine Katastrophe oder menschliches Versagen verloren gehen –, liegt damit bei 99,999999999 Prozent. Das bedeutet, dass im Schnitt nur eine Datei von hundert Milliarden Dateien pro Jahr verloren geht. Das Verhältnis liegt damit bei 1:100.000.000.000.
Diese bezifferte Haltbarkeit beinhaltet sowohl den Schutz vor Katastrophen als auch vor konventionellen Problemen. Dazu zählen beispielsweise der Qualitätsverfall von Festplatten, menschliches Versagen oder Serverausfälle. Unternehmen können eine solche Sicherheitsstufe dann effektiv erreichen, wenn sie mehrere Kopien ihrer Daten an verschiedenen Orten lagern. Stichwort: Diversifikation von Backups.
Backups müssen nicht immer innerhalb des Entstehungslandes der Daten aufbewahrt werden. Für die Diversifikation lohnt es sich, die beiden Dateien geografisch voneinander zu trennen. Damit sind Unternehmen in der Lage dazu, sich gegen potentielle Naturkatastrophen ihrer jeweiligen Region abzusichern. Dateien gehen ergo nur dann verloren, wenn beide Speicherorte durch höhere Gewalt zerstört werden.
Ist das Risiko der Naturgewalten erst einmal minimiert, ist es immer noch möglich, dass Mitarbeiter:innen Backup-Dateien – egal, ob bewusst oder unbewusst – verändern oder löschen. Hierzu empfiehlt es sich, ein alternatives Backup-Format zu wählen, welches nicht in direkter Verbindung mit der eigenen Organisation steht. Unternehmen können zum Beispiel die Backup-Lösungen eines Cloud-Storage-Anbieters in Anspruch nehmen. Die Gefahr durch die eigene Belegschaft ist damit ausgelagert.
Um sicherzustellen, dass Unternehmen alle möglichen Eventualitäten für Risiken abwägen und einkalkulieren, ist es sinnvoll, die 3-2-1-Regel anzuwenden: Drei Kopien der Dateien, zwei davon in unterschiedlichen Medienformaten und eine Kopie an einem anderen Standort. Jeder dieser Schritte verringert das Risiko von Datenverlusten und Datenunterbrechungen durch technische, menschliche und geografische Risiken. Zusätzliche Speicherorte und externe Cloud-Lösungen schaffen eine „Luftlücke“ für den Betrieb aus und reichen Firmen im Notfall die rettende Hand: in Form eines Backups.
Die häufigsten Ursachen für einen Datenverlust, die durch den Menschen verursacht werden, sind böswillige Angriffe oder Pannen. Aus Sicht der 3-2-1-Regel kann letzteres umgangen werden, indem Unternehmen ein Backup ihrer Daten an einen Dienstleister outsourcen – damit bewegt sich das Risiko von der Unternehmensseite weg, das Problem an sich verlagert sich aber nur: Backups bleiben einem menschlichen Versagen auf Dienstleisterseite ausgesetzt. Ist das eine unumkehrbare Zwickmühle?
Um das omnipräsente menschliche Restrisiko auszugleichen, sollten Unternehmen den Einsatz von unveränderlichem Speicher in Betracht ziehen. Eine solche Datenspeicheroption verhindert, dass Personen – egal, ob aus der eigenen Organisation oder auf Dienstleisterseite – die gespeicherten Daten verändern oder löschen können. Sobald die Unternehmensdaten in einen solchen Speicherbereich übertragen wurden, können sie vor Ablauf einer vorher definierten Frist nicht verändert werden. Damit ist das Risiko durch menschliches Versagen oder mutwillige Sabotage fast vollständig beseitigt.
Stand: 08.12.2025
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Fazit
Unternehmen schützen sich mittels Versicherungen vor allen möglichen Risiken oder Ausfällen. Doch geht es um den Schutz ihrer Daten, achten sie nicht gut genug darauf, Backups so zu verteilen, dass sie vor menschlichem Versagen, Angriffen von außen oder Naturkatastrophen geschützt sind. Ein Datenverlust trifft Firmen im Ernstfall dann hart und kann schwerwiegende Folgen haben. Um Daten bestmöglich zu schützen, sollten Organisationen ihre Backups nach der 3-2-1-Regel strukturieren, um so eine möglichst hohe Haltbarkeit sicherzustellen. Mit dem Kriterium der Unveränderlichkeit sorgen Firmen zusätzlich dafür, dass interne Pannen auf Seiten des Dienstleisters folgenlos bleiben. Obwohl eine Kombination aus verschiedenen Sicherungsmethoden die Haltbarkeit von Datenbackups maximal erhöht, kann ein Verlust von Backups nie zu vollen hundert Prozent garantiert werden. Unternehmen sollten ihre Backup-Strukturen daher regelmäßig kontrollieren, warten (lassen) und neu ausrichten.
Sollte es im Ernstfall doch zu einem fatalen Datenverlust kommen, eignen sich Disaster-Recovery-Lösungen aus der Cloud (DRaaS), um den Geschäftsbetrieb kontinuierlich am Laufen zu halten.
David Friend, CEO bei Wasabi Technologies.
(Bild: Wasabi)
*Der Autor: David Friend, CEO bei Wasabi Technologies
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