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Wiederherstellung via Cloud Was ist Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS)?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

Disaster-Recovery-as-a-Service stellt Leistungen per Cloud Computing zur Verfügung, mit denen sich IT-Systeme, IT-Services oder Daten bei einem Ausfall wiederherstellen oder weiterbetreiben lassen. Notfälle können abgesichert werden, ohne dass eigene Hardware oder IT-Infrastruktur für das Disaster Recovery benötigt werden. Besonders attraktiv ist DRaaS für kleine und mittelständische Unternehmen.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Die Abkürzung für Disaster-Recovery-as-a-Service lautet „DRaaS“. Es handelt sich um verschiedene Services aus der Cloud, welche die Wiederherstellung von Daten und den Weiterbetrieb von IT-Systemen oder IT-Services bei Störungen oder Notfällen ermöglichen. Verursacht werden können diese Störungen und Notfälle beispielsweise durch Hardware-Defekte, Software-Probleme, Hacker-Angriffe, Naturkatastrophen oder andere Ereignisse.

Für das Disaster Recovery stellt ein Anbieter virtuelle IT-Umgebungen, virtuelle Server, Cloud-Speicher und Backup-Leistungen als Services aus der Cloud zur Verfügung. Die Kunden des Anbieters müssen selbst keine eigene IT-Infrastruktur oder Hardware für das Disaster Recovery betreiben. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, die selbst keine Ressourcen und kein Know-how für eigene Disaster-Recovery-Maßnahmen besitzen, sind Disaster-Recovery-Cloud-Services attraktiv.

Die Verwaltung der Disaster-Recovery-Services ist häufig über browserbasierte Webportale möglich. Dort lassen sich alternative Produktionsumgebungen und die benötigten Leistungen einrichten und managen. Beispielsweise können physische Server auf virtuelle Cloud-Umgebungen repliziert werden. Kommt es zu einem Ausfall beim Kunden, übernimmt der Anbieter den Weiterbetrieb oder die Wiederherstellung der Dienste und Daten.

Die Anforderungen und Qualitätskriterien wie Recovery Time Objectives (RTO) und Recovery Point Objectives (RPO) der DRaaS-Leistungen werden in Service Level Agreements (SLAs) dokumentiert. Abgerechnet werden die Leistungen pauschal oder abhängig von den belegten Ressourcen und der tatsächlichen Nutzung der Services.

Grundsätzliches zum Disaster Recovery

Disaster Recovery bedeutet im Deutschen „Notfall- oder Katastrophenwiederherstellung“. Das Disaster Recovery sorgt nach einem Notfall oder nach einer Störung für die Wiederherstellung der IT-Services und Daten. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Sicherheitsplanung eines Unternehmens und minimiert die durch einen Notfall verursachten negativen Auswirkungen für das Unternehmen. Die Notfallwiederherstellung betrifft Systeme wie Netzwerke, Server, Kommunikationseinrichtungen, Speichergeräte, Daten oder Anwendungen.

Technische Maßnahmen eines Disaster Recoverys sind regelmäßige Datensicherungen und die Bereitstellung von Redundanzen zur Vermeidung von Single Points of Failure (SPoF). Über Werte wie RTO (Recovery Time Objective) und RPO (Recovery Point Objective) ist definiert, wie lange bestimmte Systeme maximal ausfallen dürfen und welche Menge an Datenverlust hinnehmbar ist.

Vorteile von DRaaS

Disaster-Recovery-as-a-Service bietet einige Vorteile. Diese sind:

  • Minimierung der Geschäftsrisiken bei Ausfällen und Störungen,
  • keine eigene Hardware und IT-Infrastruktur zur Absicherungen der Daten und IT-Leistungen notwendig,
  • hohe Kostentransparenz,
  • einfach zu skalierende Leistungen und hohe Flexibilität,
  • komfortable Verwaltung der Disaster-Recovery-Services über Webportale,
  • kurze Ausfallzeiten und schnelle Recoverys realisierbar,
  • hohes Disaster-Recovery-Know-how des Anbieters,
  • klare Definition der Leistungen und Qualitätskriterien in Service Level Agreements,
  • hohe Verfügbarkeit der professionell betriebenen Disaster-Recovery-Services.

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