Consumerization bestimmt 2020 das Datenmanagement und die Cloud

Der Nutzer im Zentrum

| Autor / Redakteur: Peter Hanke* / Dr. Jürgen Ehneß

Drittes großes Thema neben Cloud und KI: das Datenmanagement.
Drittes großes Thema neben Cloud und KI: das Datenmanagement. (Bild: Yanawut Suntornkij - stock.adobe.com)

2020 läutet ein neues Jahrzehnt ein. Umso spannender ist die Frage, wohin die Reise im Datenmanagement und in der Cloud geht. Welche Trends und Technologien werden Unternehmen in den kommenden Jahren beschäftigen?

Technologien wie die Cloud und künstliche Intelligenz (KI) sind mehr als Trends. Sie sind gerade im vergangenen Jahr endgültig in den Branchen angekommen, wie jüngste Studien eindrucksvoll bestätigen. So nutzen oder beschäftigen sich 92 Prozent der deutschen Unternehmen laut Bitkom und KPMG mit der Cloud. Ein wichtiger Treiber in der Planung und Umsetzung ist dabei die Frage, welche Form der Hybrid-Multi-Cloud oder Distributed Cloud für welchen Anwender die richtige Lösung ist.

Ein ähnliches Bild zeichnet das Thema KI: Einer aktuellen Studie von IDC zufolge befinden sich 88 Prozent der befragten Unternehmen bereits in der Planungsphase eines konkreten KI-Projekts – das entspricht einer Steigerung von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit steht allerdings auch die KI-Security immer stärker im Mittelpunkt – ein Trend, den auch Gartner für das kommende Jahr prognostiziert.

Zentraler als je zuvor: das richtige Datenmanagement

Doch mit der starken Verbreitung von Cloud- und KI-Technologien wird 2020 ein drittes, übergreifendes Thema die Diskussion bestimmen: das Datenmanagement. In der digitalisierten Geschäftswelt, die sich im rasenden Tempo immer weiter ausbreitet, nehmen neue datenbasierte Geschäftsmodelle und Anwendungen eine immer wichtigere Rolle ein. Unabhängig davon, ob der Kunde sie privat oder geschäftlich nutzt, erfordern sie ein Höchstmaß an Performance und Usability. Ungeachtet, welches Format die Daten haben, woher sie stammen oder wo sie abliegen: Sie müssen sicher sein sowie gleichzeitig jederzeit und überall in Echtzeit zur Verfügung stehen.

Eine Trennung zwischen Cloud und lokalen Systemen steht dem allerdings im Weg. Interoperabilität lautet daher das Gebot der Stunde, um Anwendungen und Workloads über mehrere Plattformen verteilen zu können. Außerdem sollte der Datenfluss so frei wie möglich gestaltet werden: Das gesamte Datenmanagement von der Ablage und Verwaltung über die Zusammenführung bis hin zur Übertragung muss dafür einheitlich sein. Sonst können die Daten noch so viel Potenzial bergen – sie werden dennoch keinen Mehrwert generieren und die Anwender nicht zufriedenstellen.

Komprimierte und synchrone Daten

Eine weitere wichtige Rolle spielen im kommenden Jahr intelligente Speichersysteme, denn mit der zunehmenden Datennutzung steigt auch die Datenmenge. Die richtigen Speichersysteme deduplizieren oder komprimieren daher die Workloads. Die Auswirkungen von Big Data werden so auf ein verträgliches Mindestmaß reduziert, weil der Bedarf an Speichermedien deutlich langsamer wächst als die tatsächliche Speichermenge.

Doch intelligente Speicherlösungen entfalten ihre Vorzüge nur, wenn die Daten synchron bleiben. Dabei hilft es, Kopien kontinuierlich, beispielsweise in einer anderen Cloud, semi-synchron vorzuhalten. Bei Bedarf muss der Nutzer dann lediglich ein paar Bytes innerhalb des gesamten Datenvolumens in Gleichtakt/Synchronisierung bringen und nicht einen gesamten Datensatz kopieren. So bleiben die Daten jederzeit redundant. Wodurch Unternehmen dem Vendor-Lock-in vorbeugen, weil alle Informationen Provider-unabhängig gespeichert und bearbeitet werden können. Außerdem vereinfachen synchrone Datensätze die Disaster Recovery oder einen Cloud-Switch.

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Die Cloud wird immer strategischer

Wie eingangs bereits festgestellt, wird auch die Frage nach der richtigen Cloud-Strategie 2020 noch einmal verstärkt aufkommen. Gerade in den USA haben sich im vergangenen Jahr die Auswirkungen einer übermäßigen Konzentration auf eine einzige Public Cloud gezeigt: Hohe Rechnungen, Abhängigkeiten und darauffolgender Unmut waren in vielen Unternehmen die Folge. Der anschließende Schock führt dazu, dass im kommenden Jahr vermehrt Alternativen diskutiert werden. Für Europa gilt das erst recht, da sich die langsamere Adaption von Cloud Computing hier als Vorteil erweist – europäische Firmen haben diese Auswirkungen größtenteils umgangen, indem sie die Konsequenzen vorab länger abgewogen haben.

Unabhängig von diesen geografischen Unterschieden wollen Kunden in Sachen Cloud in Zukunft zunehmend Workload-spezifische Entscheidungen treffen. Sie fragen sich vermehrt, welche Daten, Services und Apps in welcher Cloud am sinnvollsten sind und welche besser im eigenen Rechenzentrum bleiben sollten. Das ist die richtige Herangehensweise, denn dieser Ansatz führt zu einer Multisourcing-Strategie, von der einzelne Clouds letztlich nur Bestandteile sind.

Im Mittelpunkt: konsumierbare und passgenaue Lösungen

Die Folgen der digitalen Transformation stellen jedoch nicht nur Anwender vor neue Herausforderungen, sondern die gesamte IT-Branche. Hier geht der Trend hin zu einem Consumerization-Modell. Der Nutzer steht dabei noch stärker im Zentrum als früher: Der Mehrwert für ihn ist ein hartes Kriterium und entscheidet wesentlich über Erfolg und Misserfolg einer Lösung.

Darüber hinaus bestimmen neben den großen Unternehmen auch die Wünsche der Endkunden zunehmend Innovationen in der IT. Ihr Nutzen zieht in den B2B-Bereich ein. Technologien sind so kein Selbstzweck mehr. Vielmehr misst sich ihre Bedeutung daran, dass der Outcome für den Anwender stimmt. Das führt zu einer entscheidenden Transformation in der IT, der die Verantwortlichen adäquat begegnen müssen – kundenorientiert und innovativ.

NetApp hat im vergangenen Jahr bereits mit der Einführung von NetApp Keystone auf diesen Trend reagiert. Dieses Angebot ermöglicht es Kunden, auch On-Prem-Hardware über ein Consumption-Modell zu beziehen. Damit werden die Grenzen zwischen Rechenzentrum und Cloud durchlässiger, und die gesamte IT wird noch einmal ein ganzes Stück flexibler. In Zukunft definieren Kunden so ihre IT-Strategie nach dem Outcome und beziehen die Ressourcen allein „as-a-Service“.

Peter Hanke, Senior Director, Germany, Austria & Switzerland bei NetApp.
Peter Hanke, Senior Director, Germany, Austria & Switzerland bei NetApp. (Bild: NetApp)

Fazit

Auch wenn das richtige Datenmanagement und das Thema Cloud längst kein Schattendasein mehr fristen, bleiben auch im neuen Jahr viele offene Fragen und Herausforderungen zu bewältigen. Die Firmen müssen sich ihnen stellen, denn langfristige Themen in der Digitalisierung und den KI-Technologien fordern diese Auseinandersetzung immer dringender. Unternehmen brauchen dafür mehr denn je den richtigen Technologiepartner, der ihnen dabei hilft, ihre IT möglichst einfach und flexibel zu gestalten. Nur so können sie proaktiv mit der Zeit gehen, innovative Geschäftsmodelle entwickeln und einen spürbaren Geschäftswert rund um datenintensive Anwendungen und Workloads generieren.

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